Von: Redaktion Südtirol News
Bozen – Seit 12. August 2026 ist die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) anwendbar. Bereits in den ersten Tagen erreichen den Wirtschaftsverband hds zahlreiche Rückmeldungen von betroffenen Unternehmen. Vor allem für kleine und mittlere Betriebe, die Waren an Kunden in andere EU-Staaten versenden, bringe die neue Regelung erhebliche zusätzliche Bürokratie und Kosten mit sich.
So müssen sich viele Unternehmen im Rahmen der erweiterten Herstellerverantwortung in den jeweiligen Zielländern registrieren und dort, sofern sie keine Niederlassung haben, einen Bevollmächtigten benennen. Betroffen können damit auch zahlreiche Südtiroler Betriebe sein, die etwa nach Deutschland oder Österreich liefern. Die Verpflichtungen greifen grundsätzlich bereits ab dem ersten verschickten Paket; Mindestmengen sind nicht vorgesehen. Die Kosten für einen Bevollmächtigten können laut vorliegenden Einschätzungen mehrere hundert bis zu 2.000 Euro pro Land und Jahr betragen.
„Das Ziel, Verpackungen nachhaltiger zu gestalten und Abfälle zu reduzieren, ist richtig. Was nicht sein kann, ist, dass gerade kleine Unternehmen durch unverhältnismäßige Verwaltungsauflagen faktisch vom grenzüberschreitenden Handel abgehalten werden“, betont hds-Direktorin Sabine Mayr. „Der europäische Binnenmarkt muss den Betrieben Chancen eröffnen und darf nicht an neuer Bürokratie scheitern.“
Positiv bewertet der hds deshalb die jüngsten Signale aus Brüssel. Die EU-Kommission hat eine Vereinfachung vorgeschlagen, mit der insbesondere die Pflicht zur Benennung eines Bevollmächtigten für in der EU ansässige Unternehmen entschärft bzw. ausgesetzt werden soll. Parlament und Mitgliedstaaten müssen der Änderung noch zustimmen. Die Kommission drängt auf eine rasche Behandlung und hat die nationalen Behörden zugleich zu einem flexiblen und pragmatischen Vorgehen bei der Umsetzung aufgerufen.
„Die angekündigten Erleichterungen müssen jetzt rasch kommen und vor allem praxistauglich sein. Wer nur wenige Pakete im Jahr über die Grenze verschickt, darf nicht mit denselben Fixkosten und Verfahren belastet werden wie ein internationaler Versandkonzern“, so Mayr.
Der hds steht dazu mit seinem Dachverband Confcommercio in Rom sowie über dessen Vertretung auf europäischer Ebene in Brüssel in engem Austausch, um die Anliegen der Südtiroler Unternehmen einzubringen und konkrete Vereinfachungen einzufordern. Für den hds braucht es insbesondere verhältnismäßige Lösungen für kleine und mittlere Betriebe sowie möglichst einheitliche und einfache Verfahren innerhalb des EU-Binnenmarktes.




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