Von: Redaktion Südtirol News
Bozen – Mit der Produktgruppe „Fisch und Fischprodukte“ erweitert das Qualitätszeichen Südtirol seine Produktfamilie. Das neue Pflichtenheft für Produzenten regelt Herkunft, Aufzucht, Verarbeitung und Vermarktung. Es ist seit dem 6. September 2026 in Kraft.
Die Produktgruppe umfasst Lebendfische aus Aquakultur und Aquaponik, Süßwasserkrebse aus Aquakultur sowie ausgewählte verarbeitete Produkte. Die Einführung des Qualitätszeichens Südtirol für Fisch und Fischprodukte eröffnet Südtiroler Betrieben neue Perspektiven und stärkt dadurch die regionale Wertschöpfung. Durch gezielte Kampagnen werden Konsumentinnen und Konsumenten dazu animiert, einheimischen Fisch und Fischprodukte vermehrt auf den Speiseplan zu setzen.
Thomas Fill, Direktor der Abteilung Agrar bei IDM Südtirol, erläutert die Beweggründe dahinter: „Der neue Fischsektor zeigt, welches Potenzial in der konsequenten Weiterentwicklung der Südtiroler Qualitätsprodukte liegt. Klare Herkunft, verbindliche Standards und unabhängige Kontrollen schaffen Vertrauen und eröffnen regionalen Erzeugnissen zusätzliche Chancen am Markt.“
Das Qualitätszeichen Südtirol steht für geprüfte Qualität mit nachvollziehbarer Herkunft. Beim Fischsektor reicht dieser Anspruch von der Aufzucht über die Verarbeitung bis zur Vermarktung. Produkte dürfen das Zeichen nur tragen, wenn Betrieb und Produkt die im Pflichtenheft festgelegten Voraussetzungen erfüllen und die Nutzung vom Land Südtirol genehmigt wurde.
Zugelassenen Fischarten sind unter anderem Bach- und Regenbogenforelle, Bach- und Seesaibling, Flussbarsch, Zander, Renke, Äsche, Hecht, Schleie und Karpfen sowie der Europäische Flusskrebs.
Aquaponik verbindet Fischhaltung und Pflanzenbau in einem geschlossenen Wasser- und Nährstoffkreislauf; für diese Produktionsform sind zusätzlich Adriatischer Stör, Afrikanischer Raubwels und Nil-Tilapia erlaubt.
Zertifizierte Rohware kann als frischer ganzer Fisch, als Filet sowie geräuchert, mariniert oder in Öl eingelegt angeboten werden. Für jede Produktgruppe gelten eigene Anforderungen an Verarbeitung, Verpackung, Lagerung und Haltbarkeit. Frischer Fisch und naturbelassene Filets sind frei von Zusatzstoffen; Farbstoffe sind nicht erlaubt.
Bei der Aufzucht dürfen keine gentechnisch veränderten Futtermittel, Wachstumsförderer oder Hormone verwendet werden. Vorbeugende Arzneimittelgaben sind nicht zulässig.
Tierwohl, Schlachtung und Verarbeitung sind klar geregelt. Vor der Tötung müssen die Tiere zuverlässig und artspezifisch betäubt werden; der Transport von Lebendfischen hat stressarm zu erfolgen. Kurze Verarbeitungsfristen und eine durchgehende Kühlkette sichern die Produktqualität. Eine unabhängige, akkreditierte Kontrollstelle überprüft regelmäßig die Einhaltung der Qualitäts- und Herkunftsvorgaben.
Derzeit gibt es vier Markennutzer. Dazu zählen Betriebe aus Produktion, Aquaponik und Handel; weitere Fischzucht- und Aquaponik Betriebe haben Interesse bekundet.
„Unsere Salate und Kräuter tragen bereits seit zwei Jahren das Qualitätszeichen Südtirol. Nun möchten wir auch mit unserem Fisch die regionale Herkunft und unseren Qualitätsanspruch sichtbar machen. Das Zeichen schafft Vertrauen und hilft den Kunden, sich bewusst für Fisch aus Südtirol zu entscheiden. Mit unserer Aquaponik zeigen wir, wie sich regionale Fischaufzucht und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen verbinden lassen. Dass das Qualitätszeichen nun auch Fisch einschließt, ist für uns ein wichtiger Schritt, um dieses Produkt und seine Erzeuger in Südtirol stärker sichtbar zu machen“, erklärt Tobias Rautscher von Solos.
Fisch liefert hochwertiges Eiweiß und kann, abhängig von Fischart und Fütterung, zur Versorgung mit Vitamin D, Vitamin B12, Selen und langkettigen Omega-3-Fettsäuren beitragen. Regional erzeugter Fisch ist damit ein wertvoller Bestandteil eines abwechslungsreichen Speiseplans. Das Qualitätszeichen Südtirol verbindet diesen ernährungsphysiologischen Wert mit geprüfter Herkunft, nachvollziehbaren Produktionsbedingungen und regelmäßigen Kontrollen.




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