Jungwildrettung

SBB: “Drohnen sind im Anflug”

Mittwoch, 24. November 2021 | 22:56 Uhr

Bozen – In der Jungwildrettung werden Drohnen bereits eingesetzt. In anderen Bereichen der Land- und Forstwirtschaft könnten Multirotoren bald zum Standard werden. Wo ihr Einsatz Sinn macht und was dabei zu beachten ist, war Thema auf der SBB-Aktionsbühne auf der Agrialp.

„Es ist einiges im Kommen“, brachte es Astrid Weiss von der Abteilung Innovation & Energie im Südtiroler Bauernbund auf den Punkt. Versuche gebe es derzeit mit Leichtrobotern. Gegenüber Traktoren hätten sie den Vorteil, viel leichter zu sein und den Boden weniger zu verdichten. Zudem seien sie wendiger und auch für steileres Gebiet gut geeignet.

Das kurzfristig größte Potential aber haben Drohen, die in der Fachsprache übrigens Multirotoren heißen, war Michael Überbacher von Soleon überzeugt.  „Wir beschäftigen uns seit über zehn Jahren mit den Multirotoren. Sie wurden zuerst in der Filmindustrie und dann für Vermessungen aus der Luft eingesetzt. Aktuell geht die Entwicklung Richtung Landwirtschaft.“ Dort gebe es eine ganze Reihe von Einsatzmöglichkeiten, unterstrich Raffael Peer, der Landesobmann der Südtiroler Bauernjugend. „Multirotoren mit Wärmebildkameras werden bereits heute bei der Kitzrettung während des Mähens eingesetzt. Auch bei der Erstellung von Hagelnetzanlagen spielen Drohen eine Rolle.“ In Deutschland und Österreich bringen Multirotoren in landwirtschaftlichen Kulturen Nützlinge aus, ergänzte Überbacher. Interessant könnten die unbemannten Fluggeräte zukünftig bei der punktgenauen Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln oder bei der Überwachung der Pflanzengesundheit sein. Auch für die Düngung könnten Multirotoren zukünftig in die Luft steigen. Multirotoren werden die Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft erleichtern, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig.

Doch das Fliegen ist nur ein Teil des Ganzen. „Mit Drohnen lassen sich zudem viele Daten, etwa zur Pflanzengesundheit, sammeln und auswerten, um damit Pflanzenschutzmittel oder Dünger einzusparen oder die Bewässerung zu optimieren“, unterstrich Weiss, für die Multirotoren sowohl im Obst- und Weinbau als auch in der Berglandwirtschaft eingesetzt werden könnten.

Wer sich einen Multirotor anschaffen möchte, sollte sich zuerst gut informieren, riet Überbacher. Denn für etwas größere Fluggeräte, etwa für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln, müssten bis zu 15.000 Euro oder auch mehr auf den Tisch gelegt werden. Deutlich günstiger sind Drohnen zur Überwachung der Pflanzengesundheit. „Um Kosten zu senken, sollten Multirotoren gemeinschaftlich genutzt werden“, riet Weiss. Nicht zu vergessen: Um eine Drohne zu steuern, brauche es Knowhow und – je nach Gewicht und Einsatzort – auch einen Führerschein und eine entsprechende Registrierung.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer auf der SBB-Aktionsbühne, dass Drohnen zukünftig verstärkt in der Land- und Forstwirtschaft zum Einsatz kommen werden. Bis dahin müsse noch weiter geforscht werden, sagten Weiss und Peer.

Von: bba

Bezirk: Bozen

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