Kollmann hat wenig Verständnis

STF: “Wirtschaft soll sich um Einzelhandel kümmern, nicht um Sprachexperimente”

Donnerstag, 07. Juni 2018 | 18:11 Uhr

Bozen – Die Präsidentin der Dienstleister des Handels- und Dienstleistungszentrums Südtirol, Barbara Jäger, stellt in einem Zeitungsinterview mit Bedauern einen Rückgang der Sprachkompetenzen bei Mitarbeitern von Unternehmen fest. “Speziell um die deutsch-italienische Zweitsprachenkompetenz zu fördern, legt Frau Jäger den deutschsprachigen Mitarbeitern nahe, am Arbeitsplatz Italienisch zu sprechen – und umgekehrt. Oder sie denkt an die Einführung eines Italienisch-Tages, an dem einmal in der Woche alle Mitarbeiter Italienisch sprechen”, so die STF.

Wenig Verständnis für Frau Jägers Sorgen zeigt die Süd-Tiroler Freiheit. Cristian Kollmann, Landesleitungsmitglied der Bewegung, fragt: „Und an die Einführung eines Deutsch-Tages hat Frau Jäger nicht gedacht?“ Er erklärt: „Wenn schon, wäre ein solcher weitaus notwendiger! Frau Jäger tut nämlich so, als würden die Südtiroler die italienische Sprache schlechter beherrschen als die Italiener die deutsche. Genau das Gegenteil ist der Fall! Es ist doch gemeinhin bekannt, dass in den meisten Unternehmen, selbst wenn dort die Italiener in der Minderheit sind, die Südtiroler freiwillig mit ihren Kollegen Italienisch sprechen, und umgekehrt die Italiener mit ihren deutschen Kollegen kaum Deutsch! Italienisch ist in vielen Unternehmen bereits zur Lingua franca geworden. Dazu tragen auch die Sprache der Computerprogramme und die italienische Bürokratie bei. Das dies für die deutsche Minderheit gefährlich ist, liegt auf der Hand, doch der Wirtschaft, die am liebsten nur nach Rom blickt, fehlt es diesbezüglich an Sensibilität und Weitblick.“

Allerdings sei es, so Kollmann, „nicht Aufgabe der Wirtschaft, Sprachexperimente durchzuführen.“ Seine Forderung: „Unsere Wirtschaft sollte sich vielmehr gegen die Zersiedelung der Landschaft und gegen den Einzelhandel auf der grünen Wiese einsetzen. Sie soll es unterlassen, außerhalb der Ortszentren immer höher dimensionierte Handelsflächen zu errichten und landesfremde, des Deutschen unkundige, aber billige und niedrigqualifizierte Arbeitskräfte nach Südtirol zu holen, die dem Südtiroler Einzelhandel und damit auch der deutschen Minderheit enormen Schaden zufügen.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

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3 Kommentare auf "STF: “Wirtschaft soll sich um Einzelhandel kümmern, nicht um Sprachexperimente”"


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Marco schwarz
Marco schwarz
Grünschnabel
15 Tage 4 h
Ja der Kollmann! Jetzt sogar Wirtschaftsexperte. Anstatt dass wir es als Vorteil sehen, mehrere Sprachen zu sprechen, das u.a. auch zum gemeinsamen Zusammenleben wichtig ist, wird seit Jahren über: wer spricht deutsch, wer spricht italienisch, der Italiener muss Deutsch sprechen, der Südtiroler darf kein italienisch sprechen usw usw. diskutiert, anstatt den nötigen Weitblick zu haben, dass die Verwendung und Benutzung mehrerer Sprachen nur Vorteile mit sich bringt. Aber wenn keine anderen Argumente vorhanden dind, muss man sich halt an die alt hergebrachten hängen. Und wegen des Einzelhandels: Kollmann, schaut raus in “Euer” Österreich und sagt mir, wo der Einzelhandel besser… Weiterlesen »
Jo73
Jo73
Tratscher
14 Tage 14 h

Frau Jäger, dieser Vorstoß war ein krasses Eigentor. Ich sehe das so wie Kollmann. Die Italiener sollten mal einen Deutsch Tag in der Woche machen. Damit würden sie nämlich denen Respekt zollen, die in einer Region leben, deren Muttersprache nun mal deutsch ist. Das italienische ist durch eine Unrechtsgrenze zwangsweise eingeführt worden. Das sollte die gute Frau Jäger mal berücksichtigen.

nightrider
nightrider
Tratscher
14 Tage 16 h

Wenn man mit dem Kunden nicht kommunizieren kann, dann kann man auch nichts verkaufen.

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