Brennerachse, E-Mobilität und Energiepreise

Südtirol und Berlin über den Brennerverkehr

Donnerstag, 29. Oktober 2026 | 12:59 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen – Der vierte Gesetzgebungsausschuss des Südtiroler Landtages, zu dessen Zuständigkeiten das Transportwesen zählt, ist am heutigen Mittwoch, unter dem Vorsitz von Waltraud Deeg, zusammengetreten und hat dabei den Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages empfangen. Die Delegation, die sich derzeit auf Informationsreise befindet, wird vom Ausschussvorsitzenden Tarek Al-Wazir geleitet.

Im Mittelpunkt des Austauschs standen aktuelle Herausforderungen der Verkehrs- und Mobilitätspolitik, insbesondere die Situation entlang der Brennerachse, die nachhaltige Gestaltung von Mobilität sowie die wirtschaftlichen und energiepolitischen Rahmenbedingungen für den Verkehrssektor.

„Für uns Südtirolerinnen und Südtiroler ist das hohe Verkehrsaufkommen auf der Nord-Süd-Achse ein zentrales Thema. Damit verbunden ist die dringende Notwendigkeit, Verkehr zu verlagern, vor allem den Güterverkehr auf die Schiene”, betonte Ausschussvorsitzende Waltraud Deeg im Anschluss an das Treffen. Deshalb habe man darüber gesprochen, dass die rasche Realisierung der Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel sowie der Verladebahnhöfe entlang der Trasse von entscheidender Bedeutung seien. Nur so könne das Potenzial des Großprojekts voll ausgeschöpft und eine wirksame Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene erreicht werden.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Verkehr künftig nachhaltiger gestaltet werden kann. Deeg sprach sich dabei für eine Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und mehr Kostenwahrheit aus. „Es kann nicht sein, dass lokale Produkte teurer sind als Waren, die aufgrund von Förderungen und anderen Faktoren mehrfach quer durch Europa transportiert werden und am Ende dennoch günstiger angeboten werden können als die regionale Produktion”, erklärte die Vorsitzende.

E-Mobilität steht im Fokus

Thematisiert wurden im Zusammenhang mit der nachhaltigen Verkehrsgestaltung auch die wachsende Bedeutung der E-Mobilität sowie die Zukunft der Mobilität im Allgemeinen. Dabei ging es sowohl um die Herausforderungen der derzeit unter Druck stehenden deutschen Automobilindustrie als auch um die Auswirkungen auf Zulieferbetriebe in Südtirol. Nach Ansicht von Deeg müsste eine zukunftsfähige Verkehrspolitik auch den notwendigen Ausbau der Infrastruktur berücksichtigen: ausreichend verfügbare Energie aus erneuerbaren Quellen ebenso wie ein flächendeckendes Netz an Lademöglichkeiten.

Angesprochen wurden außerdem die steigenden Energie- und Kraftstoffpreise sowie deren Auswirkungen auf die Inflation. Von Interesse waren dabei u.a. die Strategien und Maßnahmen, die im Deutschen Bundestag in diesem Zusammenhang diskutiert werden, auch mit Blick auf den Haushalt 2027.

„Der Besuch bot Gelegenheit, gemeinsame Herausforderungen zu erörtern, Erfahrungen auszutauschen und die Zusammenarbeit in verkehrs- und mobilitätspolitischen Fragen über Ländergrenzen hinweg zu vertiefen”, unterstrich Deeg abschließend.

Am Treffen, das auf Vermittlung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Mailand stattfand, nahmen auch Generalkonsul Dirk Augustin sowie Natalie Schweitzer, Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in der Region Trentino-Südtirol, teil.

Bezirk: Bozen

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