Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und Klimaschutz

Südtirols neuer Plan für Abfallentsorgung

Freitag, 23. Oktober 2026 | 17:08 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen – Die bisherigen Pläne für Hausabfälle und für Sonderabfälle werden zusammengeführt und zudem durch einen Plan für die Altlastensanierung ergänzt: Das ist die wesentliche Neuerung des Vorschlags zum neuen „Landesplan für die Abfallwirtschaft und die Sanierung belasteter Standorte 2030″, der von der Landesregierung am 23. Oktober grünes Licht erhalten hat.

„Südtirol verfügt seit Jahren über eine leistungsfähige Abfallplanung. Künftig wird es ein neues, einheitliches Planungsinstrument geben, dessen Entwurf wir nun in der Landesregierung genehmigt haben”, betonte Umwelt-, Natur- und Klimaschutzlandesrat Peter Brunner bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Regierungssitzung.

Weniger Abfall, mehr Kreislaufwirtschaft

Den Fokus setzt der neue Landesplan auf die Abfallvermeidung und die Stärkung der Kreislaufwirtschaft. „Der Landesplan definiert die strategischen Leitlinien der Südtiroler Abfallwirtschaft bis zum Jahr 2030 und setzt unter anderem Ziele für die getrennte Sammlung, die Wiederverwendung und Verwertung von Abfällen sowie für eine weitere Senkung der Menge an deponierten Abfällen”, so Brunner, der bestätigte, dass der Plan auf einer positiven Ausgangslage aufbaue.

Hausabfälle, Sonderabfälle und Altlastensanierung

Wie der Direktor des Landesamtes für Abfallwirtschaft Giulio Angelucci erklärte, lag die getrennte Sammlung von Hausabfällen 2023 bei rund 69,5 Prozent: Ziel sei es, diese bis 2030 auf mindestens 72,7 Prozent auszubauen. „Zugleich wollen wir, dass der Müll nicht im Gleichschritt mit der Wirtschaft wächst”, so Angelucci. „Für jeden Euro, der in Südtirol erwirtschaftet wird, soll 2030 um fünf Prozent weniger Hausmüll anfallen als heute. Die Wirtschaft kann wachsen, der Müllberg soll es nicht im selben Maß.” Deponiert wurden 2023 lediglich rund 2,3 Prozent der Hausabfälle. Dieser Wert soll bis 2030 weiterhin auf unter fünf Prozent begrenzt werden. “Zudem sollen die Recycling- und Verwertungsquoten weiter gesteigert werden, von rund 53 bis 59 Prozent im Jahr 2023 auf rund 61 bis 65 Prozent im Jahr 2030”, erklärte der Amtsdirektor.

Für die Sonderabfälle gilt dasselbe Prinzip: Pro erwirtschaftetem Euro sollen bis 2030 um fünf Prozent weniger Sonderabfälle entstehen. Zudem soll die stoffliche und energetische Verwertung weiter ausgebaut werden. Besondere Schwerpunkte sind die Bau- und Abbruchabfälle, Elektro- und Elektronik-Altgeräte, die Behandlung der Klärschlämme sowie Abfälle aus Behandlungsprozessen.

Darüber hinaus sieht der Planentwurf gezielte Maßnahmen vor, um die Abfallproduktion zu verringern: „Angesetzt werden soll dabei vor allem bei den Lebensmittelabfällen, den Kunststoffverpackungen und Hygienetextilien”, berichtet Angelucci. „Parallel dazu sollen Wiederverwendungs-, Reparatur- und Recyclingstrukturen gefördert werden. Insgesamt wird eine Verringerung der Abfallproduktion um rund 13.200 Tonnen bis 2030 angestrebt.”

Erstmals beinhaltet der Landesplan auch ein eigenes Kapitel zur Sanierung belasteter Standorte. „Hier geht es darum, potenziell belastete Flächen systematisch zu erfassen, Sanierungsmaßnahmen zu priorisieren und die Wiedernutzung von belasteten Flächen zu fördern”, betont Angelucci.

Anpassung an staatliche und europäische Vorgaben

Die derzeitige Grundlage der Landesabfallplanung bilden das Abfallbewirtschaftungskonzept 2000 und die nachfolgenden Aktualisierungen sowie der Landesplan für Sonderabfälle aus dem Jahr 2017. Mit dem neuen Landesplan für Abfallwirtschaft passt sich das Land Südtirol an die Vorgaben des Nationalen Programms für die Abfallbewirtschaftung (PNGR) sowie an die aktuellen europäischen Zielsetzungen der Kreislaufwirtschaft und des Klimaschutzes an. Auf den Beschluss des Planentwurfs durch die Landesregierung folgt nun als nächster Schritt die Strategische Umweltprüfung (SUP), in deren Rahmen betroffene Institutionen und Interessensgruppen Stellung nehmen können.

Bezirk: Bozen

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