Von: mk
Bozen – Autofahrerinnen und Autofahrer in Südtirol bezahlen beim Tanken durchwegs mehr als im Trentino. Das geht aus den gestern veröffentlichten offiziellen Durchschnittspreisen des Ministeriums für Unternehmen und Made in Italy (MIMIT-Osservacarburanti) hervor. Besonders groß ist der Unterschied bei Methan mit einem Plus von 11,5 Prozent, gefolgt von GPL mit +8,9, Diesel mit +1,6 und Benzin mit +1,2 Prozent. Damit liegt Südtirol bei allen vier untersuchten Kraftstoffen über den Durchschnittspreisen der Nachbarprovinz Trient.
Der Verbraucherschutzverein Robin hat zusätzlich die fünf günstigsten und die fünf teuersten Tankstellen in den Provinzen Bozen und Trient für Benzin, Diesel sowie GPL-Flüssig- und Methangas ausgewertet. Insgesamt wurden 40 Preisvergleiche vorgenommen. Bewertet wurde jeweils, welche Provinz den günstigeren Niedrigstpreis und den günstigeren Höchstpreis aufweist. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Trient gewinnt das Preis-Derby mit 31:9 Punkten.
Die Analyse zeigt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher im Trentino deutlich häufiger von günstigeren Tankmöglichkeiten profitieren als in Südtirol. Gleichzeitig liegen auch die höchsten verlangten Preise in der Provinz Bozen vielfach über jenen im Trentino. Besonders auffällig ist, dass sich dieser Trend sowohl bei den günstigsten als auch bei den teuersten Angeboten zeigt. Die Preisunterschiede summieren sich im Laufe eines Jahres für Pendler, Familien und Unternehmen zu einer erheblichen finanziellen Mehrbelastung.
Die Untersuchung basiert ausschließlich auf den offiziellen Daten des Ministeriums für Unternehmen und Made in Italy (MIMIT) vom 22. Juli 2026. Für die Ermittlung der günstigsten und teuersten Tankstellen wurden die veröffentlichten Einzelpreise der Tankstellen in den Provinzen Bozen und Trient ausgewertet.
Robin-Geschäftsführer Walther Andreaus erklärt: „Die offiziellen MIMIT-Daten sprechen eine klare Sprache. Wer in Südtirol tankt, bezahlt im Durchschnitt mehr als im Trentino. Umso unverständlicher ist es, dass die Landesregierung diese Entwicklung seit Jahren tatenlos hinnimmt. Besonders enttäuschend ist das Verhalten von Wirtschaftslandesrat Marco Galateo. Er war nicht einmal bereit, auf unser Angebot zu reagieren, unsere Analysen anzuhören oder überhaupt zu beantworten. Wenn sich solche Preisunterschiede dauerhaft verfestigen, darf die Politik nicht länger einfach zuschauen.“
Andreaus verweist darauf, dass der Kraftstoffpreis für viele Haushalte und Betriebe ein wesentlicher Kostenfaktor sei. Deshalb müsse die Landesregierung die Ursachen der Preisunterschiede analysieren und gemeinsam mit den Marktteilnehmern nach Lösungen suchen, um den Wettbewerb zu stärken und die Mobilitätskosten zu senken. Robin ist jederzeit bereit, seine Erfahrungen und Analysen einzubringen. „Jetzt ist die Landesregierung gefordert, das Problem ernst zu nehmen und endlich aktiv zu werden“, so Andreaus.
Enorme Preisspannen zwischen günstigster und teuerster Tankstelle
Der Vergleich zeigt nicht nur Unterschiede zwischen den beiden Provinzen, sondern vor allem gewaltige Preisspannen innerhalb ein und desselben Kraftstoffs. Zwischen der günstigsten und der teuersten Tankstelle in Bozen und Trient liegen bei Diesel 37,6 Prozent, bei Benzin 36,3, bei Methan 42,9 und bei GPL sogar 45,0 Prozent.
Was das konkret bedeutet, zeigt eine einfache Rechnung: Bei einer Standardbetankung von 50 Litern zahlt man an der teuersten Tankstelle 36,15 Euro mehr für Diesel und 33,90 Euro mehr für Benzin als an der günstigsten – Geld, das sich allein durch die Wahl der richtigen Tankstelle sparen lässt.
Robin empfiehlt, vor dem Tanken kurz die tagesaktuellen Preise auf Osservaprezzi Carburanti (carburanti.mise.gov.it) zu vergleichen. Ein großer Umweg zur günstigsten Tankstelle lohnt sich dabei aber selten: Wer dafür viele Kilometer extra fährt, gibt die Ersparnis oft schon durch den zusätzlichen Sprit wieder aus. Der Vergleich zahlt sich vor allem dann aus, wenn die günstigere Tankstelle ohnehin am Weg liegt.




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