Packerln oft mit illegalen Produkten gefüllt

Temu macht nach Geldstrafe Zugeständnisse an EU

Montag, 26. Oktober 2026 | 14:50 Uhr

Von: importer

Der Onlinehändler Temu hat nach einer im Mai verhängten EU-Geldstrafe in Höhe von 200 Mio. Euro Zugeständnisse für eine bessere Überwachung der Risiken auf seiner Plattform gemacht. Temu habe zugesagt, bis Ende November einen detaillierten Risikobericht vorzulegen, teilte die EU-Kommission am Montag mit. Dabei geht es unter anderem um Algorithmen, die unsichere oder gesundheitsgefährdende Produkte bewerben. Temu will die Risikobewertungsmethodik verbessern, hieß es zur APA.

Temu muss nach dem EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) jährlich einen Risikobericht an die Kommission abliefern. Darin muss der Onlinehändler bewerten, wie viele gefährliche Produkte es auf seiner Plattform gibt, und darlegen, wie er dagegen vorgeht.

Große Zahl illegaler Produkte

In seinen Angaben ging Temu nach Angaben aus Brüssel bisher nur auf den Markt allgemein ein, nicht aber auf seine eigene Plattform. Testkäufer der Kommission fanden zahlreiche Produkte, die grundlegende Sicherheitschecks nicht bestanden. Temu habe die Zahl illegaler Produkte “deutlich unterschätzt”, befand die Kommission, und verhängte ein Bußgeld von 200 Millionen Euro.

Temu hat sich laut EU-Kommission nun bereiterklärt, die Risikobewertung auf seinem Marktplatz künftig auf aktuelle und verlässliche Daten zu stützen und genau auf den eigenen Dienst zuzuschneiden. Auch den eigenen Empfehlungsalgorithmus müsse das Unternehmen in diesem Zusammenhang prüfen. Bis Ende November soll ein vorläufiges Dokument für einen Zeitraum von sechs Monaten vorliegen. Für den aktualisierten Jahresbericht bekommt Temu demnach vier Monate Zeit.

Mit belastbaren Kennzahlen soll das Unternehmen belegen, ob seine Schutzmaßnahmen die Verbreitung illegaler Produkte tatsächlich verringert. Zudem muss Temu offenlegen, wo automatische und manuelle Kontrollen von Angeboten der Händler auf dem Online-Marktplatz an Grenzen stoßen. Schließlich muss der Konzern untersuchen, wie Händler die Funktionen der Plattform gezielt ausnutzen, um illegale Angebote zu verbreiten.

Sollte die Europäische Kommission entscheiden, dass Temu nicht genug zur Einhaltung der EU-Regeln tut, könnte sie nach der Millionenstrafe aus dem Mai auch tägliche Strafzahlungen für das chinesische Unternehmen anordnen. Das Verfahren gegen Temu läuft bereits seit knapp zwei Jahren.

Temu: Risikobewertungsmethodik wird verbessert

Man begrüße die Zustimmung der Europäischen Kommission zu einem “Aktionsplan von Temu bezüglich der Pflichten zur Risikobewertung im Rahmen des DSA”, schrieb ein Temu-Unternehmenssprecher in einer schriftlichen Stellungnahme an die APA zum laut EU-Kommission zugesagten detaillierten Risikobericht. Man schätze den “konstruktiven Austausch mit der Kommission während des gesamten Prozesses”. Der Plan verbessere die Risikobewertungsmethodik, die seit Inkrafttreten der Pflichten des DSA 2024 “maßgeblich weiterentwickelt” worden sei.

Das Vorhaben sei “ein deutlicher Beleg für das Engagement von Temu, in eine robuste Compliance-Infrastruktur zu investieren, um eine sichere und vertrauenswürdige Einkaufsumgebung für alle Nutzerinnen und Nutzer in der EU zu gewährleisten”, so der Sprecher im Statement. Auf die von der Kommission genannten Fristen ging er nicht ein.

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