Brenner-Mobilitätsgipfel

Unternehmerverband: “Verbote sind keine Alternative “

Freitag, 08. Juni 2018 | 17:43 Uhr

Bozen – Am 12. Juni steht in Bozen der Gipfel zwischen Italien, Österreich und Deutschland über die Mobilität auf der Brennerstrecke auf dem Programm. „Wir erwarten uns, dass dabei über Lösungen und nicht über Verbote diskutiert wird“, so Stefan Pan, Confindustria-Vizepräsident und Präsident der Industriellenvereinigung der Region Trentino Südtirol, sowie der Präsident der Confindustria Trient, Enrico Zobele und der Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol, Federico Giudiceandrea.

„Um eine nachhaltige Antwort auf die Herausforderungen im Bereich der Mobilität zu finden, gilt es beim Personen- und Warentransport auf umweltverträgliche Lösungen zu setzen. Dieses Ziel erreicht man nicht durch Verbote, die den Transport nicht reduzieren, sondern ihn einzig ineffizienter gestalten und dadurch zusätzliche Kosten und Umweltbelastungen erwirken. Wir müssen auf innovative Lösungen setzen. Unsere Betriebe investieren in einen immer moderneren Fuhrpark, die Lkw der neuesten Generation sind immer umweltfreundlicher. Wir müssen diese Anstrengungen unterstützen und diese Erneuerung auch im Bereich der Pkw vorantreiben, die den Großteil des Transitverkehrs über den Brenner ausmachen“, so die drei Präsidenten.

„Die Erreichbarkeit und Öffnung sind für unsere Region besonders wichtig: wenn wir neue Barrieren schaffen, so setzen wir unseren Wohlstand aufs Spiel“, warnen Pan, Zobele und Giudiceandrea. Die wiederholten Verbote in Tirol sorgen für einen unlauteren Wettbewerb (das sektorale Fahrverbot gilt nicht für Tiroler Transporteure und die Kontingentierung der Lkw trifft insbesondere jene, die durch Tirol durchfahren müssen, wie die Transporteure aus Südtirol und Trient) und sind oftmals kontraproduktiv: das Nachtfahrverbot z.B. erlaubt keinen flüssigen Verkehrsverlauf, wodurch der Schwerverkehr auf die Tagesstunden konzentriert wird.

Die Unternehmervertreter der Industrie aus Südtirol und dem Trentino laden zudem dazu ein, sich kurzfristig keine falschen Erwartungen von der Verlegung des Warentransports auf die Schiene zu machen: „Dieses Ziel verfolgen wir alle. Derzeit gibt es auf der Brennerstrecke aufgrund der unzureichenden Infrastrukturen jedoch nicht die dafür notwendigen Kapazitäten, um den Warentransport auf der Schiene in dem von uns allen gewünschten Ausmaß zu potenzieren. Damit dies möglich wird, muss das Bahnnetz ausgebaut werden und ein wettbewerbsfähiges Angebot entstehen: der Brennerbasistunnel wird dafür eine ausschlaggebende Rolle spielen.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

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