Festival der Regionen

Walcher fordert sichere Agrarförderungen und mehr regionalen Spielraum ­

Dienstag, 27. Oktober 2026 | 11:03 Uhr

Von: Redaktion Südtirol News

Florenz – Die Zukunft der europäischen Agrarpolitik stand am 26. Oktober im Mittelpunkt der Sitzung der Kommission für Agrarpolitik (Commissione Politiche Agricole CPA) in Florenz. Im Rahmen des Festivals der Regionen beriet Landesrat Luis Walcher mit den Landwirtschaftsassessoren der italienischen Regionen und autonomen Provinzen über die künftige Ausrichtung der Agrarpolitik. Zentrales Thema war die Gemeinsame Agrarpolitik GAP für den Zeitraum 2028–2034. Landesrat Walcher forderte eine verlässliche Finanzierung und mehr Entscheidungsfreiheit für die Regionen und autonomen Provinzen bei der Gestaltung der Agrarförderungen.

“Südtirols kleinstrukturierte Berglandwirtschaft braucht andere Fördermaßnahmen als große Betriebe in der Poebene. Das kann nicht zentral in Rom entschieden werden. Deshalb müssen die Regionen wieder mehr Entscheidungsfreiheit erhalten, um ihre Landwirtschaft gezielt und bedarfsgerecht fördern zu können”, betont Landesrat Walcher. Für Südtirol müsse dies auch im Einklang mit der ausschließlichen Gesetzgebungskompetenz im Bereich der Landwirtschaft stehen, die durch die jüngste Autonomiereform erneut ausdrücklich bestätigt wurde. Gleichzeitig brauche es ausreichend finanzielle Mittel für die Landwirtschaft, um die bäuerlichen Betriebe bei Investitionen, beim Generationenwechsel und bei der Anpassung an den Klimawandel gezielt zu unterstützen.

Auch über umweltpolitische Fragen, insbesondere das Verhältnis zwischen Naturschutz und landwirtschaftlicher Bewirtschaftung, die zunehmenden Schutzauflagen sowie der Umgang mit Großraubtieren, wurde beraten. Gegenüber Umweltminister Gilberto Pichetto Fratin, der an der Sitzung teilnahm, äußerte Walcher insbesondere Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit dem Wolf. “Die ersten Zugeständnisse bei der Entnahme von Wölfen sind ein Schritt in die richtige Richtung, reichen aber nicht aus, um unsere traditionelle Almwirtschaft langfristig zu sichern. Hier braucht es weitere konkrete Maßnahmen”, forderte Walcher.

Die Gemeinsam Agrarpolitik GAP des Zeitraums 2028 bis 2034 wird derzeit auf europäischer Ebene verhandelt. Im Mittelpunkt stehen die künftige Finanzierung und die geplante Zusammenführung verschiedener EU-Förderprogramme in einem gemeinsamen Fonds. In Florenz erfolgte dazu eine erste Aussprache über die spätere Umsetzung in Italien. Dabei werde entscheidend sein, dass die unterschiedlichen Bedingungen der Landwirtschaft in den Regionen berücksichtigt werden und diese genügend Spielraum für gezielte Fördermaßnahmen erhalten, unterstreicht Landesrat Walcher abschließend.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 2 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen