Von: Lukas Unterkofler
Bozen – Nach dem heißen und trockenen Sommer wird erneut über zusätzliche Speicherbecken für die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen diskutiert. Die Umweltorganisation “unserwald_ilnostrobosco” warnt jedoch davor, dafür Waldflächen heranzuziehen. Der Wald spiele eine zentrale Rolle für den Wasserhaushalt und müsse als natürliche Ressource geschützt werden.
Grundsätzlich könne die Errichtung von Speicherbecken dort sinnvoll sein, wo sie mit anderen Nutzungen vereinbar sei, heißt es in der Stellungnahme. Geeignet seien insbesondere Standorte im Landwirtschaftsgebiet. Größere Speicherbecken würden das Gelände hingegen stark verändern, versiegeln und zusätzliche Eingriffe für Zufahrten und Leitungen erfordern.
Wälder seien für die Regulierung des Wasserhaushalts besonders wichtig. Sie könnten bei Starkregen große Wassermengen aufnehmen und zurückhalten. In Trockenperioden werde das Wasser anschließend langsam über Verdunstung, Quellen und Bäche wieder abgegeben. Speicherbecken im Wald könnten deshalb nicht nur die betroffenen Flächen zerstören, sondern auch den angrenzenden Wald und dessen Funktion für den Wasserhaushalt beeinträchtigen.
Auch die Nutzung von Starkregen zur Wassergewinnung sei grundsätzlich möglich – allerdings vor allem dort, wo das zusätzliche Wasser möglichst wenig mit Geschiebe und anderen Verunreinigungen belastet sei. Der Wald könne dabei als natürlicher Puffer wirken. Wo diese Funktion nicht ausreiche, seien aufwendigere Wasserfassungen und zusätzliche Absetzbecken notwendig.
Kritisch äußert sich die Organisation zudem zur Forderung nach schnelleren Genehmigungsverfahren. Die Auswirkungen auf die Umwelt müssten weiterhin sorgfältig geprüft werden. Dafür brauche es ausreichend Personal bei den zuständigen Behörden. Teilweise würden Projekte von geringer Qualität eingereicht, wenn sich Interessensgruppen möglichst schnell Wasserrechte sichern wollten – entsprechende Verzögerungen bei der Genehmigung seien dann gerechtfertigt.
Wasserspeicherung könne unterstützt werden, lautet das Fazit, wenn dabei natürliche und gemeinschaftliche Ressourcen respektiert werden.




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