Aufruf zur Solidarität: Knapp die Hälfte der Hungernden lebt in Afrika

Wasser und Bildung als Schlüssel im Kampf gegen den Hunger

Dienstag, 28. Juli 2026 | 17:33 Uhr

Von: som

Bozen – Afrika bleibt das Epizentrum des Hungers: Dort leben inzwischen 48 Prozent aller weltweit hungernden Personen. Klimawandel, Dürren und andere Krisen verschärfen die Situation zusätzlich. Mit der Kampagne „Hunger macht keine Ferien” macht die Caritas auf nachhaltige Lösungen aufmerksam: Investitionen in Bildung und den Zugang zu Wasser schaffen die Grundlage für Ernährungssicherheit und langfristige Entwicklung.

Laut jüngstem Ernährungsbericht der Vereinten Nationen geht der Hunger weltweit leicht zurück, in Afrika indes verschärft sich die Situation. Besonders betroffen ist Ostafrika, wo langanhaltende Dürren und extreme Wetterereignisse die Landwirtschaft zunehmend unter Druck setzen. Die Folgen sind Ernteausfälle, steigende Lebensmittelpreise und ein erschwerter Zugang zu Nahrung für Millionen Menschen.

„Wo Wasser fehlt, gehen Ernten verloren und verenden Tiere. Viele Menschen verlassen deshalb ihre Heimat und ziehen in die Randgebiete der Städte, wo sie oft in neuer Armut landen”, sagt Caritas-Direktorin Beatrix Mairhofer. „Mit unseren Projekten setzen wir bei den Ursachen des Hungers an und leisten dort Unterstützung, wo sie am dringendsten gebraucht wird.” Gleichzeitig appelliert Mairhofer an die Südtiroler Bevölkerung, die internationalen Hilfsprojekte der Caritas zu unterstützen.

„In Kenia, wo wir im März auf Projektbesuch waren, sind die Folgen des Klimawandels deutlich spürbar: Auf lange Dürreperioden folgen immer häufiger heftige Regenfälle und Überschwemmungen, die ganze Wohnviertel verwüsten, besonders in den ärmsten Gegenden Nairobis”, erklärt Caritas-Direktorin Mairhofer. „Mit Schulausspeisungen, Wasserprojekten und sozialpädagogischer Unterstützung schaffen wir konkrete Perspektiven für Kinder und Familien sowohl in entlegenen Dörfern als auch in den urbanen Armutsvierteln.”

Wasser als Schlüssel zur Ernährungssicherheit

Für Millionen Menschen in den Ländern Subsahara-Afrikas ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. Viele Familien sind auf unsichere oder weit entfernte Wasserquellen angewiesen. Um die Wasserversorgung nachhaltig zu verbessern, setzt die Caritas gezielt auf Wasserprojekte.

„Im vergangenen Jahr haben wir Brunnen im Kongo, in Uganda und in Kenia errichtet”, erklärt Sandra D’Onofrio, Leiterin des Dienstes für Internationale Zusammenarbeit der Caritas. „In Kenia haben wir zudem Regenwassersammelanlagen installiert. Das gesammelte Wasser wird aufbereitet und als Trinkwasser genutzt oder für die Bewässerung gemeinschaftlicher Landwirtschaftsprojekte eingesetzt.”

Das Engagement der Caritas reicht auch in andere Regionen des Kontinents. „In Mosambik fördern wir solarbetriebene Bewässerungssysteme im agroforstwirtschaftlichen Bereich, in Äthiopien unterstützen wir umweltfreundliche Lösungen zur Abwasseraufbereitung”, so D’Onofrio weiter. „Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Verbreitung von Krankheiten einzudämmen, die insbesondere für Kleinkinder lebensbedrohlich sein können. Gleichzeitig stärken sie die örtlichen Gemeinschaften und helfen, Abwanderung und Landflucht entgegenzuwirken.”

Wasser sorgt nicht nur für bessere Hygiene und Gesundheit, sondern auch für mehr Ernährungssicherheit. Es ermöglicht Schulgärten, kleine Tierhaltung und damit Arbeitsplätze für eine bessere Lebensmittelversorgung vor Ort. Viele Wasserprojekte der Caritas entstehen in der Nähe von Schulen, die so zu wichtigen Zentren für die gesamte Gemeinschaft werden.

Schule als Schutz vor Hunger und Mangelernährung

In ländlichen Regionen ebenso wie in den Armutsvierteln afrikanischer Großstädte ist die Schule weit mehr als ein Ort des Lernens: Sie bietet Kindern Schutz, Stabilität und oft auch eine der wenigen verlässlichen Mahlzeiten des Tages. „Der Schulbesuch bedeutet für Kinder nicht nur Bildung, sondern auch Sicherheit, eine ausgewogene Ernährung und bessere Zukunftsperspektiven”, erklärt Sandra D’Onofrio, Leiterin des Dienstes für Internationale Zusammenarbeit der Caritas. „Mit unseren Schulspeisungsprogrammen ermöglichen wir mehr als 72.000 Kindern täglich mindestens eine nahrhafte Mahlzeit. Das ist eine wichtige Unterstützung für besonders vulnerable Familien und zugleich ein Anreiz für den regelmäßigen Schulbesuch.”

Um die Qualität der Ernährung zu verbessern, achtet die Caritas auf ausgewogene Mahlzeiten mit ausreichend Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Damit trägt sie auch dazu bei, den sogenannten „verborgenen Hunger” zu bekämpfen. Gemeint ist damit eine Form der Mangelernährung, die durch das Fehlen lebenswichtiger Mikronährstoffe entsteht und die körperliche wie geistige Entwicklung von Kindern beeinträchtigen kann.

„In die Schule zu investieren bedeutet, Kinder nicht nur heute zu ernähren, sondern sie auch langfristig vor Mangelernährung und Armut zu schützen”, betont D’Onofrio. „Bildung verbessert die Gesundheit, eröffnet neue Perspektiven und vermittelt Kompetenzen, die den Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben und bessere wirtschaftliche Chancen legen.”

Solidarität in den Pfarreien durch lautes Glockenläuten

Auch heuer beteiligen sich die Südtiroler Pfarrgemeinden auf Einladung der Diözese an der Caritas-Kampagne „Hunger macht keine Ferien”. Als Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen in Afrika werden am Freitag, 7. August, um 15 Uhr in den Pfarrgemeinden des Landes die Kirchenglocken besonders kraftvoll und laut läuten. Die gemeinsame Aktion soll zum Gebet für die von Hunger, Armut und den Folgen der Klimakrise betroffenen Menschen aufrufen und zugleich ein sichtbares Zeichen der Solidarität setzen.

Wie Irene Obexer, Leiterin des diözesanen Amtes Missio, betont, soll die gemeinsame Initiative nicht nur zum Gebet für Menschen aufrufen, die von Hunger, Armut und den Folgen des Klimawandels betroffen sind, sondern auch das Bewusstsein für ihre Situation stärken. „Unsere Pfarrgemeinden und die Menschen in den Missionsgebieten verbindet ein gemeinsames Anliegen: das Recht auf ein Leben in Würde und Gerechtigkeit. Mit der Unterstützung der Caritas-Kampagne setzen wir ein Zeichen dafür, dass Solidarität keine Grenzen kennt.”

Hilfe, die ankommt: auf dem Land und in den Städten

Mit einer Spende im Rahmen der Caritas-Kampagne „Hunger macht keine Ferien”, die von der italienischen Bischofskonferenz und privaten Sponsoren finanziert wird, können Menschen in Afrika konkret unterstützt werden, sei es in abgelegenen Dörfern als auch in den Armutsvierteln der Großstädte. Wer helfen möchte, kann unter dem Kennwort „Hunger in Afrika” spenden oder die Projekte mit einer sog. „Hunger-Patenschaft” von 9 Euro monatlich begleiten. Jede Spende trägt dazu bei, Kindern und Familien bessere Zukunftsperspektiven zu eröffnen.

  • 5 Euro schenken einem Kind jeden Tag sauberes und frisches Wasser.
  • 40 Euro finanzieren einem Kind ein Jahr lang eine nahrhafte Mahlzeit in der Schule.
  • 50 Euro helfen Eltern, ein kleines Einkommen aufzubauen und ihrer Familie neue Perspektiven zu eröffnen.

Die Spendenkonten der Caritas Diözese Bozen-Brixen:

Raiffeisen Landesbank, IBAN: IT42 F0349311600000300200018;

Südtiroler Sparkasse, IBAN: IT17 X0604511601000000110801;

Südtiroler Volksbank, IBAN: IT12 R0585611601050571000032.

Intesa Sanpaolo, IBAN: IT18 B0306911619000006000065

Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten finden sich unter Caritas Bozen.

Bezirk: Bozen

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