Von: Redaktion Südtirol News
Bozen – Die zwei peripheren Gebiete, die im Rahmen der Nationalen Strategie für Binnengebiete (SNAI) in Südtirol ausgewählt wurden, erhalten jeweils vier Millionen Euro vom Staat, um Investitionen zu tätigen. Die Landesregierung hat am 11. September den dafür ausgearbeiteten Strategien zugestimmt und Landeshauptmann Arno Kompatscher dazu ermächtigt, die Rahmenprogrammabkommen für die Gebiete “Ultental-Oberes Nonstal-Tisens und Lana” sowie den “Oberen Vinschgau” abzuschließen. Für Europa-Landesrätin Magdalena Amhof erfolgt damit ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Lebensqualität und Aufwertung dieser Landesteile.
“Diese Mittel sind ein wichtiges Signal für unsere Binnengebiete. Die SNAI-Mittel ermöglichen gezielte Investitionen dort, wo Herausforderungen besonders spürbar sind, und tragen dazu bei, die Zukunftsfähigkeit unserer ländlichen Räume zu sichern”, sagt Amhof. Bei den für Südtirol ausgewählten Binnengebieten handelt es sich um abgelegene, ländliche Räume, die über einen eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Diensten verfügen.
Partizipativer Ansatz wird großgeschrieben
“Damit die Mittel auch wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden und in Projekte fließen, die einen Mehrwert für die lokale Bevölkerung bringen, wurden die beiden Bezirksgemeinschaften Burggrafenamt und Vinschgau als federführende Behörden bestimmt. Die Strategien für die beiden Gebiete wurden im Rahmen eines partizipativen Prozesses ausgearbeitet”, berichtet Martha Gärber, die Direktorin der Landesabteilung Europa.
Wohnortnahe Versorgung, bessere Anbindung, Investitionen in Bildung
Im Gebiet Ultental, Oberes Nonstal, Tisens und Lana fließen die Gelder vor allem in die Stärkung der wohnortnahen Gesundheits- und Sozialdienste, etwa durch die Einrichtung eines Gesundheitsstützpunktes in St. Walburg, die Ausstattung von Ambulatorien mit medizinischen Geräten, ein Tageszentrum für ältere Menschen sowie Angebote für Jugendliche. Daneben sind Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilität vorgesehen, darunter intermodale Mobilitätsangebote, zusätzliche Schüler- und Rufbusdienste sowie verschiedene Projekte zur Verkehrssicherheit. Auch Schulen werden durch neue Ausstattungen und bauliche Verbesserungen gestärkt.
Im Oberen Vinschgau konzentrieren sich die Investitionen auf die Bereiche Bildung, Mobilität, Wohnen und soziale Dienste. Zu den wichtigsten Vorhaben zählen die Sanierung der “Abenteuerschule” in Graun, der Bau einer Schulmensa in Glurns, neue Fuß- und Radwegverbindungen sowie Brückenprojekte zur besseren Erreichbarkeit der Gemeinden. Ein zentrales Sozialprojekt ist die Schaffung neuer Wohn- und Betreuungsangebote im Rahmen der “Wohnassistenz Plus” in Prad am Stilfserjoch.
Zum Binnengebiet “Ultental, oberes Nonstal, Tisens, Lana” gehören die sieben Gemeinden Ulten, St. Pankraz,
Unsere Liebe Frau im Walde – St. Felix, Laurein, Proveis, Tisens und Lana, zum Gebiet “Oberer Vinschgau” die acht Gemeinden Graun, Mals, Taufers im Münstertal, Glurns, Schluderns, Stilfs, Prad am Stilfserjoch und Martell.
Zu den insgesamt acht Millionen an staatlichen Mitteln kommt eine Kofinanzierung in mindestens gleicher Höhe, die neben EU-Mitteln auch durch Landesgelder gedeckt wird.
Mit dem Beschluss der Landesregierung kann nun das Rahmenprogrammabkommen (APQ) unterzeichnet werden, mit dem von den zuständigen Ministerien, dem Land Südtirol und den Bezirksgemeinschaften die genauen Umsetzungsmodalitäten vereinbart werden.




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