Von: Sophia Molitor
Meran – Die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen bleibt für viele Meraner Betriebe eine zentrale Zukunftsfrage. Bei einem Treffen zwischen Gemeinde und lvh wurde erörtert, wie das Kasernenareal und andere Entwicklungsmöglichkeiten dazu beitragen können, den Wirtschaftsstandort Meran langfristig zu stärken.
Im Rahmen eines Treffens zwischen Gemeindereferentin Barbara Hölzl, dem lvh-Ortsobmann von Meran Wolfgang Töchterle, dem lvh-Bezirksobmann im Burggrafenamt Mathias Piazzi, lvh-Direktor Walter Pöhl sowie der lvh-Koordinatorin der Berufe Zoia Reiterer, wurden die aktuellen Ausgangslagen detailliert besprochen. Im Fokus des Austauschs standen die begrenzten Erweiterungsmöglichkeiten für bestehende Betriebe sowie die Perspektiven für eine wirtschaftliche Nutzung des ehemaligen Kasernenareals.

Derzeit stehen den Meraner Handwerks- und Kleinbetrieben nur wenige Möglichkeiten zur Verfügung, ihre Standorte zu erweitern oder neue Betriebsflächen zu erwerben. Um den tatsächlichen Bedarf der Unternehmen zu erheben, hatte der lvh bereits im Vorfeld eine Umfrage unter den Betrieben durchgeführt. Die daraus gewonnenen Daten könnten nun eine wichtige Grundlage für die weitere Planung künftiger Gewerbeflächen bilden.
Planungsarbeiten für den ehemaligen Kasernenareal
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem ehemaligen Kasernenareal. Nach aktuellem Stand soll Anfang des kommenden Jahres die konkrete Planungsphase für die Entwicklung des Gebietes beginnen. Bis das Areal endgültig in das Eigentum der Gemeinde übergeht, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Der Zeithorizont für die vollständige Entwicklung wird auf rund zehn Jahre geschätzt.
„Das Kasernenareal bietet eine große Chance für die Zukunft Merans. Da dort keine Wohnbebauung vorgesehen ist, verfügen wir über einen erheblichen Gestaltungsspielraum, um eine nachhaltige und wirtschaftlich sinnvolle Nutzung zu entwickeln. Unser Ziel ist es, das Areal zu beleben und dabei die Bedürfnisse der Stadt und ihrer Betriebe bestmöglich zu berücksichtigen“, betonte Gemeindereferentin Barbara Hölzl.
Aus Sicht des lvh ist es entscheidend, die vorhandenen Möglichkeiten konsequent im Sinne der heimischen Betriebe zu nutzen. „Viele Unternehmen suchen nach Entwicklungsperspektiven und geeigneten Flächen für Wachstum und Investitionen. Gerade deshalb ist es wichtig, die vorhandenen Spielräume zu nutzen und zusätzliche Gewerbeflächen zu schaffen. Davon würden sowohl die Gemeinde als auch die ansiedlungswilligen Betriebe profitieren“, erklärte Mathias Piazzi, lvh-Bezirksobmann im Burggrafenamt.
Piazzi regte zudem an, mehrere interessierte Betriebe frühzeitig zusammenzubringen, um gemeinsame Lösungen und mögliche Synergien bei der zukünftigen Nutzung des Areals zu prüfen.
Wirtschaftsdaten sollen als Grundlage für weitere Entscheidungen dienen
Auch die Bedeutung belastbarer Datengrundlagen für die zukünftige Entwicklung wurde hervorgehoben. Die Ergebnisse der lvh-Bedarfserhebung sollen deshalb in die weiteren Überlegungen einfließen. Zu diesem Thema soll es zudem eine weitere Abstimmung mit der Meraner Bürgermeisterin geben. lvh-Ortsobmann Wolfgang Töchterle ist seit vielen Jahren in regelmäßigem Austausch mit der Gemeindeverwaltung und hofft auch in dieser Thematik ein offenes Ohr zu finden.
„Verlässliche und aktuelle Wirtschaftsdaten sind von entscheidender Bedeutung, da sie die Grundlage für fundierte Entscheidungen und eine zielgerichtete Planung bilden. Gerade im Rahmen des Gemeindeentwicklungsplans müssen die Interessen der Betriebe frühzeitig berücksichtigt werden. Deshalb begrüßen wir den konstruktiven Austausch mit der Gemeinde und werden die Gespräche gemeinsam mit der Bürgermeisterin und den zuständigen Technikern fortsetzen“, unterstrich Walter Pöhl, Direktor des lvh.
Im Rahmen des Treffens wurden darüber hinaus weitere Anliegen der Betriebe angesprochen. Diskutiert wurden unter anderem die derzeit langen Bearbeitungszeiten bei Genehmigungen für Baustellenzufahrten sowie die Nutzung öffentlicher Flächen für Bauarbeiten und Anlieferungen. Die Gemeindereferentin kündigte an, bestehende Regelungen zu überprüfen und mögliche Verbesserungen auszuloten. Dazu sollen auch Beispiele aus anderen Städten wie Bozen und Brixen analysiert werden.
Ein weiteres Thema war die zukünftige Verkehrs- und Parkplatzsituation im Bereich der neuen Kasernengarage. Geplant sind dort rund 600 Stellplätze. Gleichzeitig soll geprüft werden, wie ausreichende Halte- und Abstellmöglichkeiten für Handwerksbetriebe und Lieferdienste geschaffen werden können.
Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, den Dialog fortzusetzen und gemeinsam daran zu arbeiten, die Entwicklungsmöglichkeiten für die Meraner Betriebe langfristig zu verbessern.




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