Stimmung auf hohem Niveau

WIFO-Wirtschaftsbarometer Frühjahr 2017: Verarbeitendes Gewerbe

Freitag, 21. April 2017 | 10:52 Uhr

Bozen – Die Stimmung im Südtiroler verarbeitenden Gewerbe bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Dies zeigt die jüngste Konjunkturerhebung des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen. Die Ertragslage im Jahr 2016 war für 87 Prozent der Unternehmer und Unternehmerinnen dieses Sektors befriedigend und für das laufende Jahr gehen mehr als neun von zehn Wirtschaftstreibenden von einem positiven Betriebsergebnis aus.

Ertragslage im Verarbeitenden Gewerbe

Die Frühjahrsausgabe des Wirtschaftsbarometers zeigt ein gutes Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe. Laut Umfrage war die Ertragslage im Jahr 2016 für 87 Prozent der Unternehmen zufriedenstellend und für das laufende Jahr haben sogar 96 Prozent positive Erwartungen. Somit bessert sich die Stimmung das vierte Jahr in Folge. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass die Bewertungen zur Ertragslage eher auf „befriedigend“ lauten als auf „gut“.

Der Grund für diese positive Stimmung im verarbeitenden Gewerbe ist vor allem die günstige Umsatzentwicklung. Im Jahr 2016 konnten die meisten Unternehmen Ihr Geschäftsvolumen steigern. Der lokale Südtiroler Markt entwickelte sich positiv und auch mit der Kundschaft aus anderen italienischen Provinzen konnte ein Umsatzplus erzielt werden. Vor allem mit den ausländischen Märkten sind die Wirtschaftstreibenden sehr zufrieden. Die Südtiroler Exporte beliefen sich auf über 4,4 Milliarden Euro. Dies ist ein neuer Höchstwert und entspricht einer Zunahme von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für 2017 erwarten die Unternehmen weiterhin wachsende Umsätze und eine leichte Steigerung der Verkaufspreise.

Die Aussagen der Unternehmen bezüglich der betrieblichen Wettbewerbsfähigkeit deuten auf Stabilität. Die Kostenentwicklung und die Zahlungsmoral der Kunden werden derzeit weniger kritisch bewertet als in den vergangenen Jahren. Bei den Investitionen gab es bereits 2016 ein leichtes Plus. Dies dürfte sich auch 2017 fortsetzen, vor allem was den Ankauf von neuen Maschinen betrifft. Auch die Beschäftigung dürfte heuer weiter wachsen.

Unter den verschiedenen Branchen des verarbeitenden Gewerbes zeigen die Metallverarbeitung, der Maschinen- und Anlagenbau sowie der Nahrungsmittelsektor ein sehr gutes Geschäftsklima. Auch in der Produktion von Baumaterialien herrscht wieder Optimismus, während es im Bereich Druck und Graphik weiterhin einige Schwierigkeiten gibt.

Handelskammerpräsident Michl Ebner freut sich über die gute Stimmung und unterstreicht die wesentliche Rolle der Exportwirtschaft: „Südtirols Unternehmen sind auf den internationalen Märkten erfolgreich und profitieren vom europäischen Binnenmarkt und von den internationalen Handelsabkommen. Diese sollen auch in Zukunft bewahrt und weiterentwickelt werden.“

Anmerkung: Das verarbeitende Gewerbe umfasst alle Tätigkeiten, welche mit der Herstellung von Waren verbunden sind, wie zum Beispiel die Produktion von Nahrungsmitteln, Textilien und Bekleidung, Holzgegenständen und Möbeln, chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen, Kunststoffwaren, Metallerzeugnissen, Maschinen, Geräten, Fahrzeugen usw. In Südtirol beschäftigt dieser Sektor circa. 33.200 Personen.

Weitere Auskünfte erteilt das WIFO, Ansprechpartner Georg Lun, Tel 0471 945 708, E-Mail: georg.lun@handelskammer.bz.it oder Luciano Partacini, Tel. 0471 945 700, E-Mail: luciano.partacini@handelskammer.bz.it.

Die Stellungnahmen der Vertreter der Wirtschaftsverbände

Claudio Corrarati, Präsident CNA-SHV: „Die erneut positive Lage im verarbeitenden Gewerbe ist auch und vor allem der Kompetenz und Professionalität unserer Handwerker zuzuschreiben. Diese Kompetenz wurde dank der mühsamen Sicherung der Arbeitsplätze erhalten. Nun bringt der Aufschwung eine technologische Herausforderung: es muss auf Bildung und Qualifikation gesetzt werden, angefangen bei den Schulen, damit weiterhin gut ausgebildete Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt kommen.“

Gert Lanz, Präsident im Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh): „Das Südtiroler Handwerk steht für handgefertigte, maßgeschneiderte und daher exklusive Produkte. Genau diese Eigenschaften haben für Handwerksbetriebe neue Marktsegmente eröffnet, in welchen sie bereits erfolgreich aktiv sind. Immer mehr ausländische Kunden finden in Manufakturen den richtigen Partner für ihre Ansprüche. In diese Chance wird das Handwerk weiter investieren.“

Stefan Pan, Präsident Unternehmerverband Südtirol: „International erfolgreiche Betriebe erzielen hervorragende Ergebnisse, investieren und schaffen Arbeitsplätze. Aber nur fünf von 100 Betrieben exportieren. Wir müssen dafür sorgen, dass sich diese Leitbetriebe weiter entwickeln können, zugleich aber auch den anderen Unternehmen helfen, ihr Potential voll auszuschöpfen, indem wir sie in ihrem Wachstum unterstützen und Südtirol noch wettbewerbsfähiger machen.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

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