Was Tupperware wirklich ruinierte

Zu gut, um zu überleben?

Donnerstag, 12. Februar 2026 | 07:58 Uhr

Von: red

Wenn Qualität zum Problem wird
Es klingt verrückt, aber genau das ist passiert: Die Weltmarke Tupperware musste im September 2024 Insolvenz anmelden – weil ihre Produkte einfach zu lange hielten. Was einst als Inbegriff für Langlebigkeit galt, wurde der Firma zum Verhängnis. Denn wer seine Dose nie ersetzen muss, kauft auch keine neue.

Jahrzehnte in eurer Küche
Seit 1946 waren Tupperware-Produkte in Millionen Haushalten weltweit zu finden. Die robusten Behälter überdauerten Generationen – wortwörtlich. Viele Familien nutzten dasselbe Set über Jahrzehnte hinweg. Die Firma erfand sogar ein eigenes Verkaufskonzept: Die berühmten Tupperpartys, die den Produkten Kultstatus verliehen.

Stillstand in der Digitalwelt
Doch während sich die Welt veränderte, blieb Tupperware seinem alten Modell treu. Während E-Commerce und Einwegverpackungen boomten, setzte das Unternehmen weiter auf Direktvertrieb. Neue Absatzmärkte wurden verschlafen – moderne Zielgruppen nicht erreicht.

Neue Trends, altes Denken
Gleichzeitig wandelte sich das Konsumverhalten: Einweg wurde zum Alltag, günstige Alternativen zur Norm. Tupperware hielt an langlebigen Produkten fest – aber genau das bedeutete weniger Absatz. Der einstige Vorteil wurde zum Nachteil. Immer weniger Neukäufe, sinkende Einnahmen – die Folge: massive Schulden.

Das stille Ende eines Klassikers
Im September 2024 war es dann soweit: Tupperware meldete Insolvenz an. Die Marke wurde für 23,5 Millionen Dollar verkauft, Schulden in Höhe von über 63 Millionen wurden erlassen. Ein stiller Abschied für eine Marke, die einst den Küchenalltag revolutionierte. Ein letztes Klickgeräusch – und dann war es vorbei.

Die Marke lebt weiter – unter neuer Führung
Auch wenn die ursprüngliche Firma – die Tupperware Brands Corporation – im September 2024 offiziell Insolvenz anmeldete und 2025 in die Abwicklung ging, bedeutet das nicht das Ende der Marke. Die Rechte und Vermögenswerte wurden von einer Gruppe gesicherter Gläubiger übernommen. Unter dem neuen Namen „The New Tupperware Co.“ wird der Geschäftsbetrieb fortgeführt – mit Fokus auf globale Kernmärkte, Online-Vertrieb und unabhängige Beratern. In Europa, etwa in Frankreich, Belgien oder Deutschland, erlebt Tupperware seit 2025 sogar eine Art Wiedergeburt durch regionale Lizenznehmer wie den französischen Unternehmer Cédric Meston. Die ikonischen Dosen sind also weiterhin erhältlich – nur unter neuer Führung und in einem neuen, schlankeren Geschäftsmodell.

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