EEVE soll endlich einfacher werden

Zu viel Papier für zu wenig Hilfe

Freitag, 04. September 2026 | 14:16 Uhr

Von: Sophia Molitor

Bozen – Wer in Südtirol eine Landesleistung oder Tarifbegünstigung beantragt, muss häufig zahlreiche Unterlagen und Nachweise vorlegen. Dabei sollte die Einheitliche Einkommens- und Vermögenserklärung (EEVE) genau diesen Aufwand eigentlich verringern. Das Team K will die Verfahren nun vereinfachen und den zusätzlichen bürokratischen Aufwand reduzieren. Einen entsprechenden Vorschlag will die Landtagsfraktion kommende Woche im Landtag einbringen.

In der Praxis reicht die EEVE bei vielen Leistungen jedoch nicht aus. Antragstellende müssen zusätzlich zahlreiche weitere einkommensbezogene Unterlagen vorlegen. „Menschen müssen ihre finanzielle und persönliche Situation bis ins kleinste Detail offenlegen, um am Ende oft auch noch zu erfahren, dass sie keinen Anspruch auf Unterstützung haben”, erklärt die Team K-Abgeordnete Maria Elisabeth Rieder. Besonders deutlich zeige sich dies beim Mietbeitrag. Dass neben der EEVE ein gültiger Mietvertrag und Nachweise über die tatsächlich gezahlte Miete erforderlich sind, sei nachvollziehbar. Doch darüber hinaus müssen Antragstellende, Kontoauszüge und weitere persönliche Unterlagen vorlegen, auch kleine private Zuwendungen oder sogar sogenannte figurative Einkommen, etwa nicht geleistete Unterhaltszahlungen, werden einfach als Einkommen dazugerechnet. „Die Ansuchen sind zu einem regelrechten Zettelkrieg ausgeartet”, kritisiert die Team K Abgeordnete. „Neben dem erheblichen Aufwand wird die Prozedur der Gesuchsuchstellung von den Betroffenen als belastend und entwürdigend empfunden.”

Sparsamkeit und Eigenverantwortung bestraft

Kritisch sieht das Team K  auch die derzeitige Berücksichtigung von Ersparnissen. Viele Menschen mit geringem Einkommen hätten über Jahre hinweg durch Verzicht und sorgfältiges Haushalten ein kleines finanzielles Polster für Notfälle aufgebaut. „Diese Menschen sind nicht wohlhabend. Sie haben lediglich verantwortungsbewusst vorgesorgt”, betont Maria Elisabeth Rieder. „Wenn genau dieser Notgroschen dazu führt, dass Unterstützungsleistungen gekürzt oder verweigert werden, werden Sparsamkeit und Eigenverantwortung bestraft. Das ist weder nachvollziehbar noch sozial gerecht.”

Die Soziallandesrätin hat in den vergangenen Jahren wiederholt angekündigt, die EEVE weiterzuentwickeln und zu vereinfachen. Spürbare Verbesserungen seien bislang jedoch ausgeblieben. Mit einem Beschlussantrag, den das Team K nächste Woche in den Landtag bringt, soll deshalb an zwei konkreten Punkten angesetzt werden. Zum einen sollen alle Ämter und Fachbereiche überprüfen, welche zusätzlichen Unterlagen neben der EEVE tatsächlich notwendig sind. Unnötige Nachweispflichten sollen abgeschafft und die Verfahren vereinfacht werden. Zum anderen soll die Berücksichtigung von Ersparnissen neu geregelt werden, damit ein finanzielles Polster bei niedrigem Einkommen nicht länger zum Verlust von Unterstützungsleistungen führt.

„Die EEVE muss wieder das sein, wofür sie ursprünglich geschaffen wurde: ein einfaches, nachvollziehbares und sozial ausgewogenes Instrument, das den Zugang zu Unterstützungsleistungen erleichtert. Zusätzliche Dokumente sollen nur dort verlangt werden, wo sie wirklich notwendig sind”, so Maria Elisabeth Rieder abschließend.

Bezirk: Bozen

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