Bei Subunternehmen das in Südtirol tätig war

Baustellen-Skandal: Behörden decken massive Trickserei auf

Dienstag, 16. Juni 2026 | 09:44 Uhr

Von: luk

Bozen – Eine gemeinsame Kontrolle von Finanzpolizei, Arbeitsinspektorat und INPS hat auf mehreren Großbaustellen in Südtirol zahlreiche Unregelmäßigkeiten bei einem Sicherheits- und Bewachungsunternehmen ans Licht gebracht. Betroffen sind 206 Arbeitnehmer, die über einen Zeitraum von zum Teil mehr als fünf Jahren eingesetzt worden sein sollen.

Das Unternehmen mit Sitz in Kalabrien war als Subunternehmer bei bedeutenden Straßen- und Eisenbahninfrastrukturprojekten in Südtirol tätig. Laut den Ermittlungen wurden die Beschäftigten offiziell als Außendienstmitarbeiter auf Dienstreise geführt. Tatsächlich sollen sie jedoch seit ihrer Anstellung dauerhaft in Südtirol gearbeitet haben.

Nach Angaben der Behörden wurde ein Teil der Löhne als steuer- und beitragsbegünstigte Dienstreiseentschädigung ausgewiesen. Dadurch seien Sozialabgaben und Steuern in erheblichem Umfang eingespart worden. Um die tatsächlichen Arbeitsverhältnisse nachzuweisen, werteten die Ermittler große Datenmengen aus den Firmensystemen sowie Geolokalisierungsdaten der Mitarbeiterausweise aus.

Die Kontrollen brachten zudem weitere Verstöße ans Licht. So wurde unter anderem ein Arbeitnehmer festgestellt, der regelmäßig Zwölf-Stunden-Schichten absolvierte und innerhalb von nur vier Monaten mehr Überstunden angesammelt hatte, als gesetzlich für ein ganzes Jahr erlaubt sind. Zudem soll er in diesem Zeitraum keine ihm zustehenden wöchentlichen Ruhetage erhalten haben.

Am Ende der Ermittlungen wurden nicht abgeführte Sozialbeiträge in Höhe von rund 200.000 Euro festgestellt. Zusätzlich verhängten die Behörden Strafen von mehr als 120.000 Euro. Weitere Versicherungsbeiträge sollen nun von der Unfallversicherungsanstalt INAIL eingefordert werden.

Die zuständigen Behörden leiteten außerdem Maßnahmen gegen die verantwortlichen Unternehmen – die die Subunternehmen beauftragt haben – ein. Diese haften nach den geltenden Bestimmungen solidarisch für die festgestellten Sozialabgaben. Die Verantwortlichen des Unternehmens wurden aufgefordert, die Arbeitsverhältnisse in Ordnung zu bringen.

Die Finanzpolizei betont, dass derartige Kontrollen dem Schutz der Arbeitnehmer dienen und zugleich verhindern sollen, dass Unternehmen durch illegale Praktiken Wettbewerbsvorteile gegenüber gesetzestreuen Betrieben erlangen.

Bezirk: Bozen

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