Der Neunjährige konnte nicht schwimmen

Bub vor Ertrinken gerettet – Bademeister „erschüttert“

Donnerstag, 01. Juli 2021 | 10:44 Uhr

Auer – Leben zu retten, gehört zu seinen Aufgaben. Trotzdem war es für Alex Pedrazza sein „erstes Mal“. Der 23-jährige Bozner arbeitet als Bademeister im Freibad von Auer und hat erst kürzlich einen Neunjährigen vor dem Ertrinken bewahrt. Medienberichten zufolge hat ihn die Erfahrung sehr aufgewühlt.

Der Bub mit pakistanischen Wurzeln war auf dem Grund des Beckens in einer Tiefe von rund zwei Metern getrieben – völlig regungslos und mit dem Bauch nach unten.

Als der Bademeister die Szene bemerkte, begriff er sofort, dass etwas nicht stimmte. Ohne zu zögern, sprang er ins Wasser und zog den Neunjährigen ins Freie. Der 23-Jährige konnte am Hals keinen Puls fühlen und bemerkte, dass der Junge nicht atmete. Offenbar befand sich das Kind am Scheideweg zwischen Leben und Tod. Jede Sekunde zählte.

„Auf wenn ich in solchen Situationen nicht aufgeregt sein dürfte, war ich trotzdem erschüttert. Es war das erste Mal für mich, dass ich auf diese Weise Hilfe leisten musste“, erklärte Pedrazza italienischen Medien gegenüber. Er brachte den Bub in Seitenlage und öffnete dessen Mund.

Dabei stellte er fest, dass die Zunge des Kindes in den Rachen gerutscht war und die Atemwege blockierte. Pedrazza brachte die Zunge in die richtige Position und bearbeite den Bauch, damit der Junge Waser ausspucken konnte, das er geschluckt hatte.

Nun konnte der Bademeister den Puls des Kindes spüren und auch die Atmung kehrte wieder zurück. Gleichzeitig beauftragte er den Vater gemeinsam mit dem Inhaber des Freibades, die Rettungskräfte zu verständigen.

Der Inhaber des Freibades hat den Bub hochgehoben und der Bademeister bearbeitete erneut den Bauch des Kindes. Der Junge erbrach sich und spuckte diesmal deutlich mehr Wasser aus. Als die Sanitäter mit dem Rettungswagen ankamen, erholte sich das Kind langsam wieder.

Nachdem das Schlimmste überstanden war, machte sich Erleichterung unter den Mitarbeitern breit. Wie sich herausstellte, ist der Neunjährige Nichtschwimmer. Die Freude darüber, ein Leben gerettet zu haben, ist groß. Doch gleichzeitig wird an Kinder und Jugendliche, die nicht schwimmen können, und vor allem an deren Eltern appelliert, sich nicht unnötig einem Risiko auszusetzen.

Von: mk

Bezirk: Überetsch/Unterland

Kommentare

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34 Kommentare auf "Bub vor Ertrinken gerettet – Bademeister „erschüttert“"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Sumsi
Sumsi
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Leider wird die Zahl der “Nichtschwimmer-Kinder” durch Corona steigen… Schwimmkurse, die in der Grundschule Teil des Unterrichts waren vielen das zweite Jahr in Folge aus… vor allem Kinder aus einkommensschwachen Familien werden dadurch teilweise das Schwimmen nicht erlernen… ich hoffe, dass die Kurse nachgeholt werden, damit es keine “Corona-Nichtschwimmer” geben wird

xyz
xyz
Superredner
1 Monat 2 Tage

Schwimmunterricht sollte verpflichtend in den Sommerferien angeboten werden. Im Unterricht ist es teils sehr aufwändig und kaum umsetzbar…wenn kein Hallenbad in der Nähe…dann Umziehen, Fönen, usw.nimmt sehr viel Zeit in Anspruch…
10 Einheiten schwimmen ab 5 Jahren….mind. 3 Sommer lang.

Sumsi
Sumsi
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

@xyz auch eine Option, Kosten sollte jedoch auch in diesem Fall die öffentliche Hand tragen

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 2 Tage

Unsere Eltern hatten zu meiner Jugend nicht viel oder fast gar nichts. Trotzdem war es ihnen wichtig uns Kindern das schwimmen beizubringen. Ich konnte mich dann bereits als Vierjähriger sehr gut über Wasser halten. Auch wir hatten in der Schule keinen Schwimmunterricht.
Eltern sollten lieber das Geld in schwimmkursen anstatt in Tenniskursen investieren

Das Omen
Das Omen
Neuling
1 Monat 2 Tage

An allem ist auch nicht Corona Schuld. Wenn Kinder das Schwimmen vorübergehend nicht lernen können, haben die Eltern dafür Sorge zu tragen, diese bei Besuchen von Schwimmbädern und Badeseen zu beaufsichtigen. Corona wird auch vorbei gehen… Ob dann all die besorgten Eltern sich drum scheren, dass ihre Kinder einen Schwimmkurs belegen, wage ich zu bezweifeln.

Dem jungen Bademeister gebührt jedenfalls Respekt und Ehre!

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
1 Monat 2 Tage

Ja, ich waere dafuer, das alle, auch die, die keine Kinder haben, ihren Teil leisten sollten!!!!

xyz
xyz
Superredner
1 Monat 1 Tag

Genau….vll.rettet ja ein solches Kind irgendwann einen kinderlosen Erwachsenen…

george
george
Superredner
1 Monat 1 Tag

Gschaidian!

falschauer
1 Monat 1 Tag

@Storch24

du schreibst genau das was ich dachte, wir hatten wenig bzw kein geld, ich konnte weder skifahren noch tennis spielen lernen weil sich meine eltern die ausrüstung dafür nicht leisten konnten, aber schwimmen haben wir ohne kurs trotzdem gelernt und das in allen möglichen lagen und techniken

berthu
berthu
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Glaube nicht, daß es da ums große Geld geht. Bei fast allen Vereinen funktioniert das auch auf Freiwilligkeit und mit sehr viel Zeiteinsatz und Elan.(Musik, Feuerwehr, Bergrettung, WK, u.v.a.m.! Beispiel Wasserrettung in De.

schreibt...
schreibt...
Superredner
1 Monat 2 Tage

Man sollte Schwimmeinrichtungen nur mit gültigem Schwimmerausweis betreten dürfen!

Guitarplayer
Guitarplayer
Tratscher
1 Monat 2 Tage

na dann bitte jegliche freizeitaktivität mit passenden prüfungsnachweis ersterlauven dürfen 🤣 ach ja auch verhltensregeln immer wieder jährlich auffrischen!😜

sophie
sophie
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@schreibt
Wo soll se noa schwimm learn, in an Feld ?????

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Man sollte die Kommentarfunktion nur mit gültigem Intelligenznachweis freigeschaltet bekommen dürfen!

Faktenchecker
1 Monat 2 Tage

“damit der Junge Waser ausspucken konnte, das er geschluckt hatte.”

Das ist gelinde gesagt ein Schmarrn. Wa s  s er das im Magen ist verhindert die Atmung ?

Guitarplayer
Guitarplayer
Tratscher
1 Monat 2 Tage

wenn der magen vollist drückt er gegenlunge und erschwert so das atmen!

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
1 Monat 2 Tage

@Fakten(ver)checker, sobald Wasser in die Luftröhre galangt verkrampft sich die Stimmritze, verschließt den ‘Eingang’ zur Lunge und verhindert somit daß Wasser in die Lunge gelangt, bei der Wiederbelebung durch den Bademeister kam das verschluckte Wasser vermutlich aus der Luftröhre und nicht aus dem Magen, somit löste sich der Krampf und der Junge konnte wieder atmen.
Gratulation noch dem Bademeister für das schnelle und richtige Handeln

Guitarplayer
Guitarplayer
Tratscher
1 Monat 2 Tage

wennder mage voll wasser ist drückt er gegendie lunge was das atmen erschwert-zudem kann zuviel wasser immagen auch das platzen der körperzellenführen und folglich zum tod.

Faktenchecker
1 Monat 2 Tage

Wow, allesw Rettunf´gsschwimmer hier. Bin beieindruckt!

“Was passiert beim Ertrinken?
Ertrinken ist fast immer ein Ersticken, ein Sauerstoffmangel. Denn gelangt Wasser in die Atemwege, kann sich die Stimmritze im Kehlkopf verkrampfen. Der Stimmritzenkrampf ist eigentlich ein Schutzmechanismus des Körpers – der teils selbst bei Bewusstlosigkeit verhindert, dass Wasser in die Lunge kommt. Eine Folge ist aber eben auch: Der Schwimmer kann nicht mehr atmen. Auf den Atemstillstand folgt ein Kreislaufstillstand. „Wenn dann nicht innerhalb der nächsten Minuten Rettung da ist, stirbt man“, sagt Andreas Klingberg von der DLRG.”

https://www.quarks.de/gesundheit/medizin/ertrinken-darum-kann-man-nicht-um-hilfe-schreien/

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
1 Monat 2 Tage

Tja @ Fakte, geht ja 😉
Also nächstesmal, zuerst denken dann googeln dann nochmal denken und erst DANN kommentieren

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
1 Monat 2 Tage

..übrigens, bin seit Jahren im Rettungsdienst tätig, früher auch WK, jetzt nur mehr FFW, der Besuch der Kurse ist schon eine Weile her aber ein Grundwissen ist hängen geblieben, muß aber ehrlich zugeben daß ich nochmal nachgegoogelt habe BEVOR ich meinen obigen Kommentar abgegeben habe 😉

NormalDenkender
NormalDenkender
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Mit “Bauch bearbeiten “ ist wohl das HEIMLICH-MANÖVER GEMEINT !!
Damit rettet man Menschen beim Ersticken (Essen oder so) wie auch Kinder die Spielzeug verschluckt haben.
Aber wenn jemand nicht mehr atmet, ohne Puls und Reaktion…..kann das nicht funktionieren !!!!
Selbst wenn, dann war es ein Jackpot

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
1 Monat 1 Tag

@NormalDenkender
Nach einem Herzstillstand hat jemand ohne Herzdruckmassage wohl kaum eine Überlebenschance, beim Ertrinken kann aber der Puls (insbesondere bei Kindern) reflexartig soweit ‘zurückgefahren’ werden daß er sogut wie nicht mehr fühlbar ist, nach freimachen der Atemwege und einsetzen der Atmung normalisiert er sich wieder.
Vielleich war der Originaltext in italienisch und wurde schlecht übersetzt und mit ‘bearbeitete den Bauch’ war eine Herzdruckmassage gemeint..
Offenbar hat der Bademeister aber schnell und richtig gehandelt 👍

xyz
xyz
Superredner
1 Monat 2 Tage

Die Zahl der Mitschwimmern bei Kindern mit Migrationhintergrund ist erschreckend hoch….besonders bei den Mädchen….aber auch bei den Buben….12-13jährige die nicht schwimmen können, darf es nicht geben.
Dem Bademeister ein Kompliment….logisch gehört das zu Ausbildung und Job….aber es dann im Notfall umzusetzten ist ein anderes Paar Schuh…

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
1 Monat 2 Tage

xyz

Leider sind Maedchen in Familien mit Migrationshintergrund allgemien benachteiligt, da sie weniger WERT sind als ihre Brueder, das ist leider so!!!!!!

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Einkommensschwache Familien…was bitte hat dies damit zu tun? Aber für Zigaretten und grosse Autos ist immer genug Geld da….

Solidarisch
Solidarisch
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Ganz toll, dass immer alle glauben, das Einkommen und die ausgaben von fremden menschen bewerten zu dürfen. Es wird solche fälle geben, aber diese pauschalen Unterstellungen sind einfach widerwärtig. Jeder, der sich das meiste problemlos leisten kann, soll einfach zufrieden und still sein.

xyz
xyz
Superredner
1 Monat 2 Tage

Auch die sehr teuren Schwimmbadpreise können sich immer weniger leisten…sodass Schwimmen schon teils zum Luxus geworden ist.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Ich frage mich, weshalb der Badeunfall “nur” dem Bademeister auffiel. Da treibt am “Grund des Beckens in einer Tiefe von rund zwei Metern ein Körper am Boden”. Und das merkt sonst Niemand ?

rapunzel86
rapunzel86
Neuling
1 Monat 2 Tage

Wennman selbo im Wosser isch sigman des net. Do Bodemeister isch jo draußn odo in do Höhe

Lochkrompf
Lochkrompf
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Bravo Danke 🙏

Schmidtl
Schmidtl
Neuling
1 Monat 2 Tage

Einfach nur Bravo 🙌🙌

Tata
Tata
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Dou sein woll Expertn….👏🏻

Neuling
1 Monat 1 Tag

Bravo Bademeister.Schwimmen sollte jeder lernen dürfen.Erste Hilfe würde ich von der Grundschule auf als Fach einführen …immer wieder …wiederholen…damit im Notfall ohne zu zögern gehandelt werden kann…wenn man nur einmal irgendwann was von Erster Hilfe gehört hat reicht das nicht …

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