Freispruch für Kellner

Die Waffe ist von ihm, doch er hat gearbeitet

Dienstag, 01. Dezember 2020 | 08:05 Uhr

Bozen – Mit einer Schreckschusspistole ist einem Verkäufer ins Gesicht geschossen worden. Eine weitere Mitarbeiterin verletzte der Täter mit dem Pistolenknauf am Kopf. In einer Despar-Filiale in der Battisti-Straße in Bozen hat sich erst kürzlich ein versuchter Raubüberfall ereignet. Ein Verdächtiger ist vor Gericht freigesprochen worden.

Tiziano Decaro, der in der Filiale an jenem Samstag gemeinsam mit zwei Kolleginnen gearbeitet hat, erzählt von dem Vorfall: „Zuerst war ich sehr erschrocken. Doch als ich gemerkt habe, dass mir nichts fehlt und auch meine Kollegin nicht ernsthaft verletzt wurde, habe ich mich gewehrt.“

Während sich der Täter der Tür zu einem der Büros genähert hat, warf Decaro mehrere Gegenstände nach ihm. Der Eindringling feuerte weitere Schüsse mit der Schreckschusspistole ab, ergriff dann aber ohne Beute die Flucht.

15 Tage später hat die Polizei einen albanischen Kellner, der in einem bekannten Bozner Restaurant arbeitet, festgenommen. Die Ermittler hatten die Patronenhülsen gesichert und konnten so den Besitzer der Schreckschusspistole ausfindig machen.

Doch die Schreckschusspistole gehört zwar dem Albaner. Weil er allerdings beweisen konnte, dass er zum Tatzeitpunkt als Kellner arbeitete, wurde er vor Gericht freigesprochen. Außerdem erklärten die Zeugen vor Gericht, der Täter sei blond gewesen, was auf den Albaner nicht zutrifft.

Der Mann erklärte vor Gericht, dass er die Pistole im Keller versteckt hatte, damit seine Kinder sie nicht finden. Jemand könnte die Waffe demnach entwendet haben, um den versuchten Überfall zu begehen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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