Die "Hondius" darf auf den Kanarischen Inseln vor Anker gehen

Drei Personen von Hanta-Kreuzfahrtschiff evakuiert

Mittwoch, 06. Mai 2026 | 13:14 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Drei Patienten mit Verdacht auf das Hantavirus sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Kreuzfahrtschiff “Hondius” evakuiert worden. Die Patienten seien nun auf dem Weg zur medizinischen Behandlung in den Niederlanden, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X. Die WHO arbeite mit den Schiffsbetreibern daran, die Gesundheit von Passagieren und Besatzung engmaschig zu überwachen und gegebenenfalls Evakuierungen zu veranlassen.

“In dieser Phase bleibt das gesamte öffentliche Gesundheitsrisiko niedrig”, so der WHO-Chef. Auf der “Hondius” waren drei Menschen nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben – ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau.

Kontaktperson ebenfalls vor Transport in Spital

Ein Passagier der “Hondius” ist nach seiner Rückkehr in die Schweiz nun positiv auf das Hantavirus getestet worden. Er wird derzeit im Universitätsspital Zürich behandelt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Der Patient sei zusammen mit seiner Ehefrau Ende April von seiner Reise nach Südamerika zurückgekehrt. Nach Auftreten von Krankheitssymptomen habe er das Krankenhaus aufgesucht. Das kleine Kreuzfahrtschiff mit insgesamt knapp 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Kap Verde.

Die Kontaktperson des deutschen Todesopfers soll nun mit einem Spezialflugzeug nach Amsterdam und von dort weiter nach Düsseldorf gebracht werden, wie die “Bild” unter Berufung auf das Umfeld des Verstorbenen berichtete. In der dortigen Uni-Klinik werde die Frau dann untersucht und getestet.

Tauziehen um Anlegen auf den Kanaren

Das betroffene Kreuzfahrtschiff soll laut der spanischen Regierung die Kanarischen Inseln anlaufen. Das Gesundheitsministerium in Madrid erklärte, man komme damit Bitten der EU und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach. Laut dem spanischen Sender TVE sollte das Schiff mit knapp 150 Menschen an Bord auf Teneriffa anlegen. Die Regionalregierung der Kanaren lehnt dies zwar ab, die Entscheidung liegt aber letztlich in Madrid.

Regionalpräsident Fernando Clavijo sagte am Mittwoch im Radiosender COPE, er lehne eine Aufnahme des Schiffes ab. Die dafür in Madrid getroffene Entscheidung basiere auf “keinerlei technischen Kriterien”. Zudem gebe es nicht genug Informationen, um die Bevölkerung zu beruhigen oder ihre Sicherheit zu garantieren. Er habe ein dringendes Treffen mit dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez beantragt. Die Zentralregierung in Madrid steht über den Regionalbehörden.

Das Ministerium erklärte am Dienstagabend, es handle sich bei der Genehmigung im Sinne internationalen Rechts und humanitärer Prinzipien. Auf den Kanaren sollten die Passagiere und die Crew unter strengen Sicherheitsvorkehrungen untersucht und behandelt werden, um dann in ihre Heimatländer zurückgebracht zu werden.

Hochansteckender Virenstamm bestätigt

Laut WHO wurde inzwischen bei dem Ausbruch der Andes-Virusstamm bestätigt. Normalerweise wird das Hantavirus durch Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Ausscheidungen übertragen. Doch bei früheren Ausbrüchen, die durch den sogenannten Andes-Stamm des Virus ausgelöst wurden, gab es begrenzt auch Übertragungen bei engem Kontakt unter Menschen. Der Andes-Stamm hat sich in Südamerika ausgebreitet, darunter in Argentinien. Dort war das Kreuzfahrtschiff, auf dem Kabinen zwischen 14.000 und 22.000 Euro kosten, ursprünglich in See gestochen.

Endgültiges Ziel der “Hondius” waren die Kapverden vor der Nordwestküste Afrikas. Nach dem Virus-Ausbruch machte das Schiff vor der Küste der kleinen Inselrepublik fest, durfte aber niemanden an Land lassen. Es liegt dort seit Tagen. Zuletzt hieß es, der Luxuskreuzer bereite sich auf die drei- bis viertägige Fahrt nach Gran Canaria oder Teneriffa vor. Der Sender TVE bezog sich bei seinem Hinweis auf Teneriffa auf Kreise des spanischen Gesundheitsministeriums.

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