Von: apa
In Tirol haben sich am Sonntag mehrere Lawinenabgänge ereignet. Eine Skitourengeherin wurde am Nachmittag am Weerberg (Bezirk Schwaz) nordseitig unterhalb des Wetterkreuzes von einer Lawine erfasst und verschüttet. Als sie schließlich gefunden wurde – sie hatte kein Lawinensuchgerät bei sich – befand sie sich in kritischem Zustand, hieß es von der Leitstelle Tirol zur APA. Bei zwei weiteren Ereignissen in St. Anton am Arlberg (Bezirk Landeck) gab es zwei Verletzte.
In St. Anton lösten sich zuerst im Bereich Gampen die Schneemassen, die laut Leitstelle auch die Piste erreicht haben sollen. Zeugen berichteten von vier bis fünf Skifahrern, die in dem Bereich gewesen sein sollen. Bis zum frühen Nachmittag wurde indes nur eine Person mit einer Armverletzung ins Spital geflogen, weitere Verschüttete gab es nicht. Gegen Mittag ereignete sich schließlich der zweite Lawinenabgang im Arlberggebiet. Am Galzig wurde eine Person durch eine Lawine leicht verletzt, jedoch nicht verschüttet.
Zwei Personen überstanden Lawinenabgänge unverletzt
Im Bereich der Rofanspitze im Gemeindegebiet von Münster (Bezirk Kufstein) wurde ein Wintersportler zwar verschüttet, er überstand den Lawinenabgang aber unverletzt. Ebenfalls großes Glück hatte ein 17-jähriger Deutscher in Jochberg (Bezirk Kitzbühel). Der Skifahrer löste laut Polizei im freien Gelände ein Schneebrett aus, entkam diesem aber. Daraufhin querte er einen 40 Grad steilen Osthang und ober ihm löste sich erneut ein Schneebrett mit einer Länge von 350 Metern und 150 Metern Breite. Der Wintersportler wurde erfasst, konnte jedoch den Airbag seines Rucksacks auslösen und kam an der Oberfläche der Schneemassen zum Stillstand. Er blieb unverletzt und fuhr mit einer vorbeikommenden Freerider-Gruppe ab. Beide Lawinenkegel wurden noch von den Einsatzkräften durchsucht, es befand sich niemand mehr darin.
Der Leitstelle wurden Sonntagvormittag weitere Lawinenabgänge gemeldet. Dabei wurden jedoch keine Personen unter dem Schnee vermutet.
Große Lawinengefahr in Tirol und Vorarlberg
Am Sonntag wurde vom Lawinenwarndienst für Teile Tirols und Vorarlbergs – darunter auch die Arlbergregion – die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgegeben. Es herrschte Warnstufe vier auf der fünfteiligen Skala, also “große Gefahr”. Wintersportlerinnen und -sportler wurden im freien Gelände zu äußerster Zurückhaltung aufgerufen. Auch am Montag bleibt die Situation angespannt, teilweise gilt weiter Warnstufe vier.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen