Sturm zieht ins Landesinnere weiter

Extreme Überschwemmungen durch Taifun “Dolphin” in China

Dienstag, 11. August 2026 | 16:26 Uhr

Von: importer

Der Taifun “Dolphin” ist am Dienstag weiter in das Landesinnere der zentralchinesischen Provinz Hubei gezogen und hat dort schwere Überschwemmungen ausgelöst. In der Region wurden Straßen überflutet, Ausflugsziele geschlossen und Bauarbeiten vorübergehend eingestellt. Meteorologen warnten vor extremen Regenfällen in weiten Teilen des Landes. Auch in der Hauptstadt Peking, insbesondere im nordöstlichen Bezirk Shunyi, kam es am Dienstagabend zu heftigen Überschwemmungen.

“Dolphin” ist der stärkste Taifun, der China in diesem Jahr heimgesucht hat. Der Sturm legte, bevor er am Wochenende auf Land traf, fast 6000 Kilometer zurück. Obwohl er am Dienstagnachmittag zu einem tropischen Tiefdruckgebiet herabgestuft wurde, reichten seine Ausläufer bis in das mehr als 1.000 Kilometer nördlich von Hubei gelegene Peking. Vier Bezirke am Rande der Hauptstadt riefen die höchste Hochwasser-Warnstufe aus.

Hohe Niederschlagsmengen erwartet

Die Stadt stellte sich darauf ein, dass innerhalb von 24 Stunden mehr als ein Drittel der durchschnittlichen Jahresniederschlagsmenge fallen könnte. Die Provinz Hubei mit ihren mehr als 58 Millionen Einwohnern erholt sich derzeit noch von zwei seltenen Tornados im Gefolge des Taifuns “Maysak” im vergangenen Monat, bei denen mindestens elf Menschen ums Leben kamen.

In der Stadt Xiangyang in Hubei überschritten die Wasserstände an 35 Stauseen die Grenzwerte für den Hochwasserschutz, woraufhin die Behörden 9705 Menschen in Sicherheit brachten. Zudem wurden zahlreiche Sehenswürdigkeiten vorübergehend geschlossen, darunter das beliebte Besucherareal an der Drei-Schluchten-Talsperre in Yichang. Von 107 großen Straßen- und Wasserstraßenbauprojekten in der Provinz wurden die Arbeiten an 26 besonders gefährdeten Abschnitten vorübergehend eingestellt.

Auch Japan betroffen

Eine 60-jährige Einwohnerin namens Huang äußerte sich besorgt über die Wassermassen: “Diese Gegend wird bei Regen immer überschwemmt. Wenn es so weitergeht, könnte das Wasser mein Haus erreichen”, sagte sie. Wang Xiaoling, stellvertretende Direktorin des meteorologischen Observatoriums der Provinz Hubei, erklärte der Zeitung “Hubei Daily” zufolge, dass die Luftmassen des Taifuns an den Bergen im Westen der Provinz aufsteigen müssten, was die Regenfälle um ein Vielfaches verstärken werde.

In der benachbarten Provinz Henan riefen die Behörden die höchste Alarmstufe für Sturzfluten aus. Meteorologen zufolge könnten dort bis Mittwochnachmittag bis zu 35 Zentimeter Regen fallen. Auch in Japan, das vor China von “Dolphin” getroffen worden war, bereiteten sich die Behörden auf Erdrutsche und Überschwemmungen vor. Dem japanischen Wetterdienst zufolge könnte zudem der Taifun “Chan-hom” im Laufe des Dienstags das japanische Festland erreichen.

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