Der Dachstuhl eines Hotels im Ortszentrum fing Feuer

Großbrand bei Tiroler Hotel gelöscht

Dienstag, 14. April 2026 | 16:27 Uhr

Von: apa

Der Großbrand bei einem Hotel im Zentrum des Tiroler Tourismusorts Seefeld (Bezirk Innsbruck-Land) ist Dienstagvormittag endgültig gelöscht gewesen. Um etwa 9.00 Uhr sei “Brand aus” gegeben worden, sagte eine Polizeisprecherin der APA. Die Brandursache sei unklar, diesbezügliche Ermittlungen liefen nun an. Das Ausmaß der Schäden war noch unbekannt, auch eine nahe gelegene Kirche war vom Brand betroffen. Sieben Personen wurden im Zuge des Feuers leicht verletzt.

Der Dachstuhl des bekannten “Klosterbräu” war Montagabend in Brand geraten. Dies löste einen Großeinsatz der Einsatzkräfte in der Region aus. Insbesondere die Feuerwehren waren mit Hunderten Kräften an Ort und Stelle, um den Brand in der Nacht auf Dienstag zu bekämpfen. In der Früh waren zunächst noch Nachlöscharbeiten im Gang gewesen, sagte der Bezirksschriftführer des Bezirksfeuerwehrverbandes von Innsbruck-Land, Thomas Tanzer, der APA. Auch ein Kran-Lkw wurde eingesetzt. Zwischenzeitlich waren am Höhepunkt der Löscharbeiten um Mitternacht 250 Feuerwehrkräfte zeitgleich im Einsatz gewesen. Trotz des massiven Kräfteaufgebots hatte sich die Brandbekämpfung offenbar schwierig gestaltet.

Von den sieben Verletzten musste indes niemand ins Krankenhaus gebracht werden, hieß es seitens der Polizei. Alle Betroffenen wurden an Ort und Stelle versorgt. Dabei sei es vor allem um Rauchgasinhalation gegangen. Die starke Rauchentwicklung hatte am Vorabend auch zur Auslösung eines AT-Alerts für die Bevölkerung in der Region geführt. Dieser wurde von der Gemeindeeinsatzleitung in Seefeld Dienstagfrüh wieder aufgehoben, teilte das Land Tirol mit.

150 Personen aus umliegenden Hotels evakuiert

Das Hotel war zum Zeitpunkt des Brandausbruchs nicht in Betrieb bzw. geschlossen. Rund 150 Personen aus zwei naheliegenden Hotels wurden evakuiert und von der Rettung in der Olympiahalle in Seefeld versorgt. Die Betroffenen wurden nach der Unterbringung in Notunterkünften auf Hotels in der Umgebung verteilt, hieß es seitens des Roten Kreuzes. Ein Übergreifen auf angrenzende Gebäude konnte verhindert werden.

Zwischenzeitlich hatte offenbar auch Gefahr für die benachbarte Pfarrkirche bestanden, die vorsorglich evakuiert wurde. Wertvolles Inventar soll aus dem Gotteshaus gebracht worden sein. Der Dachstuhl des Gebäudes war laut Polizei schlussendlich ebenso mitbetroffen gewesen, die Kirche dürfte jedoch weitgehend verschont geblieben sein. Bischof Hermann Glettler bedankte sich auf Instagram bei den Einsatzkräften und wünschte für den Wiederaufbau nach dem Brand “Zuversicht und Umsicht”.

Bauarbeiten zum Zeitpunkt des Brandausbruchs

Der Brand war gegen 19.00 Uhr in dem Hotel im Seefelder Zentrum ausgebrochen. In dem zum Zeitpunkt des Brandausbruchs geschlossenen Beherbergungsbetrieb fanden Bauarbeiten statt. Ob das Feuer damit in Zusammenhang stand, blieb vorerst offen. Die Ermittlungen zur Brandursache wurden vom Landeskriminalamt (LKA) übernommen und werden am Mittwoch fortgesetzt, sagte eine Polizeisprecherin Dienstagnachmittag zur APA. Erst dann werde eine erste Begehung stattfinden und eine Einschätzung des Schadensausmaßes könne abgegeben werden. Die Ermittlungen werden jedenfalls “in alle Richtungen” geführt.

Die Feuerwehr versuchte, mit schwerem Atemschutzgerät unter schwierigsten Bedingungen der Flammen Herr zu werden. Die Rettung stand mit zwei Einsatzgruppen und fünf Rettungswagen im Einsatz, außerdem waren 15 Polizeistreifen an Ort und Stelle, hieß es Dienstagfrüh. Die Löscharbeiten gestalteten sich nicht zuletzt aufgrund des alten Gewölbes des Hotels herausfordernd, so die Feuerwehr gegenüber der APA. Auch Dachöffnungen wurden vorgenommen. Das gesamte Gebäude war verraucht, was es für die Feuerwehrleute schwieriger machte, vorzudringen. Jedenfalls dürfte auch der Innenbereich schwer in Mitleidenschaft gezogen worden sein.

Das vom Brand betroffene “Klosterbräu” gilt als Traditionsbetrieb. Bereits im 16. Jahrhundert war dort ein Augustinerkloster beheimatet gewesen. 1809 sei dieses geschlossen und zum Familienbetrieb geworden, hieß es auf der Homepage des Beherbergungsbetriebs. Nach wie vor würde das Fünf-Sterne-Haus von Nachfolgegenerationen der Familie betrieben.

Mattle: Hilfe rasch und professionell

Tirols Landeshauptmann Anton Mattle und Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (beide ÖVP) dankten den Einsatzkräften und hoben das professionelle und abgestimmte Vorgehen hervor. Sämtliche beteiligten Organisationen arbeiteten “Hand in Hand und sorgen dafür, dass in einer solchen Ausnahmesituation rasch, professionell und wirksam geholfen wird”, wurde Mattle in einer Aussendung zitiert.

Mair strich neben dem funktionierenden AT-Alert unter anderem auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den deutschen Einsatzkräften aus dem benachbarten Mittenwald heraus. Diese unterstützten die Tiroler Kollegen bei der Brandbekämpfung. Insgesamt standen im Zuge des Brandes rund 400 Feuerwehrleute mit 67 Fahrzeugen von 30 Feuerwehren im Einsatz, bilanzierte das Land.

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