Gesetzentwurf

Grüne fordern Kunstwerk bei jedem öffentlichen Neubau

Dienstag, 19. Oktober 2021 | 16:31 Uhr

Bozen – Am Mittwoch, den 20. Oktober, wird der dritte Gesetzgebungsausschuss über den von der Grünen Fraktion eingebrachten Gesetzentwurf zur Änderung des Vergabegesetz diskutieren, damit künftig beim Bau öffentlicher Gebäude immer ein Kunstwerk im Projekt miteingeplant wird. Der Gesetzentwurf hätte bereits im Februar behandelt werden sollen, wurde aber auf Wunsch der Mehrheit vertagt.

“Eine Welt ohne Kunst und Kultur – keine Musik aus dem Radio, kein Theater- oder Museumsbesuch, vom abendlichen Film ganz zu schweigen – wohl für die meisten von uns unvorstellbar. Und doch wird die Arbeit von Kunst- und Kulturschaffenden allzu oft als verzichtbares Freizeitangebot eingestuft und wenig gewürdigt. Das haben wir während dieser Pandemie nur zu deutlich gesehen. Dem kann und muss Abhilfe geschaffen werden”, so die Grünen.

“Ein Ansatz dazu ist die öffentliche Auftragsvergabe, die dezidiert unterstützend und fördernd sein muss. Kunst am Bau ist ein Beispiel. Bereits im Jahr 1949 gab es mit der „Legge 2%“ ein Staatsgesetz, das vorsah, öffentliche Bauten mit einem Kunstwerkt zu versehen. Mit den Jahren wurde dieses Gesetz leider immer mehr ausgehöhlt, doch sein Geist lebte weiter. Zuletzt oblag es der Zuständigkeit der Regionen, der so genannten ‘Kunst am Bau’ Rechnung zu tragen”, heißt es weiter.

“Dieser Forderung kam Südtirol auch mehr oder weniger in seinem Vergabegesetz aus dem Jahr 2015 nach. Darin ist vorgesehen, dass ein gewisser Prozentsatz der Bausumme in ein Kunstwerk, welches den Bau verschönern soll, investiert werden kann. Allerdings ist dieser Passus im Vergabegesetz – dem Verb ‘kann’ sei Dank – optional. Unser Gesetzentwurf will dies ändern. Aus dem ‘kann’ soll nämlich ein ‘muss’ werden: Künftig soll es verpflichtend sein, öffentliche Bauten mit einem Kunstwerk auszustatten. Eine verpflichtete Zusammenarbeit zwischen Bauwirtschaft und Künstler stellt einen konkreten Schritt vonseiten der Politik dar, um die künstlerische, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung in Südtirol zu unterstützen und zu fördern“, kommentiert Erstunterzeichnerin Brigitte Foppa.

“Gespannt warten wir auf die Diskussion im Gesetzgebungsausschuss. Wir hören immer wieder, dass Kunst und Kultur mehr Unterstützung erfahren müssen. Sehen wir nun, ob diesen Worten auch Taten folgen”, so die Grünen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

16 Kommentare auf "Grüne fordern Kunstwerk bei jedem öffentlichen Neubau"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
PuggaNagga
1 Monat 13 Tage

🤦‍♂️Geld und Ressourcenverschwendung.
Überhaupt nicht nachhaltig.
Die Grünen:innen verrennen sich. Ihr Motto müsste lauten: weniger Bauen. Das wäre für die Umwelt.

quilombo
quilombo
Superredner
1 Monat 13 Tage

welche Ressourcen werden verschwendet? Wenn alles den Bach hinuntergeht, Kunst bleibt und kann noch viele Generationen erfreuen. Was soll dabei nicht nachhaltig sein?

genau
genau
Kinig
1 Monat 13 Tage

Kunst?
Wie dieser “Papierball” beim Kreisverkher gegenüber der Ras bzw. Brennercom? 😄

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Realitätsfremd ohne Ende…..die Grünen gehören effektiv in keine Regierung!

nuisnix
nuisnix
Kinig
1 Monat 13 Tage

Wenn man auf gewisse Politiker verzichten würde, bliebe vielleicht einiges an Geld für Kunstwerke übrig 🙊

xXx
xXx
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

und raus kommt dann sowas 🤣🤣🤣

PuggaNagga
1 Monat 13 Tage

@xXx
Das ist Kunst. Das muss dir mal einfallen. Nichts zu malen, absolut nichts.
Blödheit muss bestraft werden.

Entequatch
Entequatch
Tratscher
1 Monat 13 Tage

Na wie? Genau Kunst gehört zu den umweltunfreundlichsten Tätigkeiten, und nun soll dies gefördert werden, da soll einer die Grünen verstehen.

quilombo
quilombo
Superredner
1 Monat 13 Tage

wieso soll Kunst der Umwelt schaden?

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Hallo aus D,

in D gibt es diese fixe Idee schon länger,1 bis 2 % der Baukosten bei Staatsbauten soll für “Kunst” oben aufkommen.

Der “Künstler” selbst kommt eigentlich immer aus einer grünkompatiblen Gesinnungsecke, bastelt irgendwas mit einem Materialwert um einige hundert Euro zusammen und zufällig kostet das dann um die 1 % der Baukosten, Gewinnspannen welche jeden Drogenbaron neidisch grün werden lassen.

Wer Grüne bei körperlicher Arbeit sehen will sperrt sie in einen Raum mit einem Sack Steuergeld und einem offenen Fenster..

Gruss aus D

iwoasolls
iwoasolls
Superredner
1 Monat 13 Tage

des wos verschwendet weart ba öffentliche bauten isch a kunst! des tuasch als privater nit darichtn

Knut
Knut
Tratscher
1 Monat 13 Tage

In Zeiten wo die Kassen immer leerer werden und öffentliche Bauten wegen Geldmangel jahrelang vor sich her geschoben werden bzw. gar nicht mehr realisiert werden, könnte kein dämlicherer Vorschlag eingebracht kommen! Andererseits werden einige Brücken von “Künstlern” verschont, die man sowieso auf die eine oder andere Weise durchfüttern müsste. Über ein angemessenes “Kunstverständnis” darf spätestens seit der Putzfrauenaktion im Museum in Bozen diskutierten werden!

Kingu
Kingu
Tratscher
1 Monat 13 Tage

Selbstverwirklichung ist eines der letzten Bedürfnisse in der berüchtigten Erlebnis Pyramide. Selbst aus einer Familie mit vielen Architekten und jeder von denen weiß, diese Verschönerungen sind verzichtbare Bauelemente die dem Steuerzahler ein Vermögen kosten. Hier geht es nicht um Wertschätzung der Kunst, sondern Vetternwirtschaft, dass die Branchen wie Bildhauer und Gieser einige wenige Firmen sich Aufträge ergattern können oder? Hier wird von den Grünen miese Wählerclientelpolitik betrieben.

tom
tom
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

ist das Kunst oder kann das weg?

quilombo
quilombo
Superredner
1 Monat 13 Tage

das ist einmal ein vollkommen richtiger Vorschlag. Italien prahlt, das Land mit den meisten Kunstschätzen zu sein. In der Tat, der Wert Italiens Kunstschätze ist unermesslich. Die ganze Welt beneidet Italien. Jedoch viel davon wird vernachlässigt und verfällt vor sich hin. Noch dazu stammt das meiste aus vor einigen Jahrhunderten, als die Menschen noch sensibel und kunstbegierig waren.
Es wäre höchste Zeit wieder an diese Zeit anzuknüpfen und Schönes zu schaffen, eine Stadt, ein Dorf, das ganze Land aufzuwerten.
Abgesehen davon hat das Kunsthandwerk ein ungeheueres Potential Arbeitsplätze zu schaffen, der Jugend neue Perspektive zu geben und zum Wohlstand aller beizutragen.

So ist das
1 Monat 13 Tage

Man sollte annehmen, dass es in Zeiten einer Pandemie wichtigere Probleme zu lösen gibt, aber wohl wieder mal nicht für die Politiker 😳

wpDiscuz