Studie zu Massenscreenings

Infektionen nach Massentests zurückgegangen

Dienstag, 20. April 2021 | 12:16 Uhr

Bozen – Eine soeben veröffentlichte Studie zeigt den Nutzen von Screening-Kampagnen mit Schnelltests/Antigentests, um asymptomatische Positive in der Bevölkerung zu erkennen. Die drei Professoren der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Davide Ferrari, Steven Stillman und Mirco Tonin zeigen in ihrer Studie einen signifikanten Rückgang der Infektionen (-39 Prozent in der Wachstumsrate der Infektion) in den Folgewochen der Schnelltests auf. Der Studie liegen Daten zugrunde, die sich auf das im November 2020 in Südtirol durchgeführte Experiment beziehen.

Im November vergangenen Jahres war die Bevölkerung der Autonomen Provinz Bozen eingeladen, an einem freiwilligen Massenscreening am Wochenende des 20. bis 22. Novembers teilzunehmen. Die Aktion war vom Südtiroler Sanitätsbetrieb gemeinsam mit der Zivilschutzagentur in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, der Freiwilligen Feuerwehr, dem Weißen Kreuz und dem Roten Kreuz, organisiert worden, und vermochte die Massen zu bewegen: In rund 300 Einrichtungen in ganz Südtirol konnten sich 362.050 Personen ab dem Alter von fünf Jahren dem Test unterziehen. Letztendlich wurden 3.615 Personen positiv getestet und isoliert. In den darauffolgenden Monaten zählte Südtirol zu den dunkelroten Regionen in Europa, also jenen Regionen mit der höchsten Infektionsrate pro 100.000 Einwohner. Dies trug dazu bei, dass viele Zweifel am tatsächlichen Nutzen des Massenscreenings äußerten.

Nun stellt eine Untersuchung der drei Professoren an der unibz – Statistiker Davide Ferrari gemeinsam mit den Ökonomen Mirco Tonin und Steven Stillman – klar, dass laut ihrer Datensätze die Pandemie ohne die Massentests weitaus schlimmer verlaufen wäre. In dem Artikel „Wirken Covid-19 Massentests? Die Bedeutung einer Berücksichtigung der Epidemie-Dynamik (Does Covid-19 Mass Screening Work? The Importance of Accounting for the Epidemic Dynamics) bringen die drei Professoren anhand eines statistischen Ansatzes einiges zutage: die Studie ermöglicht Vergleiche mit italienischen Gebieten, die hinsichtlich der Dynamik der Virusübertragung und der durchgeführten Eindämmungsmaßnahmen mit Südtirol vergleichbar sind, aber kein Screening durchgeführt haben. Daraus lässt sich erkennen, dass das Wochenende der in Südtirol durchgeführten Massentests mehr als positive Ergebnisse gebracht hat.

„Wir haben in unserer Studie einen Ansatz gewählt, der auf Modellen basiert, die zeitliche Veränderungen aufzeigt. Dabei haben wir einen Ort gewählt, an dem eine bestimmte Intervention durchgeführt wurde, und ihn mit vergleichbaren Orten verglichen, in denen im selben Zeitrahmen keine Intervention stattgefunden hat”, erklärt Prof. Davide Ferrari. „Auf diese Weise konnten wir die Auswirkungen der Massentest-Kampagne in Südtirol bewerten, da sich in diesem Zeitraum die Vorschriften in der Provinz Bozen bezüglich Bewegungsfreiheit, Betriebs- und Schulschließungen sowie der Hygiene- und Sanitärmaßnahmen nicht vom Rest des Landes unterschieden und daher einen Rückgang der Ansteckungstendenz begründen könnten.”

Nach Einschätzung der drei Professoren führte die Massenscreening-Kampagne in Südtirol zu einem Rückgang der Wachstumsrate um 39 Prozent an Covid-19-Infektionen verglichen mit den Zahlen, die ohne Tests zu beobachten gewesen wären. „Wir haben festgestellt, dass wir ohne das Screening sieben, zehn, 30 und 40 Tage nach dem Operationsdatum einen weiteren Anstieg der Infektionsfälle um 14, 18, 30 bzw. 56 Prozent gehabt hätten”, präzisiert Prof. Steven Stillman.

„Die Effektivität von Intervention dieser Art hängt von der Beteiligung der Bevölkerung ab, weswegen es wichtig ist zu betonen, dass eine solch große Wirkung erzielt worden ist obwohl der Test freiwillig war. Die kann als Zeichen dafür gewertet werden, dass die Bevölkerung dessen Bedeutung verstanden hat”, betont Prof. Mirco Tonin.

Uni Bozen

Foto der drei Professoren und eine Grafik, welche die Auswirkungen des Massenscreenings in Südtirol gegenüber vergleichbaren Gebieten darstellt.

Uni Bozen

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Infektionen nach Massentests zurückgegangen"


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Spartacus
Spartacus
Tratscher
18 Tage 41 Min

Den Testgegnern und Coronaleugnern wird diese Studie zwar nicht überzeugen aber den überwiegenden Teil der Bevölkerung die Sicherheit geben, ihren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie , geleistet zu haben.

Jiminy
Jiminy
Kinig
17 Tage 22 h

du siehst wohl die Welt auch nur schwarz weiss: Gegner oder Befürworter, Leugner oder Akzeptierer… 😅🤣😂

Zefix
Zefix
Grünschnabel
17 Tage 15 h

jojo teile und hersche.Perfekt funktioniert wenn i mor deine Gedonkengänge unschaug

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
17 Tage 8 h

@Jiminy hon i mir a gedenkt 😂 ober isch schun interessant, de poor leit sollen iaz af uanmol sooo viel ausgmocht hoben? kling so als miasen do welche die massentests in a besseres Licht rücken

@
@
Superredner
18 Tage 1 h

Ich bin mir nicht sicher, ob das Infektionsgeschehen ohne die Massentests wesentlich anders verlaufen wäre. Es stimmt,dass man viele Asyntomatische,also potenzielle Virusschleudern aus dem Verkehr gezogen hat. Leider hat die Werbung für diesen Test, gemacht von unserer Sanitätsstrategen und Politiker, bei einem Großteil der Bevölkerung eine Sicherheit suggeriert, worauf viele unvorsichtig wurden und somit das Infektionsgeschehen potenzieren.

forzafcs
forzafcs
Superredner
18 Tage 6 Min

RKI zum Ansteckungsrisiko asymptomatischer Patienten: “Schließlich gibt es vermutlich auch Ansteckungen durch Personen, die zwar infiziert und infektiös waren, aber gar nicht erkrankten (asymptomatische Übertragung). Diese Ansteckungen spielen vermutlich jedoch eine untergeordnete Rolle”

– Vermutlich also es gibt noch nicht mal klare Beweise das asymptomatische Personen überhaupt ansteckend sind.

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html;jsessionid=7E802EF56AB2F84FABA9CB547FF2ACD8.internet112?nn=13490888#doc13776792bodyText3

Spartacus
Spartacus
Tratscher
18 Tage 56 Min

Hoffentlich lesen die Testgegner diesen Bericht auch sorgfeltig durch.

Ivolivio
Ivolivio
Grünschnabel
17 Tage 8 h

Hosch du ihn sorgfältig durchgilesn? I glab ett…

Jiminy
Jiminy
Kinig
18 Tage 42 Min

Da kommt die Frage, wieso haben wir nicht noch weitere Massentestwochenende gemacht wenn diese so nützlich waren. Man hätte hunderte von Leben gerettet!

Offline
Offline
Universalgelehrter
17 Tage 23 h

“Infektionen nach Massentests zurückgegangen”. So wie ich diese Überschrift verstehe, kann man mit Massentests das Infektionsgeschehen erfolgreich bekämpfen. Warum müssen dann Milliarden für die Erforschung, Entwicklung und Produktion von Impfstoffen ausgegeben werden ? Noch dazu die Kosten für die Impfungen selber, sowie der unwürdige “Verteilungskampf”.

Tirouela
Tirouela
Neuling
17 Tage 22 h

Warum haben wor dann die Skigebiet3 nicht geöffnet🤔🤔🤔🤔

EviB
EviB
Superredner
17 Tage 22 h

Man kann uns viel erzählen.

hoihoi
hoihoi
Grünschnabel
17 Tage 18 h

…also uans mecht i mol sogen de Prognosen wos obgegeben wurden , wenn so und soviele teschten gihn 8 Dez. mit 350.000 , Jan. 200.000 und wenn ohne März , weitgefallt , von die Herren mit deren Gehälter hätte man a % der verfehlung obziehen sollen !!

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