Stützpunkt auch in Bozen

Internationaler Drogenhandel: Finanzpolizei hebt zwei Banden aus

Montag, 10. September 2018 | 12:41 Uhr

Trient – Die Finanzpolizei hat heute im Trentino-Südtirol und in Mailand 16 Personen in Untersuchungshaft gebracht. Vier weitere Personen, die sich in Deutschland und in Albanien aufhielten, wurden mittels europäischen Haftbefehls gefasst – und das ist nur die Spitze des Eisberges der Drogenoperation „Alba bianca“, bei der die Trientner Finanzpolizei bereits seit zwei Jahren ermittelt.

Zehn Personen waren in den vergangenen zwei Jahren bereits festgenommen worden.

Seit den frühen Morgenstunden waren rund 100 Ermittler mit einem Dutzend Hundestaffeln gemeinsam mit den bayrischen Polizeibehörden unterwegs und nahmen eine Reihe von Durchsuchungen und Verhaftungen vor.

Ins Visier der Ermittler gerieten zwei kriminelle Banden, die im Bereich des internationalen Drogenhandels tätig sind und in Norditalien sowie in Bayern ihre Basis haben sollen, deren Einfluss aber weit darüber hinaus reicht.

Die Ermittlungen, die von der Bezirksdirektion der Antimafia-Polizei geleitet und in Zusammenarbeit mit dem Zentralen Ermittlungsdienst gegen das organisierte Verbrechen der Finanzpolizei von Rom durchgeführt werden, haben im Jänner 2016 begonnen, als bei der Autobahnmautstellte in Sterzing 93,1 Kilogramm Kokain beschlagnahmt wurden. Involviert wurden über das Generalkommando der Finanzpolizei und der Zentraldirektion gegen Drogenkriminalität des Innenministeriums auch ausländische Polizeibehörden – darunter aus Deutschland, Belgien, Albanien und Mazedonien.

Auf diese Weise wurden kriminelle Vereinigungen ausgeforscht, deren Mitglieder vorwiegend aus Albanien, Mazedonien und Serbien stammen. Auch Personen aus dem Irak, aus Pakistan und Afghanistan sowie Deutsche und Italien arbeiteten für die Banden. Diese hatten in Bozen und einen fixen Stützpunkt und pflegten auch Kontakte zu Mafia-Organisationen aus Kalabrien. Auch in Bayern waren die Banden fest verwurzelt.

Den Drogenmarkt teilten sich die beiden Organisationen untereinander auf. Die kriminellen Vereinigungen hatten außerdem Verbindungen in den Piemont, in die Lombardei, nach Venetien sowie nach Holland und Belgien. Vor allem aus den beiden letzteren Ländern soll ein Großteil der Drogen eingekauft worden sein, die dann nach Italien geschmuggelt wurden.

Fundamental für die Finanzpolizei waren die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch mit dem Bayerischen Landeskriminalamt und dem Zollfahndungsamt in München, die unter der Leitung der Trientner Staatsanwaltschaft und der Zentraldirektion gegen Drogenkriminalität des Innenministeriums stattfanden.

Durch Hinweise der Finanzpolizei von Trient konnten die Behörden in Deutschland 2,18 Kilogramm Heroin und e 21,3 Kilo Marihuana zwischen Juli und November 2016 beschlagnahmen. Sechs Drogenkuriere aus Deutschland und Albanien wurden festgenommen.

Bei den Operationen in Deutschland haben auch Finanzpolizisten aus Italien teilgenommen. Die Finanzpolizei von Trient hat in den zwei Jahren an Ermittlungsarbeit in Bozen und in Brixen 1,8 Kilogramm Kokain beschlagnahmt und drei Kuriere aus Albanien, Pakistan und Mazedonien festgenommen. Die drei Männer hatten ihren Wohnsitz in Italien.

Im Juni 2018 wurde am Flughafen Linate in Mailand ein Mann festgenommen, der ursprünglich in Sterzing aufgegriffen worden war. Während eines kurzen Hafturlaubs war er anschließend untergetaucht, konnte von der Trientner Finanzpolizei in Belgien allerdings aufgespürt werden. Dort wurde er festgenommen, auf Anordnung des Gerichts in Bozen ausgeliefert und in U-Haft gebracht.

Ebenso in U-Haft gebracht wurden 13 Albaner, die in Bozen, Meran, Brixen, Leifers, Klausen, Treviso, in Opera in der Provinz Mailand und in Manerba in der Provinz Brescia lebten. Dasselbe gilt für einen Mann aus dem Kosovo, der in ebenfalls in Manerba wohnhaft ist.

Aufgrund eines europäischen Haftbefehls wurden in Deutschland drei Albaner verhaftet, die in Bayern ihren Wohnsitz haben. Ein weiterer Mann wurde in Tirana verhaftet.

Insgesamt wurden 40 mutmaßliche Drogenhändler im Rahmen der Operation angezeigt, für 30 klickten die Handschellen. 120 Kilogramm Rauschgift wurden insgesamt beschlagnahmt. Dabei handelte es sich um Kokain, Heroin und Marihuana. Der Verkaufswert wird auf über 20 Millionen Euro geschätzt. Außerdem wurden acht Fahrzeuge beschlagnahmt, die zum Schmuggel der Drogen benutzt wurden – ebenso wie über 100.000 Euro in bar.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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12 Kommentare auf "Internationaler Drogenhandel: Finanzpolizei hebt zwei Banden aus"


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Dagobert
Dagobert
Superredner
12 Tage 6 h

Die Höchststrafe für solche Typen.

gafnsana
gafnsana
Grünschnabel
12 Tage 4 h

Das sind ja keine Mörder.

Hons1980
Hons1980
Grünschnabel
12 Tage 4 h

@gafnsana SIE VERKAUFEN ABER DEN TOD !

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
12 Tage 2 h

@gafnsana

Ach Nein ? Und wenn jemand der Dir nahe steht an Überdosis stirbt ? (nicht dass ich es jemandem wünschen würde!)

Vor einiger Zeit hatte ich kurz mit den verweifelten Eltern zu tun, die auf der Suche nach dem Ort waren wo man deren Sohn nach einer Überdosis gefunden hatte. War eine traurige Angelegenheit!!!
Deswegen sind die derzeitigen Strafen für Drogenhandel viel zu milde

Missx
Missx
Universalgelehrter
12 Tage 26 Min

@Hons1980
Das macht der Staat mit Zigaretten auch. Sogar das Monopol hat Italien auf den Handel mit den giftigsten Substanzen.

Staenkerer
11 Tage 23 h

@gafnsana indirekt sein des massenmörder! de nehmen in kauf das kinder und jugendliche der sucht verfolln und daran zugrunde gien!

gafnsana
gafnsana
Grünschnabel
11 Tage 20 h

@Staenkerer Dann dürfte heutzutage kein Geschäft Messer verkaufen… Die verkaufen ja eine “tödliche Waffe”.
Jeder muss auf sich selber aufpassen können!

gafnsana
gafnsana
Grünschnabel
11 Tage 20 h

@Missx Ja, das stimmt! Sogar der Staat verkauft den Tod. Warum sollte ein Dealer die höchst-Strafe bekommen? Wenn eigentlich der Staat der wahre kriminelle ist und Alkohol und Tabak verkauft, welche teilweise schlimmer sind als die meisten Drogen.

Tottele
Tottele
Tratscher
11 Tage 13 h

@6079_Smith_W
17:58
Logischerweise sind die Drogenhändler mitschuldig , aber ich bin der Meinung dass jeder Mensch selbst die größte Schuld trägt da er ja selbst schon weis was Drogen sind und was er damit seinem Körper antut .
Von mir aus muss jeder selbst wissen was er tut und die Drogenhändler sollen ordentlich bestraft werden .

Gudrun
Gudrun
Grünschnabel
12 Tage 7 h

Handelsstadt Bozen !!

Staenkerer
12 Tage 4 h

des nennt man kunterbunten internationalen handel! mehr multikulti, wie von merkel gfördert und mehr mitanonder, wie von der eu gfordert geat jo kaum ….

Blaba
Blaba
Grünschnabel
11 Tage 14 h

Sell geat mir schon guat, dass Drogenhändler irgendwia Massenmörder sein… obr wos isch mit die Konsumenten? Und die “Freunde”, durch de oft jemand erscht in Kontakt mit Drogen kimp? Gibt’s do nit so eppes wia Eigenverontwortung? (Foscht) koan Mensch werd gezwungen, Drogen (drzua zähl i a in Alkohol) zu nemmen, es reicht schlicht und ergreifend NA zu sogn!!!

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