Lawinenprävention der alten Schule

Russen eröffnen Kanonenfeuer auf höchsten Berg Europas

Samstag, 14. Februar 2026 | 08:12 Uhr

Von: idr

Elbrus – Es könnte der Beginn einer grauenhaften Geschichte sein: Vier Russen stehen um ein altes Weltkriegsgeschütz – dann ein lauter Knall. Doch was sich zunächst furchterregend anhört, ist am höchsten Berg Europas längst Routine: Mit einer alten Haubitze aus dem Zweiten Weltkrieg lösen Sicherheitskräfte am Elbrus kontrolliert Lawinen aus.

Die spektakulären Aufnahmen gehen derzeit viral: Eine alte Artilleriekanone feuert bergauf, der Projektileinschlag löst eine gewaltige Kettenreaktion aus. Binnen Sekunden bricht der komplette Hang ab, eine weiße Wand rauscht talwärts. Dahinter steckt Methode, nicht Wahnsinn. Im Skigebiet Elbrus stehen die Seilbahnen still. Bevor die Touristen wieder Skifahren dürfen, muss erst einmal die Lawinengefahr gebannt werden.

Kontrollierte Lawinensprengungen sind weltweit Standard in gefährdeten Skigebieten. Militärische Geräte wie Minenwerfer, RAK-Rohre oder Haubitzen kommen dabei regelmäßig zum Einsatz, vor allem in Regionen ohne moderne Sprengmasten. Die Druckwelle der Detonation löst den Schnee, bevor er zur tödlichen Gefahr für Skifahrer wird.

Old-School können die Russen

Am Elbrus setzen die Russen auf diese Old-School-Methode. Mit 5.642 Metern ist der Kaukasus-Gipfel der höchste Berg Europas und notorisch lawinengefährdet. Nach heftigen Schneefällen im Januar blieb den Behörden keine andere Wahl: erst sprengen, dann öffnen.

Besonders nach starken Schneefällen sprengen sie Lawinen. Nach den Sprengungen präparieren und öffnen sie die Pisten für die Wintersportler, erklärt das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung. In den Alpen erledigen das moderne Sprengmasten oder Helikopter. Am Elbrus bleibt man der Tradition treu – mit schwerem Geschütz.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen