Von: luk
Anholt – Vor der dänischen Insel Anholt ist ein toter Wal entdeckt worden. Nach Angaben der Umweltbehörde handelt es sich vermutlich um einen bereits länger verendeten Buckelwal. Ob es sich um Wal „Timmy“ handelt der vor der Insel Poel gestrandet war und dann in die Nordsee transportiert wurde, ist derzeit unklar.
Das Tier liegt rund 75 Meter vor der Küste im Naturschutzgebiet. Schätzungen zufolge ist es zwischen zehn und 15 Meter lang. Inselbewohner hatten den Kadaver zunächst gesichtet, schnell zog der Fund Schaulustige an.
Ein Vertreter der örtlichen Behörden erklärte, dass der Wal verendet ist. Bilder zeigen den Kadaver im flachen Wasser, während Möwen bereits auf dem Tier sitzen.

Die Behörden warnen jedoch eindringlich davor, sich dem Wal zu nähern. Neben möglichen Krankheitserregern besteht auch Explosionsgefahr durch Gase, die sich im Inneren des Kadavers bilden können.
Noch am Freitag sollen bei Niedrigwasser Gewebeproben entnommen werden, um die Identität und Todesursache zu klären.
Foto von der Fluke könnte zur Identifizierung beitragen
Um festzustellen, ob es sich bei dem in Dänemark gefundenen Kadaver um den zuvor in Deutschland gestrandeten Wal handelt, könnten theoretisch auch Fotos helfen: Nach Angaben der Initiative wurde ein Foto von der Fluke – der großen Schwanzflosse des Tieres – gemacht, das als Foto-ID in entsprechende Datenbanken einfließen soll. Auch für diese Information gab es allerdings keine Bestätigung durch unabhängige Quellen.
Neben einem Foto von der Fluken-Unterseite können der Tierschutzorganisation WDC zufolge auch auffällige Merkmale wie ein Narbenmuster auf der Haut zur Wiedererkennung eines Wals dienen. Der Poeler Wal gehöre zur Population der nordatlantischen Buckelwale. “Jedes Forschungsteam, das mit dieser Population arbeitet, fotografiert die Individuen”, hieß es. Über die Jahre seien Tausende ID-Fotos zusammengetragen worden.
Sender arbeitete unzuverlässig
Brisant: Seit Sonntag soll es laut Medieninformationen keinerlei Signal mehr von „Timmy“ geben. Der Buckelwal war Anfang Mai nach einer Strandung bei Wismar wieder in die Nordsee gebracht worden – zuletzt etwa 70 Kilometer vor Skagen. Sein Ortungssender hatte zuvor bereits unzuverlässig gearbeitet.
Für viele Beobachter würde eine Bestätigung ein trauriges Ende einer Geschichte markieren, die in den vergangenen Wochen zahlreiche Menschen bewegt hat. Immer wieder war Timmy in Küstennähe gesichtet worden und hatte sowohl unter Walexperten als auch bei Tierfreunden große Anteilnahme ausgelöst.
Drama um Walrettung
Der vor der deutschen Küste gestrandete Wal hatte wochenlang Schlagzeilen gemacht. Das bisher letzte Kapitel der Saga war ein tagelanger Transport einer privaten Rettungsinitiative in die Nordsee. Wie genau diese endete, war aber bis zuletzt unklar. Auch rund zwei Wochen nach dem Aussetzen gibt es bisher keine bekannten Daten dazu, wo das Tier ist. Ein GPS-Sender liefere weiterhin keinerlei Signale zur Ortung, hieß es jüngst von der Privatinitiative zum Transport des Wals. Es gebe überhaupt keine Daten mehr. Experten von Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des Wals übereinstimmend als sehr gering eingeschätzt.
Vor dem Freisetzen des Buckelwals am 2. Mai soll nach Angaben der Initiative ein GPS-Sender an der Rückenfinne angebracht worden sein, der stetig Ortsdaten liefern sollte. Ob dies tatsächlich erfolgte, ließ sich nicht durch unabhängige Quellen verifizieren.
Der Bulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen bis zum Transport lag er rund zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen. Mit einem Lastkahn wurde er von der Insel Poel aus in die Nordsee gebracht.
Mehrfach gestrandet
Der Buckelwal war nach Angaben der Behörden zunächst im Hafen von Wismar aufgetaucht. In der Nacht zum 23. März strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Dem Tier gelang es, das flache Wasser über eine ausgehobene Rinne zu verlassen. Danach nahm es aber nicht Kurs aufs offene Meer und Richtung Norden, sondern schwamm wieder Richtung Wismar. Schließlich schwamm es in die Kirchsee genannte flache Bucht der Insel Poel. Dort strandete es erneut, schwamm sich zwischenzeitlich frei, lag aber weniger Stunden später am Ausgang der Bucht wieder fest.
Der Umweltminister des norddeutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, hatte Mitte April entschieden, eine private Rettungsinitiative zu dulden. Sie wurde von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert. Die Initiative hatte den Lastkahn, eine sogenannte Barge, herangeschafft, um den Wal damit zurück in die Freiheit zu bringen.





Aktuell sind 22 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen