Von: mk
Bozen – Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) informiert über aktuelle Produktrückrufe im Bereich Babynahrung. Von den Rückrufen sind verschiedene Hersteller in mehreren Ländern betroffen, auch in Italien.
Das Wichtigste in Kürze: Aufgrund einer möglichen Belastung mit dem Bakteriengift Cereulid und neuer wissenschaftlicher Empfehlungen der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gab es in den letzten Wochen in mehreren Ländern eine Reihe von Produktrückrufen im Bereich Babynahrung (Pulver für Anfangsnahrung und Folgenahrung sowie flüssige Nahrung).
Cereulid wird vom Bakterium Bacillus cereus gebildet. Die Aufnahme des Giftes über die Nahrung kann bereits nach kurzer Zeit Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.
Soweit bekannt, geht die Kontamination mit Cereulid auf ein Pflanzenöl eines chinesischen Lieferanten zurück, welches bei der Herstellung von Babynahrung als Zutat verwendet wurde.
Welche Produkte sind in Italien betroffen?
Stand heute (11.02.2026) sind auf dem italienischen Markt diese Produkte vom Rückruf betroffen:
• Rückruf vom 10.02.2026: elf Produkte der Marke Aptamil (auch Aptamil Profutura) von Danone
• Rückruf vom 10.02.2026: vier Produkte der Marke Mellin von Danone
• Rückruf vom 04.02.2026: ein Produkt der Marke Monello von Steril Farma
• Rückruf vom 03.02.2026: ein Produkt der Marke Nidina von Nestlé
• Rückruf vom 15.01.2026: ein Produkt der Marke Granarolo Bimbi von Granarolo
• Rückruf vom 09.01.2026: zwölf Produkte der Marken Nan, Pre-Nan, Nidina und Alfamino von Nestlé
• Rückruf vom 10.12.2025: drei Produkte der Marke Nidina von Nestlé
Alle Details wie Produktbezeichnung, Füllmenge, Losnummer (Lotto di produzione) und das Haltbarkeitsdatum sind auf der Internetseite des italienischen Gesundheitsministeriums verfügbar (Menüpunkt „Richiami degli operatori“ auswählen).
Welche Produkte sind in Österreich betroffen?
Eltern, die Babynahrung im österreichischen Einzelhandel oder über den Online-Handel gekauft haben, sollten sich zusätzlich über die in Österreich zurückgerufenen Produkte informieren:
• Rückruf vom 05.02.2026: 15 Produkte der Marken Aptamil und Milumil von Danone
• Rückruf vom 31.01.2026: drei Produkte der Marke Aptamil von Danone
• Rückruf vom 05.01.2026: zwölf Produkte der Marken Beba und Alfamino von Nestlé
Alle Details sind auf der Internetseite der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES verfügbar (Filter „Kindernahrung“ auswählen)
Was ist zu tun?
Bereits gekaufte Produkte der betroffenen Produktionschargen sollen nicht (mehr) verwendet, sondern dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden. Das Anrecht auf Produktersatz bzw. Erstattung gilt ausschließlich für die zurückgerufenen Produktchargen, diese sind anhand der Losnummer und des Haltbarkeitsdatums erkennbar. Eltern wird geraten, auf die Produkte anderer Hersteller, die nicht von den Rückrufen betroffen sind, umzusteigen.
Was sollten Eltern noch wissen?
Über einem bestimmten Gehalt kann Cereulid Erbrechen und Durchfall verursachen. Die Symptome treten in den meisten Fällen 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr auf und klingen innerhalb von 24 Stunden wieder ab. Schwere Krankheitsverläufe sind selten, können aber Leber und Niere schädigen.
Laut der AGES seien die im Dezember 2025 nachgewiesenen Konzentrationen von Cereulid so gering gewesen, dass keine Gefahr für die Gesundheit bestanden habe. Ende Januar 2026 sei jedoch eine Cereulid-Konzentration nachgewiesen worden, die die Gesundheit schädigen könne.
Cereulid ist hitzebeständig und lässt sich durch Abkochen nicht beseitigen. Wenn ein Kind nach dem Verzehr von Babynahrung Erbrechen oder Durchfall entwickelt, sollten die Eltern die Kinderärztin oder den Kinderarzt bzw. bei sehr starken Symptomen die Notaufnahme aufsuchen.
Zwecks Dokumentation der Fälle rät die Verbraucherzentrale den Eltern von erkrankten Kindern, sich mit der Verbraucherschutzorganisation foodwatch in Verbindung zu setzen (nach unten scrollen und auf „Hier kontaktieren“ klicken).
Die österreichische Ernährungswissenschafterin, Stillberaterin, Autorin und Verlegerin Ingeborg Hanreich informiert über alle Alternativen zu kontaminierter Flaschennahrung.




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