Von: APA/dpa
Der Tod eines Kubaners in einer Haftanstalt der US-Einwanderungsbehörde (ICE) wird laut einem gerichtsmedizinischem Befund als Tötung eingestuft. Der 55 Jahre alte Mann sei aufgrund von Druck auf Hals und Oberkörper erstickt, berichten US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf den Bericht der Gerichtsmedizin El Paso im US-Staat Texas. Die rechtsmedizinischen Ergebnisse stehen damit im Widerspruch zu Aussagen von ICE, wonach der 55-jährige durch Suizid gestorben sein soll.
Unterschiedliche Darstellungen
Vergangene Woche hatte die “Washington Post” unter Berufung auf einen Mitinsassen berichtet, dass Wachbeamte den 55-Jährigen gewürgt haben sollen. Der Zeuge habe auch gehört, wie der Mann wiederholt gesagt haben soll, dass er nicht atmen könne, berichtet die Zeitung. Medizinisches Personal habe eine Stunde lang versucht, den Kubaner wiederzubeleben; danach sei sein Leichnam weggebracht worden.
Tricia McLaughlin hingegen, die stellvertretende Ministerin im US-Heimatschutzministerium, hatte daraufhin in einer Stellungnahme erklärt, der Mann habe versucht, sich das Leben zu nehmen, und die Wachbeamten hätten versucht, ihn zu retten. Der Kubaner habe Widerstand geleistet und während des Gerangels aufgehört zu atmen und das Bewusstsein verloren, so McLaughlin laut “Washington Post” und dem Lokalsender CBS Austin.
Der vierfache Vater war im Juli 2025 im Staat New York festgenommen worden und seit September in der Schubhaftanstalt Camp East Montana inhaftiert. Laut ICE war der Mann mehrfach vorbestraft und sollte deshalb ausgewiesen werden.
Verschärfte Migrationspolitik
Camp East Montana auf dem Militärgelände Fort Bliss nahe der Stadt El Paso in Texas ist die größte Haftanstalt für Migranten in den USA. In dem Zeltlager an der Grenze zu Mexiko können bis zu 5.000 Menschen bis zu ihrer Abschiebung inhaftiert werden. Die Abschiebungen und Razzien sind Teil der verschärften Migrationspolitik der Trump-Regierung. In den vergangenen Monaten sind mehrere Inhaftierte in ICE-Haft gestorben, in einigen Fällen werden die Todesfälle gerichtsmedizinisch untersucht.




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