Von: Lukas Unterkofler
Stilfs – Im Pleisserbach (auch Pleisshornbach genannt) in Trafoi in der Gemeinde Stilfs am Fuß des Stilfserjochs ist am 20. August kurz nach 17.00 Uhr ein massiver Murgang von rund 20.000 bis 30.0000 Kubikmetern Murmaterial abgegangen, berichtet der Direktor des Amtes für Wildbach- und Lawinenverbauung West und stellvertretende Direktor des Funktionsbereichs Wildbachverbauung Peter Egger: “Nach dem großen Murstoß wurde der Eiswandfernerbach aufgestaut und staute bis zur Fußgängerbrücke zurück, die zur Wallfahrtskirche zu den Heiligen drei Brunnen führt, 20.000 bis 30.000 Kubikmeter Geschiebematerial waren in Bewegung.”

Amtsdirektor Egger war umgehend mit Techniker Julius Staffler und Vorarbeiter Florian Hofer vor Ort. Während am 20. August die Brücke knapp frei blieb, war der Durchfluss am heutigen 21. August fast vollständig verklaust, die Wildbachverbauung hat mit Unterstützung von zwei Baggern mit der Räumung begonnen. Allerdings, weist Peter Egger hin, ist das Material derzeit noch zu nass, es muss abgewartet werden, bis es abtrocknet, um die Räumung vollständig durchführen zu können.
Auch vor drei Wochen, am 1. August, war zum wiederholten Mal eine Mure im Pleisserbach abgegangen. Diese Wiederholung des Ereignisses ist darauf zurückzuführen, dass sich die Moränenfelder unterm Ortler bei jedem stärkeren Regen in Bewegung setzen und sich zu Murgängen formen, erklärt Amtsdirektor Egger: Ursache ist der durch die Klimaerwärmung auftauende Permafrost, wodurch der vorher dauerhaft gefrorene Untergrund instabil wird.
Das Kirchlein zu den Heiligen drei Brunnen, ein Marienwallfahrtsort aus dem 15. Jahrhundert, blieb bei diesem Murgang unversehrt. Bereits in der Vergangenheit hatte die Wildbachverbauung Maßnahmen zum Schutz dieses besonderen Ortes getroffen und unter anderem einen Ablenkdamm errichtet. Dadurch wurde auch diesmal größerer Sachschaden abgewendet.
Felsbrocken donnert auf Vinschger Staatsstraße
Am Donnerstagabend ist etwas später auch im Gemeindegebiet von Latsch Alarm ausgegeben worden. Kurz vor 22.00 Uhr stürzte ein großer Felsbrocken auf die Fahrbahn der Staatsstraße. Ein Auto fuhr darauf auf, wurde jedoch nicht getroffen und der Fahrer blieb unverletzt. Die Straße war mehrere Stunden gesperrt, während die Freiwillige Feuerwehr Latsch den Verkehr über das Ortszentrum umleitete. Die Hangsicherungsnetze enden rund 100 Meter vor der Stelle.







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