Immer mehr Tote nach Erdbeben in Kolumbien

Mehr als 100 Tote bei Erdbeben in Kolumbien

Montag, 10. August 2026 | 22:35 Uhr

Von: importer

Die Zahl der Toten bei dem schweren Erdbeben in Kolumbien steigt weiter – inzwischen auf mehr als 100. Es wurden bisher 111 Todesfälle sowie 87 Verletzte gemeldet, wie Präsident Abelardo de la Espriella bei einem Krisentreffen mitteilte. Mehr als 1.500 Wohnhäuser seien beschädigt, 61 Gebäude eingestürzt. Der Staatschef, der erst am Freitag sein Amt angetreten hatte, rief den Katastrophenfall aus. Es wird befürchtet, dass die Opferzahl weiter steigt.

Besonders dramatisch sind die Folgen in Pereira westlich der Hauptstadt Bogotá, wo nach Angaben des Polizeichefs Óscar Leonel Ochoa mindestens 47 Todesopfer registriert wurden. Aufnahmen zeigen eingestürzte Gebäude und Rettungskräfte, die zwischen Trümmern nach Überlebenden suchen.

In Manizales wurde die Kathedrale schwer beschädigt: Auf Videos ist zu sehen, wie sich ein Seitenturm des Kirchengebäudes zur Seite neigt. Bereits im 19. Jahrhundert war ein Vorgängerbau der Kathedrale bei einem Erdbeben zerstört worden. “Zuerst dachte ich, es wäre etwas Leichtes. Aber als es dann immer stärker wurde und nicht aufhörte, dachte ich. Wir würden sterben”, sagte eine Frau aus Manizales dem Radiosender La FM.

Auch aus der für die Salsa bekannte Stadt Cali meldete der Bürgermeister mehr als 20 eingestürzte Gebäude, in denen Menschen eingeschlossen sein sollen.

In Bogotá wurden Gebäude evakuiert, die Schäden beschränkten sich nach Worten von Bürgermeister Carlos Galán aber auf Risse in Gebäuden. Viele Menschen liefen in Panik auf die Straßen, als die Alarmsirenen ertönten. Die 29 Jahre alte Valeria Polo in Bogotá sagte, das Beben sei “sehr, sehr stark” gewesen.

Beben auch in anderen Ländern zu spüren

Das Beben ereignete sich um 7.34 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó, wie der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) mitteilte. Es wurde mit einer Tiefe von 96 Kilometern angegeben. Der US-amerikanische Geologische Dienst (USGS) verortete es in 107 Kilometern Tiefe. Der Kolumbianische Geologische Dienst bezeichnete das Beben als das Stärkste in Kolumbien seit mindestens zehn Jahren.

Die Erschütterungen waren unter anderem in Bogotá, Medellín, Cali, Popayán, Armenia, Pereira und Manizales zu spüren. Auch in Ecuador, Venezuela und Panama wurde das Beben Berichten zufolge wahrgenommen.

Die Stromversorgung, Telefon- und andere Kommunikationsverbindungen sind beeinträchtigt. Sechs Flughäfen sind dem Präsidenten zufolge wegen Schäden an ihrer Infrastruktur derzeit für den kommerziellen Flugverkehr außer Betrieb.

Regierung mobilisiert Hilfe

De la Espriella kündigte an, persönlich die staatliche Reaktion auf die Katastrophe zu koordinieren und alle zwei bis drei Stunden über die Lage zu berichten. Auch internationale Hilfe wird vorbereitet. Zahlreiche Staaten boten ihre Unterstützung an.

Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, hatte ihre Solidarität bekundet und angekündigt, dass “Copernicus, unser Satellitendienst, zur Unterstützung der Rettungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt wurde”.

Das Beben in Kolumbien erinnert auch an die schweren Erdstöße im Nachbarland Venezuela vor wenigen Wochen. Dort erschütterten am 24. Juni innerhalb von wenigen Sekunden zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 den Norden des Landes. Tausende Menschen kamen bisher ums Leben.

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