Von: mk
Meran – Betrug an Senioren bleibt weiterhin ein bedenkliches Phänomen. Im Burggrafenamt haben die Carabinieri von Meran allein in den vergangenen vier Monaten vier Personen angezeigt und 113.000 Euro sichergestellt – eine erschütternde Bilanz.
Ermittlungserfolge in Lana und Meran
Besonders dreist gingen die Täter Anfang November in Lana vor. Drei Männer aus Neapel, die vermutlich Teil einer kriminellen Bande waren, brachten eine 68-jährige Frau um insgesamt 63.900 Euro.
Die Betrüger nutzten eine perfide Strategie: Sie behaupteten, ein Angehöriger der Frau sei in Schwierigkeiten mit der Justiz geraten, und gaben sich am Telefon als Carabinieri aus. Das Geld sollte auf verschiedene Konten überwiesen werden, die auf die Betrüger ausgestellt waren. Den Ermittlern gelang es jedoch, rechtzeitig einzugreifen: 44.000 Euro konnten bislang sichergestellt und der Frau zurückgegeben werden.
Bereits im August hatten die Carabinieri in Meran einen ähnlichen Erfolg verbucht. Eine 28-jährige Frau wurde identifiziert, nachdem sie einer Seniorin mit einer ähnlichen Taktik 69.000 Euro abgeknöpft hatte. In diesem Fall konnten die Ordnungshüter die gesamte Beute sicherstellen und der rechtmäßigen Besitzerin zurückgeben.
Wachsamkeit macht sich bezahlt
Daneben gelang es den Carabinieri im Burggrafenamt, mehrere Betrugsversuche an Senioren verhindern – nicht zuletzt dank der Aufmerksamkeit von Bürgern, die zufällig Zeuge der Vorfälle wurden, oder der Betroffenen selbst.
In Dorf Tirol hat Anfang November etwa der Kommandant der Carabinieri-Station höchstpersönlich zwei Senioren vor Schlimmerem bewahrt. Zwei Männer im Alter von 70 und 72 Jahren hatten Verdacht geschöpft, nachdem sich am Telefon vermeintliche Angehörige der Carabinieri gemeldet und dringende Überweisungen wegen angeblicher „Probleme mit der Bank“ verlangt hatten. Die Täter forderten Überweisungen in Höhe von 24.000 bzw. 1.600 Euro. Die Betroffenen suchten die Station der Orndungshüter auf, wo der Kommandant den Betrug sofort entlarvte.
Eine 49-jährige Meranerin stand ebenfalls kurz davor, 11.000 Euro an einen Fremden wegen vermeintlicher Probleme mit der Bank zu überweisen, hielt im letzten Moment aber glücklicherweise Rücksprache mit den echten Carabinieri.
Ebenfalls in Meran verhindert unterdessen nur kurze Zeit später eine aufmerksame Mitarbeiterin der Post, dass eine 69-jährige Kundin 6.600 Euro an Betrüger überwies. Die Angestellte wurde misstrauisch und stoppte die Transaktion in letzter Minute.
Warnung vor „Telefon-Spoofing“
Die Carabinieri von Meran nutzen die aktuelle Ermittlungserfolge und haben eine Informationskampagne geplant, um potentielle Opfer bereits im Vorfeld zu warnen – denn die Täter werden immer raffinierter und nutzen mitunter auch neue Technologien. Beim sogenannten Telefon-Spoofing verwenden Betrüger Programme, die auf dem Display des Opfers die Telefonnummer einer echten Carabinieri-Station anzeigen.
Der Kommandant der Kompanie Meran, Hauptmann Sebastiano Cannata Galante, warnt eindringlich: „Unsere Arbeit ist nicht nur repressiv, sondern basiert auch auf aktiver Information. Kein Carabiniere und kein Polizeibeamter wird jemals Geld oder Wertsachen am Telefon fordern, um vermeintliche Probleme zu lösen.“ Im Zweifelsfall sollten Bürger sofort auflegen und selbst die Notrufnummer 112 wählen.




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