Cloudflare verzeichnete Millionen von Angriffsversuchen

“Millionen” Hacker-Versuche weltweit wegen PHP-Lücke

Donnerstag, 22. Oktober 2026 | 10:58 Uhr

Von: importer

Eine Sicherheitslücke im Internet hat am Donnerstag weltweit weiterhin für Aufregung gesorgt. Zahlreiche Internetseiten waren noch betroffen und vorsorglich offline. Weltweit habe es “Millionen” Versuche von Hackern gegeben, die Schwachstelle auszunutzen, sagte der Chef des IT-Unternehmens Cloudflare, Matthew Prince, dem britischen Sender Sky News. Ursache ist eine kritische Sicherheitslücke in der weit verbreiteten Programmiersprache PHP.

Auf PHP basiert ein Großteil der Seiten im Internet. Die zwei neu entdeckten Schwachstellen in der populären Programmiersprache lösten einen Wettlauf zwischen Webseitenbetreibern und Cyberkriminellen aus. Die einen arbeiteten mit Hochdruck daran, eine aktualisierte Version der Software zu installieren, während die anderen die Sicherheitslücken auszunutzen versuchten.

Der Cybersicherheitsfirma Cloudflare zufolge rief das Bekanntwerden der PHP-Fehler eine Flut von Attacken hervor. In den Stunden zuvor habe es einige tausend Versuche gegeben, die Sicherheitslücken auszunutzen, schrieb Unternehmenschef Matthew Prince auf dem Kurznachrichtendienst X. “Diese Zahl stieg in den 45 Minuten nach der Bekanntgabe auf Zehntausende, innerhalb von zwei Stunden auf Hunderttausende und geht mittlerweile in die Millionen.”

PHP ohne Update “Tür für Kriminelle”

Weltweit nahmen Unternehmen, Behörden und andere Organisationen ihre Internetauftritte vorsorglich vom Netz, um ihre IT-Systeme zu schützen – darunter waren in Österreich etwa die Seiten der Uni Wien, TU Wien und der “Niederösterreichischen Nachrichten” (NÖN). “Systeme, für die aktuell noch kein Sicherheitsupdate eingespielt werden konnte, dürfen unter keinen Umständen weiter am Netz bleiben”, sagte der deutsche IT-Sicherheitsexperte Christoph Fischer. Er forderte ein drastisches Durchgreifen der Betreiber. “Jede ungeschützte PHP-Anwendung ist in diesem Moment eine offene Tür für Kriminelle.”

Für normale Internetnutzer bestand beim alltäglichen Surfen auf dem Smartphone oder PC zunächst kein direkter Handlungsbedarf, da sich die Sicherheitslücke nicht auf Endgeräten befindet, sondern auf den Servern im Hintergrund. Dennoch können Verbraucher indirekt betroffen sein – etwa durch Ausfälle wichtiger Onlinedienste oder potenzielle Datenabflüsse auf nicht rechtzeitig geschützten Webseiten.

Auch WordPress betroffen

PHP dient als Basis für zahlreiche Webanwendungen wie Onlineshops oder Portale der öffentlichen Verwaltung. In dieser Sprache ist zudem das Softwarepaket WordPress programmiert, mit dem auch Privatpersonen Webseiten erstellen und veröffentlichen können. Die Entwickler von PHP hatten am Mittwochnachmittag (MESZ) eine aktualisierte Version (PHP 8.5.12) veröffentlicht und eindringlich dazu geraten, diese umgehend zu installieren.

Neben dem weltweiten Alarm des PHP-Sicherheitsteams verbreitete auch das nationale Computer Emergency Response Team in Österreich (CERT.at) Warnungen. Das neue, in diesem Monat in Betrieb gegangene Bundesamt für Cybersicherheit habe bereits am Dienstag in Abstimmung mit CERT.at als Partner eine Information herausgegeben, dass ein “kritisches PHP-Sicherheitsupdate” bevorsteht, hatte es aus dem Innenministerium am Mittwochabend geheißen. Dieses Update wurde am Mittwoch veröffentlicht und nochmals ein Hinweis darauf via CERT.at an Seitenbetreiber in Österreich verschickt.

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