Viele schöne aber auch gefährliche Momente

Mit dem Fahrrad von Athen nach Wien: Gadertaler erfüllt sich einen Reisetraum

Freitag, 19. Juni 2026 | 08:17 Uhr

Von: luk

Campill/Wien/Athen – Fast zwei Monate lang war Andrea Moling aus Campill im Gadertal auf zwei Rädern unterwegs. Der 29-Jährige legte dabei eine außergewöhnliche Strecke zurück: Von Athen führte ihn seine erste große Fahrradreise quer durch Südosteuropa bis nach Wien.

Was für viele erfahrene Radreisende bereits eine Herausforderung wäre, wurde für Moling zu einem besonderen Abenteuer. Statt eine Route durch Mitteleuropa zu wählen, entschied er sich bewusst für den Balkan und Osteuropa. Die Reise führte ihn durch Griechenland, Nordmazedonien, Serbien, Ungarn, die Slowakei und schließlich nach Österreich.

Vorbereitungen schon Monate vorher

“Ich bin schon viel gereist, aber das war mein erstes großes Fahrradprojekt”, erzählt der Gadertaler gegenüber Südtirol News. Die Vorbereitung begann bereits im Winter. Monate lang plante er die Route, stellte seine Ausrüstung zusammen und bereitete das Fahrrad auf die Herausforderungen der Reise vor. Allein der Transport des Fahrrads samt Gepäck nach Griechenland erforderte einiges an Organisation.

Andrea Moling

Am 10. April startete das Abenteuer in Athen. Von dort aus ging es täglich zwischen 30 und 100 Kilometer weiter. Durchschnittlich legte Moling rund 80 Kilometer pro Tag zurück – mit etwa 40 Kilogramm Gepäck auf dem Rad. Neben Zelt, Schlafsack und Kochutensilien führte er alles mit, was für ein unabhängiges Leben unterwegs nötig war.

“Vielfalt Europas war beeindruckend”

Besonders beeindruckt zeigte sich der Südtiroler von der Vielfalt Europas. “Sobald man eine Grenze überquert, verändert sich vieles – Sprache, Kultur, Landschaft und oft auch die Lebensweise der Menschen”, berichtet er. Jede Region habe ihren eigenen Charakter: die Küsten und Berge Griechenlands, die Seen und Dörfer Nordmazedoniens, die Klöster Serbiens oder die Donaulandschaften in Ungarn und der Slowakei.

Andrea Moling

Übernachtet wurde meist im Zelt oder bei Einheimischen. Hotels und Hostels nutzte Moling nur in größeren Städten, wo er sich mehrere Tage Zeit nahm, um Sehenswürdigkeiten und Kultur kennenzulernen. Gekocht wurde während der gesamten Reise selbst.

Hundeangriffe zwingen zur Routenänderung

Ganz ohne Schwierigkeiten verlief das Projekt allerdings nicht. Vor allem starker Gegenwind und freilaufende Hunde stellten den Radfahrer immer wieder vor Probleme. Besonders in Griechenland kam es mehrfach zu unangenehmen Begegnungen mit Straßenhunden. An manchen Tagen musste er seine geplante Route sogar ändern, um riskante Strecken zu vermeiden.

Andrea Moling

Dennoch überwiegen die positiven Erinnerungen deutlich. Vor allem die Begegnungen mit den Menschen entlang der Strecke hätten die Reise geprägt. “Ich wurde überall freundlich aufgenommen. Viele wollten wissen, woher ich komme und wohin ich fahre. Daraus entstanden zahlreiche interessante Gespräche”, erzählt Moling.

Wien nach zwei Monaten erreicht

Anfang Juni erreichte er schließlich sein Ziel in Wien. Dort verbrachte er noch eine weitere Woche, um die österreichische Hauptstadt und ihre Umgebung mit dem Fahrrad zu erkunden.

Neue Reisepläne

Lange wird der Gadertaler allerdings nicht stillsitzen. Bereits jetzt plant er sein nächstes Abenteuer: Im Herbst möchte er entweder Südkorea oder Taiwan mit dem Fahrrad umrunden. Geplant ist erneut eine rund zweimonatige Reise.

Für Moling steht fest, dass solche Projekte ohne die Unterstützung seiner Familie kaum möglich wären. “Sie haben mich immer unterstützt und mir geholfen, diese Träume zu verwirklichen”, sagt der 29-Jährige. Nach der erfolgreichen Fahrt von Athen nach Wien dürfte der nächste große Radreiseplan bereits in den Startlöchern stehen.

Andrea Moling

Bezirk: Pustertal

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