Gutachter sind sich uneins

Mordfall Rauch: War der Täter zurechnungsfähig?

Samstag, 30. Oktober 2021 | 09:25 Uhr

Eppan – Lukas Oberhauser hat am 9. März 2020 seinen Eltern gegenüber versichert, er gehe zu einem Grillabend mit Freunden, als er das Haus verlassen hat. In Wirklichkeit hat er sich mit einem Küchenmesser auf den Weg in Richtung Eppan gemacht, um die 28-jährige Barbara Rauch im Bordeauxkeller zu töten. Die Frau betrieb die Vinothek gemeinsam mit ihrem Mann Philipp.

Wie Alto Adige online berichtet, wurde dieses Detail im Rahmen des Schwurgerichtsprozesses in Bozen gegen den jungen Mann aus Terlan bekannt. Lukas Oberhauser muss sich wegen mehrfach erschwerter vorsätzlicher Tötung und wegen Stalkings verantworten.

Während der Verhandlung ist unter anderem der Psychiater Ivano Simioni zu Wort gekommen, der im Auftrag des Untersuchungsrichters ein Gutachten erstellt hat. Ihm zufolge war Oberhauser zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig.

Der Gutachter begründete dies unter anderem damit, dass sich der Angeklagte vor den Eltern ein falsches Alibi verschafft hat. Aus dem Restaurant seiner Familie habe er ein Messer mitgenommen, das er in einer Tasche verstecken konnte. Dieselbe Art von Messer hatte übrigens auch Barbara Rauch benutzt, als Oberhauser als Saisonarbeiter bei ihr im Betrieb gearbeitet hatte.

Als er beim Bordeauxkeller angekommen war, habe Oberhauser dem Psychiater zufolge zweimal darauf verzichtet, seinen Plan sofort in die Tat umzusetzen – einmal, weil noch Gäste im Lokal waren, und ein zweites Mal, weil ein Radfahrer zufällig vorbeigefahren ist. Erst als er sicher war, dass er mit Barbara Rauch alleine war, habe er den Bordeauxkeller betreten.

Damit kommt der Gutachter zum Schluss, dass Oberhauser genau wusste, was er tat. Die Gutachter der Verteidigung behaupten hingegen das Gegenteil. Sie unterstrichen, das pathologische, narzisstische und besessene Verhalten von Oberhauser. Dieser habe sogar seinen Zellengenossen mit dem Tod bedroht.

Die Verhandlung wurde anschließend auf den 30. November vertagt. Ein Urteil wird hingegen am 7. Dezember erwartet.

Von: mk

Bezirk: Überetsch/Unterland

Kommentare

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9 Kommentare auf "Mordfall Rauch: War der Täter zurechnungsfähig?"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Donmclean
Donmclean
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Fakt isch dass a Kind nimmer die Muater hot und der Monn seine Frau nimmer hot. Die Zuarechnungsfähigkeit soll lei klärn ob er a Leben long ins Knast kemmen soll oder in a Klapsmühle. In beade Fälle ober nimmer ausserkemmen.

User
User
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Hon grod gwellt kommentieren, brauch i iatz ober nimmer, weil dus für mi schun hosch. Meine Worte. Danke.

Nightrider.
Nightrider.
Neuling
1 Monat 3 Tage

Lebenslang heißt 30 Jahre

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Ein Mörder ist und bleibt einer. Sie sollen aufhören mit dem Aufwühlen die Angehörigen zu plagen!

Norbi
Norbi
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@ Trina ganz genau immer kommt der gleiche scheiss wegen zurechnungsfähig. Es war keine Notwehr odr sonst was deshalb in den Knast bis dass der Tot in scheidest und nicht lebenslang

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@Norbi wäre ich einverstanden. Milde bei Mord soll es nicht geben!

Anderrrr
Anderrrr
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Das sein frogn hofentlichn lebenslag er hot a familue zerstört punkt…

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Ohne die Tat rechtfertigen zu wollen, auch finde ich Lebenslang angemessen, obwohl das in Italien max. 30 Jahre sind will ich doch sagen, viele Täter bereuen ihre Tat. Ob dann für ewig weg sperren die Lösung wäre… Hm
Es gibt Beispiele, international, in denen z. B. Eltern den Mördern ihrer Kinder entweder verziehen haben oder es “akzeptier” haben. Mit den Tätern gesprochen haben..
Nicht alles ist NUR schwarz ODER weiss!

Waltraud
Waltraud
Kinig
1 Monat 2 Tage

N.G.
Er bereut seine Tat aber nicht. Sonst hätte er andere Zellengenossen nicht mit dem Tod bedroht. Er hat höchst narzisstische Neigungen.

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