Ärger bei Anwohnern - Stadt verstärkt nun Kontrollen

Nächtliche Raser verwandeln Bozen in Autodrom

Freitag, 03. Juli 2026 | 09:33 Uhr

Von: luk

Bozen – Dröhnende Motoren, quietschende Reifen und riskante Beschleunigungsrennen mitten in der Nacht sorgen in mehreren Bozner Stadtvierteln für wachsenden Unmut. Besonders aus dem Stadtteil Kaiserau häufen sich Beschwerden von Anrainern, die von nächtlichen Rasern und lärmenden Motorrädern um den Schlaf gebracht werden.

Als Brennpunkt gilt vor allem die Nikolaus-Rasmo-Straße, wo Autofahrer und Motorradfahrer laut Anwohnern immer wieder mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind und die lange Gerade offenbar als Rennstrecke missbrauchen. Betroffene berichten laut der Zeitung Alto Adige von aufheulenden Motoren, abrupten Bremsmanövern, Wheelies, und durchdrehenden Reifen – oft bis weit nach Mitternacht.

Auch in der Freiheitsstraße, der Reschenstraße und in der Drususstraße sollen sich junge Motorradfahrer regelmäßig zu lautstarken Beschleunigungsmanövern treffen. Anwohner fordern deshalb Maßnahmen wie Bodenschwellen, um die Geschwindigkeit zu reduzieren. Diese seien jedoch problematisch, da sie auch den Verkehr von Rettungsfahrzeugen und Lastwagen beeinträchtigen könnten.

Bürgermeister Claudio Corrarati kündigt stattdessen verstärkte Kontrollen durch die Stadtpolizei und die Ordnungskräfte an. Das Thema sei bereits im Komitee für öffentliche Sicherheit behandelt worden. “Die Stadt darf kein Autodrom sein”, betont Corrarati. Neben konsequenten Strafen brauche es aber auch mehr Verantwortungsbewusstsein und Aufklärung – insbesondere durch die Familien.

Im Visier der Stadtpolizei stehen zudem manipulierte Fahrzeuge. Wer Motoren oder Auspuffanlagen verändert, um mehr Lärm oder Leistung zu erzeugen, riskiert Geldstrafen von bis zu 1.700 Euro sowie den Entzug der Zulassung. Künftig soll eine mobile Prüfwerkstatt der Stadtpolizei technische Kontrollen direkt vor Ort ermöglichen und verdächtige Fahrzeuge ohne Umweg überprüfen.

Bezirk: Bozen

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