Mehrheit lehnt den Beschlussantrag des Team K ab

Wohnungsnotstand: “So bleiben wir unattraktiv”

Mittwoch, 01. Juli 2026 | 16:38 Uhr

Von: luk

Bozen – Der Südtiroler Landtag hat heute den Beschlussantrag des Team K zum Wohnungsnotstand abgelehnt. “Dieser präsentierte fünf konkrete Vorschläge, die die öffentlichen Kassen kaum belastet hätten, um eines der drängendsten Probleme Südtirols anzugehen. Die Politik arbeitet in einem inakzeptabel langsamen Tempo. Es genügt an die Kasernen in Bozen oder das Bahnhofsareal zu denken, bei dem mittlerweil vom Jahr 2040 gesprochen wird. Aber die Jugend wartet nicht, sie geht. Mit ihr geht die Zukunft Südtirols”, erklärt Paul Köllensperger vom Team K.

“Bei meinem Vorschlag handelt es sich nicht um ideologische oder unrealistische Maßnahmen, sondern um kleine Schritte, die konkrete Ergebnisse hätten erzielen können. Viele der im Antrag enthaltenen Vorschläge werden in anderen europäischen Regionen bereits erfolgreich umgesetzt und hätten auch in Südtirol dazu beitragen können, das Angebot an erschwinglichem Wohnraum zu erhöhen und die Preise, die seit Jahren für den normalen Bürger nicht mehr tragbar sind, zu senken. Es ist ein banales wirtschaftliches Grundgesetz: Wir müssen das Angebot erhöhen, damit Kauf- und Mietpreise sinken”, so Paul Köllensperger.

Die abgelehnten Vorschläge: “Die Schaffung einer Landesagentur für die Beschaffung von Baugrund mit dem Ziel, öffentliche Wohnungen zu bauen die für einen Mietbetrag von einem Drittel des monatlichen Nettofamilieneinkommens vermietet werden, nach dem Vorbild von Wien und Bologna. Weiters die Erleichterung der Umnutzung von leerstehenden Büros, Lagerflächen und Geschäften in Wohnraum. Die Einführung von günstigen Übergangswohnungen für Studierende, Arbeitnehmende und Berufseinsteiger, sowie die Verdichtung der Stadtviertel des geförderten Wohnbaus in Bozen aus den 60er und 70er Jahren. Auch die Reaktivierung des WOBI als Akteur auf dem Mietmarkt wurde vorgeschlagen.”

“Keine dieser Maßnahmen hätte grundlegende Gesetzesänderungen oder außerordentliche Ausgaben erfordert. Sie zielen vor allem darauf ab, das bereits Vorhandene besser zu nutzen: bestehenden Baubestand, öffentliche Institutionen, bereits erschlossenes Bauland”, erläutert das Team K.

Und weiter: “Die Wohnungskrise löst man nicht mit Ankündigungen. Wir brauchen keine neuen Gesetze, denn wir haben ein Marktproblem, das sich durch eine Erhöhung des Wohnraumangebots und die daraus folgende Preissenkung lösen lässt. Genau hier liegt das Problem. Großeigentümer und Bauträger haben kein Interesse daran, dass dies geschieht und sie halten die Politik in ihrer Hand. Die Mehrheit behauptet, bereits alles richtig zu machen. Wir haben davon nichts bemerkt. Deshalb werden wir weiterhin Vorschläge einbringen, um jungen Menschen und Familien zu helfen, ihre Zukunft in Südtirol aufzubauen”, schließt Paul Köllensperger.

Bezirk: Bozen

Kommentare

Aktuell sind 7 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen