Der Tumor wuchs vom Eierstock aus

Patientin in der Steiermark mit 18 Kilogramm schweren Tumor

Freitag, 28. August 2026 | 16:20 Uhr

Von: importer

Einer Frau aus der Oststeiermark ist ein 18 Kilogramm schwerer und etwa 40 Zentimeter großer, gutartiger Tumor erfolgreich entfernt worden. Das teilte das LKH-Universitätsklinikum Graz am Freitag in einer Aussendung mit. Das Gewächs war im Krankenhaus in Hartberg entdeckt worden. Aufgrund der Dimension wurde die 50-jährige Patientin nach Graz verlegt, wo ihr der Tumor, der vom linken Eierstock ausgegangen war, binnen zwei Wochen entfernt wurde. Die Frau ist wohlauf.

Die Oststeirerin hatte über mehrere Monate hinweg zunehmende Beschwerden im Bauchraum. Ihr Hausarzt schickte sie zu einer CT-Untersuchung ins LKH Oststeiermark, Standort Hartberg. Dort war das riesige Gewächs klar zu sehen, denn es füllte beinahe schon den gesamten Bauchraum aus und verdrängte die Organe.

Bauchschnitt vom Brustbein bis zum Schambein

Die Patientin wurde anschließend von Hartberg nach Graz gebracht: “In diesem außergewöhnlichen Fall war es sinnvoll, die Patientin in das Zentrum zu überweisen. Genau so soll ein Krankenhausnetzwerk funktionieren: Die Patientinnen werden dort behandelt, wo für ihre jeweilige Situation die besten Voraussetzungen vorhanden sind”, erklärte Karl Tamussino, Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologie am Uniklinikum Graz. Bei der rund dreistündigen Operation war ein elfköpfiges Team aus Gynäkologinnen und Gynäkologen, Anästhesistinnen und Anästhesisten und OP-Pflege im Einsatz. Über einen Bauchschnitt vom Brustbein bis zum Schambein konnte der 40 Zentimeter große und 18 Kilogramm schwere Tumor intakt entfernt werden.

Sofort nach dem Eingriff musste mittels Gewebeprobe ermittelt werden, ob der Tumor gut- oder bösartig ist. Das wird mit einem sogenannten Schnellschnitt im Diagnostik- und Forschungsinstitut für Pathologie gemacht. “Normalerweise gelangen Gewebeproben am Uniklinikum über die Rohrpost in die Pathologie – bei einem Präparat mit 18 Kilogramm Gewicht war diesmal allerdings nicht nur präzise Handarbeit, sondern auch ein schneller Botengang gefragt”, hieß es in der Aussendung.

Handelte sich um gutartiges Zystadenofibrom

Nach nur wenigen Minuten war dann klar, dass der Tumor gutartig war. Es handelte sich um ein gutartiges Zystadenofibrom. “Die Größe eines Tumors sagt eigentlich nichts darüber aus, ob er gut- oder bösartig ist. In diesem Fall hatte der Tumor zwar nahezu den gesamten Bauchraum ausgefüllt und andere Organe massiv verdrängt, war aber zum Glück nicht in sie eingewachsen”, erklärte der verantwortliche Chirurg Armin Bader. Die Patientin hat sich laut LKH gut von der Operation erholt und konnte zwei Tage nach der Operation nach Hause gehen. Sie benötigt auch keine weitere Therapie. Die chirurgische Nachsorge übernimmt wohnortnah nun wieder das Krankenhaus in Hartberg.

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