Anfragen steigen

Prüfungsangst: So hat Corona die Matura verändert

Mittwoch, 21. Juni 2023 | 08:40 Uhr

Bozen – Los geht es mit der ersten schriftlichen Arbeit: Für rund 4000 Schülerinnen und Schüler der deutschen und italienischen Schule startet am heutigen Mittwoch die Matura. Dass nach drei Jahren mit pandemiebedingten Sonderformern der reguläre Ablauf der staatlichen Abschlussprüfung zurückkehrt, mag erleichternd klingen. Trotzdem hat Corona seine Spuren hinterlassen.

Vorgesehen sind bei der Matura heuer sowohl an den deutschen als auch an den italienischen Oberschulen drei schriftliche Prüfungen und ein mündliches Prüfungsgespräch – genau wie vor der Pandemie. Das heutige Schuljahr war auch das erste, in dem wieder Normalität einzog: Unterrichtet wurde ausschließlich in Präsenz und auch die Ausflüge fanden wieder statt.

Damit ist aber noch lange alles wie früher. „Im vergangenen Schuljahr haben sich Anfragen von Oberschülern aufgrund Angstzuständen verdoppelt“, erklärt Giuliana Beghini Franchini, Koordinatorin und Supervisorin der Schulpsychologen in Südtirol, Medien gegenüber.

Diese Ängste tragen junge Heranwachsende mit sich herum und bringen sie auch in die Schule mit – ein Phänomen, das sich in den letzten beiden Monaten verschärft hat. „Immer mehr Jugendliche holen sich Hilfe, um Prüfungsängste vor der Matura zu überwinden“, erklärt Beghini Franchini.

Dass man vor der staatlichen Abschlussprüfung aufgeregt ist, sei normal, betont die Psychologin und Psychotherapeutin. „Die Matura ist vielleicht der letzte übriggebliebene Initiationsritus ins Erwachsenenalter. Angesichts des Leistungsdrucks in unserer Gesellschaft ist diese Prüfung vermutlich noch schwerer und stürzt jemanden eher in eine Krise“, meint Beghini Franchini.

Gleichzeitig seien Prüfungen immer auch ein wichtiger Härtetest, der unsere psychische Widerstandsfähigkeit auf die Probe stellt – und im Leben gibt es bekanntlich immer wieder welche.

Von: mk

Bezirk: Bozen