Kooperationsabkommen

Sanitätsbetrieb unternimmt Schritte gegen Ärztemangel

Donnerstag, 23. September 2021 | 16:35 Uhr

Bozen – Im April 2021 haben der Südtiroler Sanitätsbetrieb und die Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) Salzburg ein Kooperationsabkommen unterzeichnet, das die Zusammenarbeit bei Forschung und Lehre im Bereich der Humanmedizin sowie beim Studiengang Humanmedizin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Südtirol zum Inhalt hat. Die Umsetzung dieses Abkommens ist bereits im Gange.

Das im April 2021 geschlossene Kooperationsabkommen zwischen Südtiroler Sanitätsbetrieb und Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Salzburg wurde im Mai 2021 durch eine gemeinsam unterzeichnete Absichtserklärung noch einmal bekräftigt und konkretisiert. Bereits jetzt studieren im Rahmen der Kooperation mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb insgesamt 20 angehende Ärztinnen und Ärzte an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Humanmedizin.

Mit der Kooperation zwischen PMU und Südtiroler Sanitätsbetrieb soll darüber hinaus aber auch Innovation, Forschung und Lehre im öffentlichen Gesundheitswesen Südtirols gefördert werden. Zu diesem Zweck sollen nun akademische Lehrabteilungen und Lehrkrankenhäuser innerhalb des Südtiroler Sanitätsbetriebes errichtet werden.

In den vergangenen Tagen hat sich eine hochkarätige Abordnung der PMU in Südtirol aufgehalten und gemeinsam mit den Spitzen des Südtiroler Gesundheitswesens die zukünftigen Lehrabteilungen und Lehrkrankenhäuser besucht. Dabei wurden persönliche Kontakte zwischen den Beteiligten geknüpft, die Inhalte des Abkommens erläutert und Auswirkungen auf die beteiligten Abteilungen und Krankenhäuser besprochen.

Ziel ist es, den Südtiroler Sanitätsbetrieb zu einem „universitätsmedizinischen Betrieb“ weiterzuentwickeln. Dazu sollen die Anstrengungen in Forschung und Lehre verstärkt werden, vor allem um die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten, die in Südtirol versorgungswirksam sind, voranzutreiben. Durch den schrittweisen Aufbau von akademischen Lehrabteilungen im Südtiroler Sanitätsbetrieb soll ein frühzeitiger Kontakt zu den Studierenden hergestellt werden. So kann bei den Medizinstudierenden durch eine frühe Begleitung beim Praktikum sowie bei Medizinern, die sich in der Facharztausbildung befinden, Interesse am Südtiroler Sanitätsbetrieb geweckt werden.

Für Gesundheitslandesrat Thomas Widmann ist die Kooperation mit der PMU eine strategische Maßnahme gegen den Ärztemangel, aber nicht nur. “Wir schaffen mehr Studienmöglichkeiten, binden die Studenten auch nach der Ausbildung an Südtirol und schaffen zugleich die Voraussetzungen, um unsere Krankenhäuser weiterzuentwickeln in Richtung Lehr- und Forschungsstätten. Damit können wir nicht nur neue Ärzte anwerben, sondern auch Zugang zu neuen therapeutischen Möglichkeiten bieten und die Versorgungsqualität weiter steigern. Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, bis hin zu den Patienten”.

Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Florian Zerzer: „Die Zusammenarbeit mit der Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg bei Forschung und Lehre eröffnet ganz neue Möglichkeiten für die Beschäftigten des Südtiroler Sanitätsbetriebes und macht den Betrieb auch als Arbeitgeber anziehender und interessanter. Gerade in Hinblick auf die Rekrutierung von Ärztinnen und Ärzten sowie hinsichtlich der Personalentwicklung ist diese Zusammenarbeit ein großer Schritt in die richtige Richtung und ich bin darüber sehr erfreut. Schlussendlicht bedeutet die Zusammenarbeit mit der PMU mittelfristig auch eine Qualitätssteigerung bei der medizinischen Versorgung und kommt so auch den Patientinnen und Patienten zugute.“

Der Rektor der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) Salzburg, Wolfgang Sperl, betonte die hohe Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb: „Es freut mich sehr, dass die Kooperationen mit Südtirol in eine nächste Phase gehen. Die PMU sieht es als großes Potenzial, hier auch überregional akademisch zusammenzuarbeiten.“ Die gute medizinische Versorgung und die große Zahl von tätigen akademisch ausgebildeten habilitierten Ärztinnen und Ärzten in den verschiedenen Südtiroler Krankenhäusern prädestiniere die ganze Region Südtirol für eine längerfristige Kooperation mit der PMU, so Sperl. Und er ergänzt: „Unser Ziel ist es, neben Forschungskooperationen ausgezeichnete moderne und international ausgerichtete Lehre anzubieten, um eine neue Generation von gut ausgebildeten und menschlich kompetenten Ärztinnen und Ärzten heranzubilden.“

Michael Mian, geschäftsführender Primar des Dienstes für Innovation, Forschung und Lehre (IRTS) im Südtiroler Sanitätsbetrieb: „Innovation, Forschung und Lehre sind seit jeher zentrale Punkte in der Medizin. Der neue Dienst sowie auch die Zusammenarbeit mit der PMU ermöglichen es dem Südtiroler Sanitätsbetrieb, neue Wege zu beschreiten.“

Daten und Fakten zur PMU

Die Akkreditierung der Paracelsus Medizinische Privatuniversität wurde im November 2002 per Bescheid erteilt und soeben erneut für weitere sechs Jahre verlängert. Die PMU positioniert sich als Universität der Gesundheitswissenschaften. Neben dem Herzstück, der Humanmedizin, die in Salzburg und Nürnberg angeboten wird, werden Studierende in den Bereichen Pflegewissenschaft (seit 2007) und Pharmazie (seit 2017) aus- und weitergebildet. Tragende Säulen sind die wissenschaftsgeleitete Lehre, die Vorbereitungen auf die Arbeit an den Patientinnen und Patienten und starke Forschungsleistungen. Die PMU hat sich mit rund 1.500 Studierenden und mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu einer universitären Einrichtung mit überregionaler Bedeutung entwickelt.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "Sanitätsbetrieb unternimmt Schritte gegen Ärztemangel"


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Lausbuam20
Lausbuam20
Tratscher
24 Tage 14 h

Supendierungen sind sicher der richtige Weg, mehr Personal (nicht nur Ärzte) zu akquirieren???

LouterStyle
LouterStyle
Superredner
24 Tage 13 h

hel stimmt, ober als Orzt sich net zu Impfen isch a komisch.

Lausbuam20
Lausbuam20
Tratscher
24 Tage 13 h

Wird schon seine Gründe haben. Es gibt einige die nicht dafür sind, aber gezwunden wurden.

Tigre.di.montana
24 Tage 16 h

Die Frage ist für mich, als Arzt in Deutschland: warum gewinnen die Südtiroler so wenige Ärzte aus Deutschland und Österreich, auch aus anderen Teilen Italiens?
Mein Eindruck ist der dass einerseits italienische und Südtiroler Politik viele Vorgaben von außen machen, die zwar die tatsächlichen oder vorgeblichen Wünsche der Wähler ausdrücken, andeterseits aber damit erwachsene Menschen in Unfreiheit binden: Menschen die flexibel sind, gut ausgebildet und motiviert, und die vergleichen können.
Ist eine Krankenschwester, ein Arzt in der Luzern, München oder Innsbruck – vielleicht – besser gestellt, und vielleicht auch zufriedener als in Südtirol?

Kingu
Kingu
Tratscher
24 Tage 11 h

Diejenigen die in Deutschland, Holland, Belgien oder den skandinavischen Ländern eine Stelle zuteil wird, haben fast den doppelten Lohn, da bereits alles privatisiert. Hier ist die Sanität staatlich und kostenlos, für den Steuerzahler teuer und trotzdem nichts wert.

Mezcalito
Mezcalito
Superredner
24 Tage 15 h

Bessere Arbeitsbedingungen und international kompetitive Bezahlung würde deutlich mehr helfen, Ärzte zu finden, die hier arbeiten undverhindern, dass unsere abhauen

brunner
brunner
Universalgelehrter
24 Tage 13 h

Da werden wieder mal unzählige Millionen in den Sand gesetzt….viele gehen danach trotzdem ins Ausland….

Francis13
Francis13
Grünschnabel
24 Tage 4 h

Weiterhin gesunde(!!!) Sanitätsmitarbeiter zu suspendieren ist sicherlich der ideale Weg das Problem zu lösen…

pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
24 Tage 5 h

Und warum fällt der Sanität diese Aktion erst jetzt ein? Wobei man schon seit Jahrzehnten wissen hätte müssen,dass es soweit kommt?Wiedereinmal  viel zu spät dran Herr Widmann und Co???😡

So ist das
24 Tage 5 h

Wurde auch mal Zeit, aber auch die Gehälter erhöhen, nicht jene der Politikerkaste, sondern der Ärzte und des Sanitätspersonals.

WhiteRussian
WhiteRussian
Neuling
24 Tage 4 h

Werd enk olls nichts bringen, solong es net später besser zohlt. Isch net lei ba Ärzte so. Im internationalen Vergleich zohlt as Lond besch..eiden. Ober dernoch sollet die Creme de la Creme kemmen und nor top motiviert do orbetn….

wienerschnitzel
wienerschnitzel
Grünschnabel
24 Tage 3 h

Das Problem liegt eher darin, dass Südtiroler Medizinstudenten (und auch in vielen anderen Bereichen) nicht mehr nach Südtirol zurückkommen wollen, weil Gehälter im Vergleich zu niedrig sind bei höheren Lebenshaltungskosten.

berthu
berthu
Universalgelehrter
24 Tage 2 h

Schritte zurück…die Richtung der Schritte ist wichtig zum Ziel zukommen. Ist das in der Sanität bekannt?

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
24 Tage 1 h

Das geht sicher ganz schnell, dauert nur ein paar Jahre… 🙈

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