Der Polizei gelang ein großer Schlag gegen die Innsbrucker Drogenszene

Schlag gegen Drogenszene in Innsbruck: 17 Kilo Kokain

Freitag, 08. Mai 2026 | 13:17 Uhr

Von: apa

Der Tiroler Polizei ist ein größerer Schlag gegen die Drogenszene in der Landeshauptstadt Innsbruck gelungen: Ende April wurden 17 Kilogramm Kokain in einem Auto sichergestellt und vier Männer festgenommen. Über die verdächtigen Marokkaner aus der sogenannten “Nordafrikanerszene” wurde die Untersuchungshaft verhängt. Neben den Drogen fand man auch 24.000 Euro an Bargeld, hieß es am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Der Straßenverkaufswert der sichergestellten Drogen betrug 1,7 Millionen Euro. Der Aufgriff sei “historisch”, betonte Landespolizeidirektor Helmut Tomac. Es handle sich um die bisher größte in Tirol sichergestellte Menge an Kokain. Bei den Verdächtigen handle es sich um zwei 23-Jährige, einen 22-Jährigen und einen 34-Jährigen.

Das Kokain stamme aus dem “norditalienischen Raum”, strich Christoph Kirchmair, Leiter des Kriminalreferats des Stadtpolizeikommandos Innsbruck, heraus. Das Kokain verfüge über einen hohen Reinheitsgehalt und sei für den Straßenverkauf für sogenannte Läufer bestimmt gewesen, berichtete er: “Die Lieferung ging gezielt nach Innsbruck.” Die beschlagnahmten Drogen waren in Paketen zu jeweils einem Kilogramm verpackt gewesen. Bei einem der Verdächtigen wurde das Bargeld in Höhe von 24.000 Euro in “szenetypischen Stückelungen” sichergestellt, hieß es.

Verdächtiges Fahrzeug führte zu Drogenfund

Zur Sicherstellung des Kokains sei es konkret am 30. April gekommen, berichtete die Leiterin des Tiroler Landeskriminalamtes, Katja Tersch. Am Nachmittag sei eine Streife auf ein “verdächtiges, abgestelltes Fahrzeug mit italienischem Kennzeichen aufmerksam geworden”. Die Person sei beim Anblick der Polizei geflüchtet, jedoch in der Nähe des Hauptbahnhofes festgenommen worden. In dem Wagen wurde das Suchtgift gefunden.

Schließlich wurden dort auch “weitere Verdächtige festgestellt”, die sich größtenteils in Taxis befunden hätten. Offenbar sei dort eine Suchtmittelübergabe an Straßenverkäufer geplant gewesen, berichtete Tersch. Drei daran beteiligte Männer ergriffen die Flucht. Ein Verdächtiger wurde nur wenige Stunden später festgenommen, die weiteren Beschuldigten in den folgenden Tagen.

“Nordafrikanerszene” in Innsbruck wieder aktiv, umfasst rund 45 Personen

Die “Nordafrikanerszene” in der Tiroler Landeshauptstadt, die die Ermittler bereits vor vielen Jahren eingehend beschäftigt hatte und dann zunehmend verschwunden schien, sei aber noch deutlich größer, berichtete Tomac. Sie umfasse aktuell 45 Tatverdächtige, die in Zusammenhang mit “20,4 Kilogramm an Drogenaufgriffen seit Jahresbeginn stehen”. Neben dieser beträchtlichen Menge an Kokain bereite der Polizei die “steigende Aggressivität” dieser Gruppierungen Sorge, fügte Kirchmair hinzu.

Zum bis dahin größten Drogenfund im Bundesland war es im Dezember 2024 am Brenner gekommen, als die Polizei zwölf Kilogramm Kokain sicherstellte. Den Beamten der Grenzpolizei war ein in Italien wohnender Albaner aufgefallen, der in den Süden fahren wollte. Die Inspektion am Brenner brachte Kokain-Päckchen zum Vorschein, die in der Karosserie eingearbeitet waren.

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