Naturjuewel

Erster Ranger am Karer See hält Influencer und Drohnen im Zaum

Donnerstag, 23. Juli 2026 | 12:21 Uhr

Von: mk

­Welschnofen – Der Karer See am Rande des Latemarwaldes auf über 1500 Metern Meereshöhe ist ein Naturjuwel, die smaragdgrüne Farbe und das Spiegelbild von Rosengarten und Latemar machen ihn zum Besuchermagnet. „In den vergangenen Jahren ist es immer öfter vorgekommen, dass Personen oft auch in aller Früh oder am Abend über die Umzäunung des Sees steigen, um Aufnahmen zu machen, um diese Fotos oder Videos in den Social Media zu verbreiten“, berichtet Andreas Agreiter, stellvertretender Direktor der Agentur Landesdomäne. Die Besucherinnen und Besucher sind international, sie kommen aus vielen Ländern Europas und auch aus Amerika und Asien.

Heuer ist am Karer See erstmals ein sogenannter Südtirol Ranger im Einsatz, der im Mai dieses Jahres die von der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung organisierte Schulung besucht hat: Giorgio Poschiavin aus dem Fassatal, der viele Jahre Erfahrung als Wanderleiter und Skilehrer hat, ist seit Mitte Mai und noch bis Mitte Oktober an sechs Tagen die Woche in den Hauptbesuchszeiten hauptsächlich rund um den See unterwegs, informiert Besucherinnen und Besucher allgemein über den See und das umliegende Gebiet, etwa über die jahreszeitlichen Veränderungen und das Latemar-Klangholz. Er weist aber auch Besucherinnen und Besucher darauf hin, dass es verboten ist, über die Umzäunung zu steigen oder Drohnen fliegen lassen, da der Karer See samt Waldgebiet bis zum Mittersee ein geschütztes Naturdenkmal ist. Zudem achtet er auf die Sicherheit, etwa wenn durch Windwurf Äste auf die Wege um den See fallen.

“Der Karer See ist ein beliebtes Ziel für Gäste aus aller Welt, und gerade weil der Tourismus an solchen Orten zunimmt, müssen wir konkrete Maßnahmen ergreifen”, unterstreicht Forst- und Tourismuslandesrat Luis Walcher: “Mit dem Ranger haben wir eine Ansprechperson, die Besucherinnen und Besucher informiert, sensibilisiert und dafür sorgt, dieser besondere Naturraum auch in Zukunft erhalten bleibt.”

In den vergangenen Jahren sind öfters Drohnen in den See gestürzt, weiß Bernd Pardeller, Förster der zuständigen forstlichen Aufsichtsstelle Latemar, und dies ist schädlich, da die Batterien das Wasser verunreinigen können. Seit Mitte Mai hat Ranger Poschiavin bereits über 100 Personen angehalten, die Drohnen geflogen haben. Die Förster führen insbesondere in den Morgen- und Abendstunden Kontrollen durch, auch im Nahbereich des Sees, da im Wald letzthin auch öfters gezeltet oder campiert wird.

“Der Ranger am Karer See ist ein wichtiger Meilenstein für die Besucherlenkung und Sensibilisierung am Karer See; er ist Wissensvermittler und erklärt unter anderem die Besonderheiten dieses geschützten Naturdenkmals sowie die Auswirkungen von Vaia, Borkenkäfer und Schneedruck”, betont die Direktorin von Eggental Tourismus Stephanie Völser, die mit einigen anderen Vertretern in der Arbeitsgruppe Hotspotmanagement Karer See mitarbeitet.

“Wir führen den Parkplatz in Abstimmung mit der Agentur Landesdomäne”, erklärt der Bürgermeister der Gemeinde Welschnofen Thomas Pardeller: “Immer wieder verzeichnen wir Fehlverhalten der Besucherinnen und Besucher am Karer See: das reicht vom Übersteigen der Umzäunung über ausgedehnte Picknicks am See und einmal sogar zu einer Unterwasserdrohne. Nicht selten mussten die Förster Drohnen von Bäumen herunterholen oder in Abstimmung mit Tauchern abgestürzte Drohnen aus dem See entnehmen. Seit Jahren hat die Gemeinde bereits einen Hilfspolizisten beschäftigt, der sich unter anderem um die Verkehrsregulierung kümmert. Deshalb ist es gut, dass jetzt noch eine Ansprechperson direkt am See ist und so zu dessen Schutz einen konkreten Beitrag leistet.”

Bezirk: Salten/Schlern

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