Bericht von Save the Children

Südtirol trotzt dem Abwärtstrend bei Geburten, doch es gibt Luft nach oben

Mittwoch, 06. Mai 2026 | 12:11 Uhr

Von: mk

Bozen – Italien steckt seit Jahren in einer demografischen Krise. Dieses Bild wurde erst kürzlich von einem Bericht von Save the Children zur Mutterschaft bestätigt. Glückliche Ausnahmen bilden Südtirol und das Trentino – auch wenn der Glanz bei genauerem Hinsehen Risse zeigt.

Im nationalen Ranking der mutterfreundlichsten Gebiete sichert sich Südtirol den zweiten Platz gleich hinter der Emilia-Romagna, während das Trentino auf dem soliden sechsten Platz landet.

Südtirols Spitzenplatzierung ist unter anderem im Bereich der Gesundheit dem dichten Netz an Beratungsstellen zu verdanken, das den italienischen Durchschnitt im Vergleich fast um das Vierfache überschreitet. Außerdem verzeichnet Südtirol als einziges Gebiet im Staat mit 1,55 Kindern pro Frau eine steigende Geburtenrate.

Die Kehrseite der Medaille: Mütter haben es in Südtirol offenbar schwerer am Arbeitsmarkt. Die Vereinbarkeit von Karriere und Familie wird damit in Italien selbst in wohlhabenden Regionen zur Zerreißprobe.

Für das Trentino ergibt sich ein zwiespältiges Bild. Zwar sind die demografischen Indikatoren gut, laut Bericht schaut es allerdings beim Schutz vor Gewalt an Frauen schlechter aus: Im Verhältnis zur weiblichen Bevölkerung belegt die Provinz den letzten Platz bei der Anzahl von Frauenhäusern und Anlaufstellen für Gewaltopfer.

Insgesamt steuert Italien auf ein neues Rekordtief zu, was die Geburtenrate anbelangt. Besonders besorgniserregend: Fast jede vierte Frau zwischen 25 und 34 Jahren gibt an, dass ihre berufliche Situation eine Mutterschaft schlichtweg nicht zulasse.

Bezirk: Bozen

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