Landesbeirat für Kommunikation schreitet ein

Südtiroler Rentner erhält Telefonrechnung von 13.700 Euro

Dienstag, 02. Mai 2017 | 08:31 Uhr

Bozen – Der Fall des Pensionisten aus dem Burggrafenamt, der nicht schlecht über eine Telefonrechnung von fast 14.000 Euro staunte, ist einer der brisantesten, den der Landesbeirat für Kommunikation in den letzten Monaten gelöst hat. Jedes Jahr wenden sich rund 1.000 Telefonkunden (Private, Betriebe und öffentliche Ämter) an die offizielle Schlichtungsstelle beim Landesbeirat, um ihre mannigfaltigen Probleme mit den Anbietern zu lösen.

Dieses Jahr haben die Streitfälle mit privaten Kunden zugenommen, während die Fälle mit Business-Verträgen deutlich, und zwar um 20 Prozent, zurückgegangen sind. Das bedeutet, dass die Telefonverträge der Unternehmen in jüngster Zeit weniger Anlass zu Beschwerden geben. Besonders notwendig ist das Einschreiten des Beirats, wenn plötzlich der Telefon- oder Internetdienst abgestellt wird. Auf Anordnung des Beirats müssen die Anbieter den unterbrochenen Dienst im Dringlichkeitswege bis zur endgültigen Klärung des Streitfalls wiederherstellen.

Der Tätigkeitsbericht des Landesbeirats für das Kommunikationswesen listet die häufigsten Gründe für Auseinandersetzungen mit den Telefonanbietern auf und die Anzahl der Fälle pro Anbieter. Dabei fällt auf, dass neuerdings nicht mehr überhöhte Rechnungen und unerwünschte kostenpflichtige Dienste die alleinigen Gründe für Ärger mit den Anbietern sind. Die Streitgründe sind inzwischen breiter gefächert. Verstärkt hapert es nunmehr an der Transparenz der Telefon- und Internetverträge und an der schleppenden Aktivierung der Dienste. Nach wie vor sind jedoch überhöhte Rechnungen (27 Prozent der gesamten Streitfälle) der Hauptgrund für die Auseinandersetzungen. Diese werden vom Kommunikationsbeirat fast immer erfolgreich gelöst: Die Erfolgsquote der Schlichtungsverfahren im Beirat liegt bei erfreulichen 90 Prozent.

Der Gang zum Beirat ist vollkommen kostenlos, auch für Unternehmen. Dieser Service ist dem Umstand zu verdanken, dass der Südtiroler Landtag und die Authority für das Kommunikationswesen AGCOM in Rom die Kosten der Schlichtungen tragen. Die durchschnittliche Summe, die den Telefonkunden im vergangenen Jahr pro Schlichtungsverhandlung zurückerstattet wurde liegt bei 300 Euro.

Der Telekommunikationssektor ist aber nur einer von vielen Bereichen des Kommunikationswesens, in denen der Landesbeirat als Garantie-Organ regulatorische Aufgaben hat.

Der jüngste Tätigkeitsbericht ist ab 2. Mai 2017 auf der Homepage des Beirats einseh- und downloadbar (www.LBK-bz.org).

Von: luk

Bezirk: Bozen