Fachpersonal klärt in Bozen und Meran auf

Thrombose: Ein Gerinnsel mit Folgen

Mittwoch, 10. Oktober 2018 | 16:21 Uhr

Bozen/Meran – Am zweiten Oktoberwochenende wird in rund 100 Ländern der „Weltthrombosetag“ begangen. Ein wichtiger Anlass, um auch in Südtirol auf die Gefahr des unscheinbaren Blutgerinnsels hinzuweisen, welches eine der häufigsten – vermeidbaren – Ursachen für Todesfälle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt. Am Freitag, den 12. Oktober 2018 steht in den Krankenhäusern Bozen und Meran Fachpersonal für Fragen und zur Aufklärung zu diesem Thema zur Verfügung.

Bereits zum fünften Mal werden in über 98 Ländern die Scheinwerfer an diesem Tag auf dieses Thema gerichtet: Risikofaktoren, erste Anzeichen und Symptome werden dabei in vielen Krankenhäusern – die Partner des „World Thrombosis Day“ sind – in den Mittelpunkt gestellt. Denn nach wie vor heißen die drei größten „Herz-Kreislauf-Killer“ Herzinfarkt, Schlaganfall und Thromboembolie.

Die Blutgerinnung ist ein Vorgang, der eigentlich ein Schutzmechanismus ist: Nach einer Verletzung schützt das Gerinnungssystem den Körper vor dem Verbluten. Dies bedeutet, dass das Blut verklumpt („Thrombus“) und die Wunde schließt. Ein Mechanismus, der an sich lebensrettend ist – nicht jedoch, wenn sich der Thrombus von der Venenwand loslöst und als Blutklumpen („Embolus“) auf den Weg in den Blutkreislauf macht. Wenn der Embolus die Lungen erreicht, führt er zu einer Verlegung der Lungenarterien. Je nach Ausdehnung kommt es zu einem Lungeninfarkt oder im ungünstigsten Fall zu einem lebensgefährlichen Rechtsherzversagen.

Als Risikofaktor gilt dabei eine längere Liegezeit, z.B. im Falle eines Krankenhausaufenthaltes (wobei nach chirurgischen Eingriffen die entsprechenden Vorsorgemaßnahmen seitens des ärztlichen Personals ergriffen werden, z.B. Anti-Thrombose-Strümpfe und/oder gerinnungshemmende Medikamente). Aber auch stundenlange Bewegungsunfähigkeit wie im Falle eines Langstreckenfluges, Flüssigkeitsmangel, eine Schwangerschaft, Rauchen oder die Einnahme der Pille erhöhen das Risiko, an einer Thrombose bzw. Thromboembolie zu erkranken. Eine gute ärztliche Beratung zu den Risikofaktoren und eventuelle Maßnahmen zur Vermeidung sind deshalb gefragt.

Auch der Südtiroler Sanitätsbetrieb ist Partner des „World Thrombosis Day“ und stellt sich am Freitag, den 12. Oktober 2018 von 10.00 bis 12.00 Uhr in den Eingangsbereichen der Krankenhäuser Bozen und Meran mit Fachpersonal beratend zur Verfügung. Während im Krankenhaus Bozen neben den Informationen auch Ratschläge zur Handhabung der Anti-Thrombose-Strümpfe gegeben werden, ist in Meran bei Bedarf eine kurze Ultraschalluntersuchung der Gefäße möglich.

Der stellvertretende Sanitätsdirektor Roland Döcker bricht eine Lanze dafür, dass sich die Bürgerinnen und Bürger mehr zu diesem Thema informieren: „Nicht nur in meiner Tätigkeit als Mediziner habe ich sehr tragische Fälle vom Thromboembolien gesehen. Viele darunter wären vermeidbar gewesen – jede Aufklärung zu diesem Thema, die ein Leben rettet, ist deshalb gut investiert.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Thrombose: Ein Gerinnsel mit Folgen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Storch24
Storch24
Tratscher
9 Tage 17 h

Hatte vor kurzem eine Thrombose, erste Hilfe, KH Bozen 9 Stunden, weil ein Pfleger in der Triage meinte, ich könne ruhig warten….. schmerzen immer schlimmer. Die gut jammern können haben oft den Vorzug. Ärgerlich wenn man in dieser Situation sieht, dass genau diese Personen schnell behandelt werden, aber sich dann so gut fühlen, zwischendurch eine Zigarette zu rauchen. Zum k……

thomas
thomas
Universalgelehrter
9 Tage 14 h

der Mörder ist immer ein Pfleger

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