Untersuchung der Bozner Staatsanwalschaft

Tod von Frühgeborenen: Acht Personen stehen unter Verdacht

Freitag, 27. Februar 2026 | 16:05 Uhr

Von: mk

Bozen – Nach dem Tod zweier Frühgeborener in der Neugeborenenabteilung des Bozner Krankenhauses im vergangenen August ermittelt die Bozner Staatsanwaltschaft gegen acht Personen.

Wie berichtet, waren die Babys nur wenige Stunden beziehungsweise Tage nach ihrer Geburt gestorben. Beide Babys waren zu früh auf die Welt gekommen und hatten sich mit dem Bakterium Serratia marcescens infiziert, das am Spülmittel nachgewiesen werden konnte, welches in Küchen des Sanitätsbetriebs verwendet worden war. Vier weitere Frühgeborene waren ebenfalls infiziert.

Es bestand der Verdacht, dass durch den Kontakt mit dem kontaminierten Spender Keime auf Hände gelangt sein könnten – und von dort möglicherweise zu den hochsensiblen Neugeborenen. Sowohl Krankenhauspersonal als auch die Besucher hatten Zugang zu den Küchen.

Um kein Risiko einzugehen, hat der Sanitätsbetrieb vorsorglich in allen sieben Krankenhäusern des Landes das potenziell kontaminierte Spülmittel aus dem Verkehr gezogen. Gesundheitslandesrat Hubert Messner sprach den betroffenen Familien sein Mitgefühl aus.

Die Staatsanwaltschaft beauftragte in der Folge zwei Sachverständige (ein Facharzt für Rechtsmedizin und ein Facharzt für Infektionskrankheiten) mit der Durchführung einer Voruntersuchung. Carabinieri der Sondereinheit NAS hatte zuvor bereits für die Ermittlungen möglicherweise relevante Unterlagen sichergestellt.

Am kommenden Mittwoch wird die Autopsie der verstorbenen Frühchen in Auftrag gegeben. Erst dann ist es möglich, die Leichname in die Obhut der Eltern zu übergeben, die sich dann von ihren Kindern verabschieden können.

Bezirk: Bozen

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