17-Jähriger wird Tötung eines Kindes bei der Geburt vorgeworfen

Totes Baby im Burgenland: Fünf Anklagen eingebracht

Montag, 10. August 2026 | 15:23 Uhr

Von: importer

Im Fall des im Jänner am Grenzübergang Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) tot aufgefundenen Neugeborenen hat die Staatsanwaltschaft Eisenstadt Anklage gegen die fünf Beschuldigten eingebracht, die derzeit in Untersuchungshaft sitzen. Der damals erst 17-jährigen Mutter des Säuglings wird die Tötung eines Kindes bei der Geburt vorgeworfen, vier weiteren Familienangehörigen Beteiligung an einem Mord, erläuterte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag auf APA-Anfrage.

Die Familienangehörigen sollen unter anderem als Aufpasser fungiert und geholfen haben, Spuren am Tatort zu beseitigen. Sie werden, anders als die 17-Jährige, wegen Beteiligung an einem Mord angeklagt, weil der Paragraph 79 des Strafgesetzbuches – Tötung eines Kindes bei der Geburt – nur bei der Kindsmutter zur Anwendung kommen kann, erläuterte die Staatsanwaltschaft. Bei den Familienmitgliedern handelt es sich laut einem früheren “Kurier”-Bericht um die Mutter, die Schwester, den Bruder und den Schwager der 17-Jährigen.

Obduktion ergab Schädel-Hirn-Trauma als Todesursache

Das getötete Kind war am 18. Jänner 2026 von Reisenden am Grenzübergang Nickelsdorf gefunden worden. Eine Obduktion ergab, dass das Mädchen lebend geboren worden und unter Fremdeinwirkung zu Tode gekommen war. Als Todesursache wurde ein Schädel-Hirn-Trauma festgestellt.

Mitte Februar wurden zunächst vier Verdächtige festgenommen, darunter auch die erst 17-jährige Mutter des Säuglings. Sie wurde, wie zwei weitere Rumäninnen, in Deutschland ausgeforscht und nach Österreich überstellt. Ein Mann wurde in Rumänien festgenommen. Ein fünfter Verdächtiger wurde Mitte Mai in Deutschland ausgeforscht.

Sie dürften gemeinsam in einem Kleinbus unterwegs gewesen sein, aus dem die 17-Jährige in Nickelsdorf kurzzeitig ausstieg, um das Baby in einer Tragetasche am Grenzübergang abzulegen. Bei ihren Befragungen sollen die Familienmitglieder angegeben haben, dass sie von der Schwangerschaft und der Geburt im Bus nichts mitbekommen haben. Die Kindsmutter sagte aus, sie sei von einer Totgeburt ausgegangen.

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