Die Kämpfe gehen auf beiden Seiten weiter

Mindestens 13 Tote durch ukrainischen Angriff

Montag, 10. August 2026 | 13:36 Uhr

Von: importer

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Stadt Nischnekamsk sind den dortigen Behörden zufolge mindestens 13 Menschen getötet und 48 weitere verletzt worden, teilte die Regierung in der Hauptstadt Kasan mit. Republikchef Rustam Minnichanow verhängte offiziell Trauer in Tatarstan. Der Angriff habe Industrieanlagen und zivilen Einrichtungen gegolten. Nischnekamsk liegt in der Region Tatarstan rund 1000 Kilometer östlich von Moskau.

Der Bürgermeister von Nischnekamsk, Radmir Beljajew, hatte zuvor von einem massiven Angriff mit ukrainischen Drohnen auf Industrieanlagen und zivile Objekte sowie von Toten berichtet. Auf in sozialen Netzwerken verbreiteten Videos war aufsteigender Rauch über einer Anlage zu sehen, bei der es sich offenbar um die Raffinerie handelte. Später bestätigte der Generalstab in Kiew den Angriff auf die Raffinerie “Taneko” in Nischnekamsk.

Die Taneco-Raffinerie des Unternehmens Tatneft war bereits Anfang Juni von der Ukraine angegriffen worden. Sie gehört zu den modernsten Raffinerien in Russland. Im Jahr 2024 verarbeitete sie 17 Millionen Tonnen Rohöl und produzierte 2,7 Millionen Tonnen Benzin sowie 8,5 Millionen Tonnen Diesel.

Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien verstärkt. Dies führte in vielen Teilen Russlands zu Treibstoffengpässen. Den russischen Behörden zufolge sind diese Probleme inzwischen jedoch größtenteils behoben.

Einnahme zweier Dörfer durch Russland

Unterdessen haben russische Truppen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur RIA vom Sonntag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau zwei Dörfer in der ostukrainischen Region Donezk unter ihre Kontrolle gebracht. In einer Mitteilung des Ministeriums auf Telegram hieß es, die Streitkräfte hätten Wasjutynske und Torezk eingenommen. Das ukrainische Militär bestätigte dies zunächst nicht.

Bei einem russischen Luftangriff auf die südostukrainische Großstadt Saporischschja wurden zudem mindestens 13 Menschen verletzt. Militärgouverneur Iwan Fedorow informierte auf Telegram über beschädigte Wohnhäuser und in Brand gesetzte Autos. Es sei mindestens eine Gleitbombe auf die Industriestadt abgeworfen worden. Für die Großstadt gilt aufgrund ständiger Angriffe fast ununterbrochen Luftalarm. Die Frontlinie ist nur etwas mehr als 20 Kilometer von Saporischschja entfernt.

Der Generalstab in Kiew berichtete am späten Sonntagabend, ukrainische Truppen hätten auch 24 Angriffe auf Kostjantyniwka, Illiniwka und andere Orte abgewehrt. Bei russischen Bombenangriffen auf die nordukrainische Stadt Sumy wurden örtlichen Behörden zufolge in der Nacht auf Montag mindestens fünf Menschen verletzt. Zudem gebe es Schäden in mehreren Wohngebieten, teilte der regionale Gouverneur Oleh Hryhorow über den Kurznachrichtendienst Telegram mit.

Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich in seiner Videoansprache nicht zu Veränderungen des Frontverlaufs.

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